Polit-Schwergewicht Gouverneur Chris Christie (140 Kilogramm) Verhilft dieser Republikaner Obama zum Wahlsieg?

Chris Christie, republikanischer Gouverneur von New Jersey, ist Präsident Obamas neuer Edelwahlhelfer.

  • Publiziert: 31.10.2012
  • Von Oliver Baumann
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Hier begrüsst Chris Christie Barack Obama bei seiner Ankunft in Atlantic City. Der republikanische Gouverneur könnte mit seinem Lob für Obamas Krisenmanagement dem demokratischen Präsidenten zur Wiederwahl verhelfen.

(Reuters)

Chris Christie ist eine beeindruckende Erscheinung. 140 Kilogramm wiegt der Gouverneur von New Jersey, er gilt als eine der grossen politischen Nachwuchshoffnungen der USA – und als strammer Republikaner.

Doch seit am Montag der Monstersturm Sandy über die Ostküste der USA hinwegefegt ist und in New Jersey massive Schäden hinterlassen hat, ist Governor Christie so etwas wie der dickste Freund von Barack Obama.

Nur lobende Worte

Der 50-jährige lässt keine Gelegenheit aus, den Präsidenten zu loben, er feiert ihn auf allen Kanälen. «Grossartig», «hervorragend», «exzellent» – das sind Worte, die Christie wählt, wenn er über Obama spricht.

«Er hat mir seine Telefonnummer im Weissen Haus gegeben und gesagt, dass ich ihn anrufen kann, wann immer wir etwas brauchen - und er hat es so gemeint», meinte Christie vor laufenden Kameras. Die Zusammenarbeit mit den nationalen Behörden sei «sehr gut» gewesen, «wundervoll» sogar.

«Ich kann dem Präsidenten gar nicht genug für seine Hilfe danken», so Christie.

Ungleiches Paar

Es sei schwierig, sechs Tage vor der Wahl ein ungleicheres Paar zu finden, schreibt die Nachrichtenagentur Reuters. Und Christie wisse das auch.

In der Tat war Christie bis vor kurzem einer der schärfsten Kritiker Obamas.

Beim Parteitag der Republikaner von Ende August in Florida, wo Christie als einer der Haupredner auftrat, griff er den Amtsinhaber frontal an, sprach ihm jegliche Führungsqualitäten ab: «Wirkliche Führerfiguren folgen nicht den Resultaten von Meinungsumfragen, sie formen diese.»

Nur Mitt Romneys könne der Bevölkerung zu einem «zweiten amerikanischen Jahrhundert» verhelfen.

Parteienstreit? Vergessen!

Und jetzt? «Die Präsidentschaftwahl kann mich mal», sagt das Polit-Schwergewicht. Er habe einen Job zu erledigen.

Heute Nachmittag wird Christie zusammen mit Obama Sturmschäden in New Jersey begutachten. Es wird Bilder eines besorgten Präsident im Katastrophengebiet geben – an seiner Seite einer der führenden Republikaner. Der Parteienstreit scheint für eine paar – eventuell entscheidende – Augenblicke vergessen.

Monstersturm Sandy hat Chris Christie zum unfreiwilligen Edelwahlhelfer von Präsident Obama gemacht.

Beliebteste Kommentare

  • Roman  Ott
    Irgendwie schön zu sehen, dass die Grabenkämpfe zwischen den Parteien auch mal beiseite gelegt werden können. Schade allerdings, benötigte es erst so eine Katastrophe dazu.
  • Luke  Meyer , Thurgau
    In erster Linie ist er Governor von New Jersey, das hat in solch einer Notsituation absolute Priorität. Hintergedanken kann man aber nicht ganz ausschliessen. Christie liebäugelt mit einer Kandidatur für 2016. Etwas das nicht möglich wäre, wenn Romney dann zur Wiederwahl antreten müsste...

Alle Kommentare (7)

  • Ewald  Rindlisbacher , Grayland
    Die Politiker sind nur in der Politik Gegner, nicht Privat. Der Linke Clinton und der Rechte Bush alt und jung sind die besten Freunde und sind viel zusammen. Die Obama Toechter und die Bush Toechter haben auch viel Zeit miteinander verbracht als Freunde. Die Amis haben die anstaendigsten Politiker auf der Welt. Man darf nur nicht alles so Ernst nehmen wie es die Medien darstellen.
  • Kurt  Kramer , via Facebook
    Mitt Romneys wollt ja den Katrastrophenschutz privatisieren. Nun, der Schuss geht sicher nach hinten los. Obama gewinnt nun sicher die noch unschlüssigen Wähler für sich.
  • Christian  Beutler , via Facebook
    Das wär doch was. Ein demokratischer Präsident und ein republikanischer Vize. Da haben sich wohl zwei getroffen die lieber "lieferet" statt "laferet".
    • 31.10.2012
    • 66
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  • peter  vonlanthen
    Interessant, dass fast alle fest gebauten Häuser auf den Bildern noch stehen und die barackenähnlichen Gebäude fast alle irgendwie demoliert, eingestürzt oder weggeschwemmt wurden. Tragisch aber wahr: Fest gebaut ist meistens mehr als nur halb gewonnen, wobei diese Jahrhundertfluten und Winde so niemals zu erwarten gewesen sind, aber für die Zukunft wohl einkalkuliert werden müssen.
    • 31.10.2012
    • 41
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  • Lusti  Franz
    Was so ein Unwetter plötzlich auslösen kann. Zumindest scheint Christie ein ehrlicher Politiker zu der sich in der Not auf das wesentliche konzentriert. Oder aber vielleicht denkt er auch, lieber noch 4 Jahre Obama und dann wird er, Christie, der nächste Präsident. Besser als hinter Romney 4 oder 8 Jahre zu warten und dann sicher nicht gewählt werden, weil die Amerikaner dann wieder die Nase voll haben von Republikanern....
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