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Gestern gab Sarah Palin, die republikanische Kandidatin für das Amt des Vizepräsidenten, ihr erstes TV-Interview (Blick.ch berichtete). Dabei erwies sie sich in aussenpolitischen Themen nicht gerade als standfest. Auf die Frage von Moderator Charles Gibson, ob sie die Bush-Doktrin – das Recht auf präventive Angriffe der USA auf andere Länder – unterstütze, schien die 44-Jährige nicht zu wissen, was damit gemeint war. «In welcher Hinsicht, Charlie?», fragte sie verlegen lächelnd. Später machte sie klar: Ja, sie unterstützt die Bush-Doktrin.
Gibson liess im Aussenpolitischen nicht locker. Als Palin den Beitritt Georgiens zur Nato forderte, fragte er: «Würde dies bei einer militärischen Invasion Moskaus gegen ein Nato-Land wie Georgien dann nicht Krieg mit Russland bedeuten?». Palins lapidare Antwort: «Vielleicht.» Auch Fragen, ob sie militärische Anti-Terror-Einsätze beim Verbündeten Pakistan befürworte, beantwortete sie nicht.
Palin wand sich mehrfach heraus. Etwa bei der Frage, ob sie den Irak-Krieg wirklich als eine «Aufgabe Gottes» sehe, antwortete Palin: «Ich würde mir nie anmassen, Gottes Wille zu kennen.» Ihre Haltung zum Klimawandel – übertrieben Hysterie, wie sie unlängst bekundete – versuchte sie ebenfalls aufzuweichen.
Sarah Palin hat mit diesem Interview nicht gerade zu überzeugen vermocht. Dem Optimismus der Republikaner im Land tut dies aber keinen Abstrich. Und die Demokraten hielten sich bis jetzt in ihrer Kritik zurück. Aus Respekt vor dem Jahrestag des 11. Septembers und der Trauer der Angehörigen der Opfer.
Wir haben unsere Leser gefragt, was sie von der ultra-religiösen Abtreibungsgegnerin Palin halten. In auffällig vielen Antworten kam das Wort «gefährlich» vor. Iris aus Schaffhausen schreibt etwa: «Wirklich gefährlich! Eine Frau, die Kriege als Gottes Plan und Willen bezeichnet, gehört nicht in so ein Amt.» Remy aus Zürich meint: «McCain/Palin wäre ein Disaster für die USA sowie für den Rest der Welt. Wirklich gefährlich!»
Dem schliesst sich Mike aus Winterthur an: «Ich halte nichts von der Frau! Der Gedanke, dass diese zurückgebliebene, ultrakonservative Frau mal das mächtigste Land der Welt regieren könnte, macht mir Angst.» Für Ottiger, Sachseln ist Palin «ein weiblicher Georg Bush, vielleicht noch extremer». Und Riki aus Chur meint: «Es macht regelrecht Angst, sich vorzustellen, dass eine solche Person, unerfahren, fundamentalistisch und aggressiv, Zugriff auf das Waffenarsenal der weltgrössten Atommacht erlangen könnte.»
Viele sehen es aber auch wie Daniel aus Bern: «Diese Frau ist doch ein Witz. Jemand der behauptet, der Irak-Krieg sei ein Auftrag Gottes ist schlicht nicht wählbar. Man stelle sich vor, sie würde Präsidentin. Dann können wir alle unser Testament machen.» Für W. aus Freiburg wäre die Wahl Palins schlicht «der Anfang vom Ende».
(gux)
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«Gefährlich» ist das Wort, mit unsere Leser Sarah Palin oft beschrieben haben. (AP)