Chris Christie, republikanischer Gouverneur von New Jersey, ist Präsident Obamas neuer Edelwahlhelfer.
play
Hier begrüsst Chris Christie Barack Obama bei seiner Ankunft in Atlantic City. Der republikanische Gouverneur könnte mit seinem Lob für Obamas Krisenmanagement dem demokratischen Präsidenten zur Wiederwahl verhelfen.
(Reuters)Chris Christie ist eine beeindruckende Erscheinung. 140 Kilogramm wiegt der Gouverneur von New Jersey, er gilt als eine der grossen politischen Nachwuchshoffnungen der USA – und als strammer Republikaner.
Doch seit am Montag der Monstersturm Sandy über die Ostküste der USA hinwegefegt ist und in New Jersey massive Schäden hinterlassen hat, ist Governor Christie so etwas wie der dickste Freund von Barack Obama.
Der 50-jährige lässt keine Gelegenheit aus, den Präsidenten zu loben, er feiert ihn auf allen Kanälen. «Grossartig», «hervorragend», «exzellent» – das sind Worte, die Christie wählt, wenn er über Obama spricht.
«Er hat mir seine Telefonnummer im Weissen Haus gegeben und gesagt, dass ich ihn anrufen kann, wann immer wir etwas brauchen - und er hat es so gemeint», meinte Christie vor laufenden Kameras. Die Zusammenarbeit mit den nationalen Behörden sei «sehr gut» gewesen, «wundervoll» sogar.
«Ich kann dem Präsidenten gar nicht genug für seine Hilfe danken», so Christie.
Es sei schwierig, sechs Tage vor der Wahl ein ungleicheres Paar zu finden, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters. Und Christie wisse das auch.
In der Tat war Christie bis vor kurzem einer der schärfsten Kritiker Obamas.
Beim Parteitag der Republikaner von Ende August in Florida, wo Christie als einer der Haupredner auftrat, griff er den Amtsinhaber frontal an, sprach ihm jegliche Führungsqualitäten ab: «Wirkliche Führerfiguren folgen nicht den Resultaten von Meinungsumfragen, sie formen diese.»
Nur Mitt Romneys könne der Bevölkerung zu einem «zweiten amerikanischen Jahrhundert» verhelfen.
Und jetzt? «Die Präsidentschaftwahl kann mich mal», sagt das Polit-Schwergewicht. Er habe einen Job zu erledigen.
Heute Nachmittag wird Christie zusammen mit Obama Sturmschäden in New Jersey begutachten. Es wird Bilder eines besorgten Präsident im Katastrophengebiet geben – an seiner Seite einer der führenden Republikaner. Der Parteienstreit scheint für eine paar – eventuell entscheidende – Augenblicke vergessen.
Monstersturm Sandy hat Chris Christie zum unfreiwilligen Edelwahlhelfer von Präsident Obama gemacht.
Beliebteste Kommentare
Alle Kommentare (7)