Obamas Rede «Wir haben die Hoffnung über die Angst gestellt»

WASHINGTON – Die Nation stand still. Und lauschte ihrem schwarzen Präsidenten. So versuchte Obama die Bürger der USA aufzurütteln.

  • Publiziert: 20.01.2009, Aktualisiert: 20.01.2012
Realistisch, entschlossen und versöhnlich. Nach diesen Prinzipien will Barack Obama seine Amtszeit ausrichten. Zuerst allerdings richtete er seinen Dank an seine Landsleute: «Meine Mitbürger: Ich stehe heute hier, demütig angesichts der Aufgabe, die vor uns liegt, dankbar für das Vertrauen, das Sie mir geschenkt haben, und der Opfer gedenkend, die unsere Vorfahren auf sich genommen haben.»In seiner Rede als frisch vereidigter Präsident versuchte er seinen Bürgern Hoffnung zumachen, sprach ihnen Mut zu. In einer kraftvollen und mitreissenden Rede auf den Stufen des Kapitols stimmte er sie aber auch auf schwere Zeiten ein.«Die Herausforderungen, vor denen wir stehen, sind ernsthaft und sie sind zahlreich», sagte Obama. «Sie werden nicht leicht oder kurzfristig zu meistern sein. Aber wisse, Amerika: Wir werden sie meistern.»Obama drohte den Feinden Amerikas, aber er suchte auch den Dialog. An die Adresse des Auslandes gerichtet sagte er «Amerika ist ein Freund jeder Nation und jedes Mannes, jeder Frau und jedes Kindes, die eine Zukunft in Frieden und Würde anstreben.»Auch den Muslimen reichte Obama die Hand. «Wir suchen einen Weg in die Zukunft, basierend auf gemeinsamen Interessen und gegenseitigen Respekts.» Gleichzeitig warnte er diejenigen, die sich dem Terrorismus verschrieben haben.Das sagte Obama im Einzelnen:Obama über Krieg und Finanz-Krise: «Dass wir uns mitten in einer Krise befinden, weiss inzwischen jeder. Unsere Nation ist im Krieg, gegen ein weitreichendes Netzwerk von Hass und Gewalt. Unsere Wirtschaft ist sehr geschwächt, als Konsequenz der Gier und Verantwortungslosigkeit einiger weniger – aber auch wegen unseres kollektiven Versagens, harte Entscheidungen zu treffen und das Land auf ein neues Zeitalter vorzubereiten.»Obama über Rezession und Klima-Katastrophe: «Häuser und Arbeitsplätze gingen verloren, Unternehmen wurden geschlossen. Unsere Gesundheitsversorgung ist zu teuer, unsere Schulen sind nicht gut genug, und jeder Tag bringt den neuen Beweis dafür, dass die Energien, die wir nutzen, unseren Planeten bedrohen. Dies sind die Indikatoren der Krise, die durch Daten und Statistiken belegt sind. Weniger messbar, aber damit genauso stark, ist das schwindende Selbstbewusstsein quer durch unser Land, die nagende Angst, dass Amerikas Niedergang nicht aufzuhalten ist und dass die nächste Generation ihre Erwartungen herunterschrauben muss.»Obama über Einigkeit und Hoffnung: «Heute sage ich Euch, die Herausforderungen, vor denen wir stehen, (...) sind ernsthaft, und sie sind zahlreich. Sie werden nicht leicht oder kurzfristig zu meistern sein. Aber wisse, Amerika: Wir werden sie meistern. An diesem Tag kommen wir zusammen, denn wir haben die Hoffnung über die Angst gestellt, das gemeinsame Ziel über Uneinigkeit und Zwietracht. An diesem Tag kommen wir zusammen, um Schluss zu machen mit unbedeutenden Missständen und falschen Versprechen, mit gegenseitigen Beschuldigungen und überlebten Dogmen, die unsere Politik viel zu lange stranguliert haben.»Obama über die Verteidigung der Werte: Wir werden uns nicht für unseren Lebenswandel entschuldigen und bei seiner Verteidigung nicht wanken, und für alle jene, die ihre Ziele durch Terror und das Abschlachten Unschuldiger vorantreiben wollen, wir sagen euch jetzt, dass unser Geist stärker ist und sich nicht brechen lässt. Denn wir wissen, dass unser Patchwork-Erbe eine Stärke und keine Schwäche ist. Wir sind eine Nation von Christen und Muslimen, Juden und Hindus – und Nicht-Gläubigen. (SDA/bih)

Die Welt gratuliert dem neuen Präsidenten

Schweiz: Bundespräsident Hans-Ruedi Merz sagte, er hoffe, dass die USA wieder echtes «Leadership» ausüben werde. Amerika habe immer wieder bewiesen, dass es anstehende Herausforderungen meistern könne.Deutschland: Bundespräsident Horst Köhler gratulierte Obama zum Amtsantritt. Zuvor hatte bereits Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre besten Wünsche übermittelt.Frankreich: Präsident Nicolas Sarkozy erklärte, er wolle mit Obama «die Welt ändern».Grossbritannien: Premierminister Gordon Brown sagte, «die ganze Welt ... ist Zeuge eines neuen Kapitels in der amerikanischen Geschichte und der Geschichte der Welt».
play Zuversicht und Entschlossenheit: Obama versuchte seine Landsleute mit positiven Werten aufzurütteln. (Reuters)

Top 3

1 Obama: Kokain und Sex mit Schwulen?bullet
2 So haben Sie Palin noch nie gesehen!bullet
3 Obama schlägt Clinton klarbullet

Ausland