US-Vorwahlen in New Hampshire Trump gewinnt - Clinton unterliegt

CONCORD - Die zweiten Vorwahlen unter den US-Präsidentschaftsbewerbern hat die erwarteten Sieger hervorgebracht: Bei den Republikanern gewann der umstrittene Unternehmer Donald Trump, bei den Demokraten der linke Senator Bernie Sanders. Beide waren haushohe Favoriten.

Trump und Sanders räumen in New Hampshire ab

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New Hampshire zählt nur 1,3 Millionen Einwohner und doch gilt die Vorwahl in dem Bundesstaat als wegweisend: Wer hier gewinnt, hat reelle Chancen ins Weisse Haus einzuziehen.

Bernie Sanders: Der Senator aus Vermont dürfte in New Hampshire bei den Demokraten gewinnen. play
Bernie Sanders: Der Senator aus Vermont gewinnt in New Hampshire bei den Demokraten. AP

Der Sieg der beiden war schon unmittelbar nach Schliessung der Wahllokale am Dienstagabend (Ortszeit) auf den US-Fernsehsendern verkündet worden. Beide gelten als Aussenseiter in ihren Parteien und ihre Siege werden deshalb auch als Zeichen des Unmuts gegen die Parteieliten gewertet.

Nach Auszählung von gut zwei Drittel der Stimmbezirke kam der linke Senator Sanders bei der Vorwahl der Demokraten auf fast 60 Prozent. Die frühere Aussenministerin Hillary Clinton, die den Vorwahlauftakt vor einer Woche in Iowa noch hauchdünn für sich entschieden hatte, lag bei rund 39 Prozent.

Bei den Republikanern holte Trump den Teilergebnissen zufolge gut 34 Prozent. Überraschend stark schnitt Ohios Gouverneur John Kasich ab, der mit 16 Prozent den zweiten Platz ansteuerte. Kasich präsentiert sich als gemässigter Konservativer, der die Staatsfinanzen sanieren und die Gräben zwischen den politischen Lagern in Washington zuschütten möchte.

Ted Cruz: Kann der Senator aus Texas nach dem Sieg in Iowa erneut gewinnen? play
Ted Cruz: Der Senator gewann in Iowa. AP


Um den dritten Platz rangen der erzkonservative Senator Ted Cruz mit 11,5 Prozent und Floridas Ex-Gouverneur Jeb Bush mit 11,2 Prozent. Cruz hatte vor einer Woche die erste Vorwahl gewonnen. Die Wählerschaft in New Hampshire gilt allerdings als weniger konservativ als in Iowa. Vor allem die evangelikalen Christen, unter denen Cruz viele Unterstützer hat, spielen hier eine geringere Rolle.

Der Senator Marco Rubio lag den Teilergebnissen zufolge bei rund zehn Prozent und musste damit einen Rückschlag hinnehmen. In Iowa hatte Rubio mit gut 23 Prozent noch den dritten Platz belegt.

New Jersey Governor plays table tennis following a news conference at the Boys and Girls Club of Newark Clubhouse in Newark, New Jersey January 27, 2014. The event was held to announce the NFL Foundation's grant to the New York/New Jersey Super Bowl Host Committee's Snowflake Youth Foundation to fund charitable projects throughout New York and New Jersey. play
Chris Christie, Gouverneur von New Jersey. REUTERS/Andrew Kelly
Hillary Clinton: Können Gatte Bill und Tochter Chelsea unterstützen die erwartende Niederlage abwenden? play
Hillary Clinton: Sie setzt ihren Fokus auf die nächsten Stationen. Reuters


New Jerseys Gouverneur Chris Christie holte in New Hampshire knapp acht Prozent, die Ex-Managerin Carly Fiorina gut vier Prozent und der frühere Neurochirurg Ben Carson etwa zwei Prozent.

«Es ist einfach zu spät für die gleiche alte Establishment-Politik und Establishment-Wirtschaft», sagte Sanders in seiner Siegesrede. «Die Leute wollen echte Veränderungen.»

Der 74-jährige selbsterklärte «demokratische Sozialist» kommt mit seiner Forderung nach einer gerechteren Einkommensverteilung vor allem bei jungen Wählern gut an. Angesichts des Einflusses reicher Wahlkampfspender in den USA will Sanders eine «politische Revolution» erreichen, um die Demokratie wieder in die Hände der Bevölkerung zu legen, wie er sagt.

Clinton räumte ihre Niederlage ein und sieht ihren Favoritenstatus zunehmend bröckeln. «Ich weiss, ich habe einiges zu tun, vor allem bei jungen Menschen», sagte die ehemalige First Lady und gab sich kämpferisch: «Jetzt werden wir diese Kampagne in das ganze Land tragen. Wir werden um jede Stimme in jedem Bundesstaat kämpfen.»



Clintons Wahlkampfmanager Robby Mook richtete den Blick auf die nächsten Vorwahlen in South Carolina und in Nevada. Ausserdem werde im März in einer Reihe von weniger ländlich geprägten Bundesstaaten abgestimmt, die stärker die «Vielfältigkeit» der Demokratischen Partei widerspiegeln. «Die Nominierung wird sehr wahrscheinlich im März gewonnen werden, nicht im Februar», erklärte Mook.

Donald Trump: Er muss heute gewinnen, sonst ist seine Kandidatur Geschichte. play
Donald Trump: Klarer Sieger dieser Wahl. Reuters
Der aufstrebende republikanische US-Senator Marco Rubio hat die Wirtschaftspolitik von Präsident Barack Obama vor dessen Rede zur Lage der Nation kritisiert (Archiv) play
US-Senator Marco Rubio. Keystone


Trump zeigte in New Hampshire anders als in Iowa, dass er seinen Vorsprung in Umfragen auch in einen Wahlsieg ummünzen kann. «Wow, so schön», sagte er vor seinen Anhängern. «Wir werden Amerika wieder so grossartig machen, vielleicht grossartiger als je zuvor.» Der Immobilientycoon bekräftigte seinen Plan, an der Grenze zu Mexiko eine Mauer zu bauen.

Marco Rubio, der in Iowa als Dritter überrascht hatte, zeigte sich von seinem Abschneiden enttäuscht. Er führte seine Niederlage auf einen verunglückten Auftritt bei einer Fernsehdebatte mit seinen republikanischen Mitbewerbern zurück. «Das wird mir nicht noch einmal passieren», sagte er. 

Beide Parteien befinden in allen 50 Bundesstaaten über ihre Kandidaten, die im Juli offiziell gekürt werden. Die Präsidentschaftswahl findet am 8. November statt. Präsident Barack Obama von den Demokraten darf nach zwei Amtsperioden nicht erneut antreten. (SDA)

Publiziert am 10.02.2016 | Aktualisiert am 10.02.2016
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US-Vorwahlen in Iowa Hillary Clinton siegt dankt Münzwurf

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6 Kommentare
  • rolf  sulzer 10.02.2016
    diese Schlagzeilen werden wir hoffentlich noch bis zum Ende des Wahlkampfs sehen.
  • Rolf-Alfred  Wanner Basel 10.02.2016
    Hauptsache ist, dass diese Clinton nicht Ins Weise Haus kommt! Eine zweite Merkel braucht die Welt wirklich nicht.
  • s  z aus Zürich
    10.02.2016
    Wer drei mal Bush wählt, dem ist auch zu zutrauen, dass er Trump wählt. Für Bush war es einfach die Achse des Bösen zu erkennen, vom Zentrum aus ist das einfach.
  • Markus  Immer aus Anse aux Pins
    10.02.2016
    Donald und Bernie als Team! Wow, das wäre DAS Dreamteam!
  • Fabius  Cassius 10.02.2016
    Wahlresultate in Iowa bei den Republikaner sind:
    1. Cruz, 2. Trump, 3. Rubio, 4. Carson etc.
    • Köbi  Karrer 10.02.2016
      Hier gehts aber um New Hampshire und nicht um Iowa. Haben Sie zwischendurch ein Nickerchen gemacht?