Warum New Hampshire so wichtig ist Schicksalsnacht für Donald Trump

Platzt heute Donald Trumps Traum vom Weissen Haus? Wer die Vorwahlen im Ostküstenstaat verliert, kann sich die Kandidatur für die US-Präsidentschaft so gut wie abschreiben.

Aktuell auf Blick.ch

Top 3

1 Roger Ailes bereitet Donald Trump auf die grossen Debatten vor Der...
2 Roger Ailes bereitet Donald Trump auf die grossen Debatten vor Der...
3 Reuters-Umfrage Clintons Vorsprung auf Trump schmilzt

Ausland

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?
teilen
teilen
1 shares
6 Kommentare
Fehler
Melden

Heute ist Wahltag in New Hampshire. Nur 1,3 Millionen Einwohner zählt der Bundesstaat im Nordosten der USA. Und doch haben sie reichlich politische Macht. Ihre Stimmen sind mitunter entscheidend, wer nächsten Januar ins Weissen Haus einzieht und die mächtigste Nation der Welt lenkt.

Selten war die Wahl so spannend wie dieses Jahr im Staat mit dem Motto «Live Free or Die» – «Lebe frei oder stirb».

Bei den Demokraten ist Favoritin Hillary Clinton (68) in Rücklage geraten. Geschickt nutzt Widersacher Bernie Sanders (74) ihre Nähe zu den Banken und unterstellt der ehemaligen First Lady Käuflichkeit. Hillary und ihr Ehemann Bill Clinton (69) werfen dem Senator öffentlich Sexismus vor – und mahnen Frauen zur Solidarität an der Urne.

Derweilen zerfleischen sich die Republikaner. Moderate Kandidaten wie Gouverneur Chris Christie (53) und Präsidenten-Sohn und -Bruder Jeb Bush (62) schiessen sich auf Senator Marco Rubio (44) ein, der in Iowa als lachender Dritter zwischenzeitlich zum Favoriten der Republikaner aufgestiegen ist. Milliardär Donald Trump (69) führt in den Umfragen klar. Was eine Bürde ist. Gewinnt er nicht, dürfte er kaum mehr eine Chance haben, die Republikaner als ihren Kandidaten in den Wahlkampf zu führen.

Die letzten Wahllokale schliessen in New Hampshire um 20 Uhr Lokalzeit, also um 2 Uhr am Mittwochmorgen Schweizer Zeit. Dann sollten klare Hochrechnungen und erste Resultate vorliegen.

REPUBLIKANER

Donald Trump: Es geht ums Ganze

Donald Trump: Er muss heute gewinnen, sonst ist seine Kandidatur Geschichte. play
Donald Trump: Er muss heute gewinnen, sonst ist seine Kandidatur Geschichte. Reuters

Der ewige Sieger kommt als Verlierer aus Iowa nach New Hampshire. Dort führt er mit rund 15 Punkten Vorsprung das republikanische Feld klar an. Gewinnt er heute Abend nicht, ist dies wohl das Ende seines Traums vom Wohnrecht im Weissen Haus. Gewinnt er, folgt am 20. Februar der erste echte Test für Trump. Dann halten die Republikaner in South Carolina Vorwahlen, einem Staat mit vielen Schwarzen, einer erzkonservativen und sehr religiösen Wählerschaft. Dort wird sich zeigen, ob Trump selbst bei jenen Amerikanern ankommt, die mit dem New Yorker wenig gemein haben.

Marco Rubio: Angezählt

Marco Rubio: In Iowa noch der lachende Dritte, nach der TV-Debatte die Lachnummer. play
Marco Rubio: In Iowa noch der lachende Dritte, nach der TV-Debatte die Lachnummer. AP

Der Senator aus Florida kam als republikanischer Hoffnungsträger aus Iowa hervor. Er belegte den guten dritten Platz, etablierte sich als Mann der Mitte und somit als landesweit wählbarer Republikaner. Bei den Umfragen in New Hampshire hat er sich an zweiter Stelle hinter Trump positioniert. Allerdings ist Rubio angezählt. Bei der letzten TV-Debatte entblösste ihn Chris Christie als unerfahren und naiv. Vor laufender Kamera brach Rubio regelrecht auseinander, verlor die Fassung und stammelte mehrmals den gleichen, auswendig gelernten Satz. Wird er heute Abend zweiter, ist das für Rubio ein Triumph. Als Dritter muss er wohl seine Segel streichen.

Chris Christie: Geht aufs Ganze

Chris Christie: Um im Rennen zu bleiben, muss der republikanische Senator aus New Jersey zweiter werden. play
Chris Christie: Um im Rennen zu bleiben, muss der republikanische Senator aus New Jersey zweiter werden. AP

Der gewichtige Gouverneur von New Jersey war jahrelang für viele der Geheimfavorit. Wenn er nur abnehmen würde. Dann nahm er ab, war aber in einen politischen Skandal verwickelt – und schaffte es nicht, sich als Mann der Mitte zwischen den Hardlinern Trump und Ted Cruz zu positionieren. In der letzten TV-Debatte aber krempelte er seine Ärmel hoch, griff Rubio frontal an – und gab sich als erfahren. Just stieg er in den Umfragen. Wird er zweiter oder dritter, bleiben seine Chancen intakt, sonst kann er abtreten.

Jeb Bush: Ehrenvoller Abgang

Jeb Bush: Der Bruder und Sohn von Ex-Präsidenten hofft auf eine ehrenvolle ehrenvolle Niederlage. play
Jeb Bush: Der Bruder und Sohn von Ex-Präsidenten hofft auf eine ehrenvolle ehrenvolle Niederlage. Reuters

Der Sohn und Bruder zweier Ex-Präsidenten kann nur noch auf einen ehrenvollen Abgang hoffen. Seine Kandidatur kam nie vom Fleck. Zwar gelten seine Positionen als vernünftig, Bush ist ein netter Mensch. Als Wahlkämpfer aber taugt er nicht.

Ted Cruz: Mehr als nur die Frommen?

Ted Cruz: Kann der Senator aus Texas nach dem Sieg in Iowa erneut gewinnen? play
Ted Cruz: Kann der Senator aus Texas nach dem Sieg in Iowa erneut gewinnen? AP

Der Sieger von Iowa muss in New Hampshire zeigen, dass er nicht nur bei frommen Wählern ankommt. Schneidet er schlechter als auf Platz drei ab, muss er wohl aufgeben.

DEMOKRATEN

Hillary Clinton: Mit dem Rücken zur Wand

Hillary Clinton: Können Gatte Bill und Tochter Chelsea unterstützen die erwartende Niederlage abwenden? play
Hillary Clinton: Können Gatte Bill und Tochter Chelsea unterstützen die erwartende Niederlage abwenden? Reuters

Sie ist die perfekte Kandidatin, hat so viel Geld gesammelt wie niemand sonst, führte lange in Umfragen, ihr Leistungsausweis ist glänzend. Und doch dürfte sie in New Hampshire nur zweite werden. Ihr Widersacher wirft ihr die Nähe zu den Banken an der Wall Street vor. So hat sie zwischen 2013 und 2015 für Vorträge fast drei Millionen Dollar kassiert. Eine Niederlage kann sie aber verdauen.

Bernie Sanders: Der Populist

Bernie Sanders: Der Senator aus Vermont dürfte in New Hampshire bei den Demokraten gewinnen. play
Bernie Sanders: Der Senator aus Vermont dürfte in New Hampshire bei den Demokraten gewinnen. AP

Der Senator aus Vermont dürfte die Wahl in seinem Nachbarstaat New Hampshire gewinnen. Geschickt spricht er die desillusionierte Jugend an. Die grosse Frage: kann er den Schwung von New Hampshire in den Süden tragen?

Publiziert am 09.02.2016 | Aktualisiert am 08.03.2016
teilen
teilen
1 shares
6 Kommentare
Fehler
Melden

6 Kommentare
  • Jacques   Berchten aus Ogre
    09.02.2016
    Senator Bernie Sanders ist ein echter Kandidat. Er kommt von einer überzeugenden Wählerkanditaur. Er ist Senator, und hat alle Erfahrung die es für diesen Job notwendig sind. Minister Hilary Clinton ist wohl am meisten bekannt, weil sie sich für diese Kandidatur bekannt gab. Es ist ein ebenbürtiges Rennen. Schauen wir einmal an was beide zu offerieren haben.
  • Thomas  Zürcher 09.02.2016
    Amerika ist am Abgrund.Die USA sind innerlich kaputt und übertünchen dies mit äußerer Stärke. Doch dieses Trugbild lässt sich nicht mehr lange aufrecht erhalten. Es drohen ein finanzieller, wirtschaftlicher und sozialer Kollaps.Keine einfache Aufgabe für den neuen Präsidenten.
    • Ewald  Rindlisbacher aus Grayland
      09.02.2016
      Typisch Ami Hasser. Ich wuerde den letzten dieser Kanditaten auf beiden Seiten jedem unseren Bundesraete vorziehen !!!!!
    • Silvia  Geiger aus Santa Fe
      10.02.2016
      Bin schon froh dass Sie als Schweizer das so genau wissen. Wir als Amerikaner sehen das gar nicht so, und wir wohnen hier………..!!!
  • Manfred  Schnyder aus Wanzwil
    09.02.2016
    Donald Trump, wir neuer US - Präsident, weil er die Ansichten von heute verkörpert, aber nicht unsere.
    • Martin  Andres , via Facebook 10.02.2016
      Sind Sie da so sicher? Auch ich dachte, die USA und deren Bürger nicht mehr ernst nehmen zu können, sollte Trump das Rennen machen. Bis mir klar wurde, dass die USA der Schweiz lediglich den Spiegel vorhalten würde.. Dasselbe Vorgehen mit grösstenteils den gleichen Argumenten. Eine wahrlich traurige Erkenntnis für ein Land mit einer einst so differenzierten und vorbildlichen Demokratie!