US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump bezahlte 18 Jahre lang keine Steuern Trickser Trump

Die «New York Times» enthüllt: Der Republikaner zahlte fast zwanzig Jahre keine Steuern. Es ist der Anfang einer fünfwöchigen Schlammschlacht.

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Einer Ballerina gleich tänzelte Hillary Clinton (68) beim TV-Duell um Donald Trump (70). Im Takt warf sie letzten Montag Fragen zum republikanischen Widersacher in die Runde:

«Was hat er zu verbergen?»

«Warum zeigt er seine Steuererklärung nicht?»

«Ist er gar nicht so reich, wie er sagt?»

«Zahlt er überhaupt keine Einkommenssteuer?»

Vermutlich wusste die demokratische Präsidentschaftskandidatin bereits, was die «New York Times» heute publik macht: Trump notierte 1995 in seiner Steuererklärung ein Minus von 916 Millionen Dollar. Einen Verlust, den das amerikanische Steuerrecht fürstlich belohnt. Trump konnte ihn von künftigen Steuerrechnungen abziehen.

Verdiente er pro Jahr nicht mehr als 50 Millionen Dollar, musste Trump während 18 Jahren keine Steuern auf sein Einkommen zahlen.

Kein Cent Steuern

Gut möglich, dass der Milliardär persönlich keinen Cent in die Kasse des Staates ablieferte, den er nun führen will.

Das hohe Minus fuhr Trump ein, weil er zu Beginn der neunziger Jahre drei Kasinos in Atlantic City und eine Airline in den Bankrott trieb; und weil er reichlich Geld verlor beim Kauf des Hotels Plaza in Manhattan. Offene Rechnungen von Lieferanten und Handwerkern beglichen Trumps bankrotte Firmen nicht mehr.

Die Enthüllung ist bedeutend. Und ein Schlag für Trump.

Zum einen fällt sein finanzielles Kartenhaus zusammen. Er ist tatsächlich nicht so reich, wie er vorgibt. Nicht harte Arbeit ist sein Geschäftsmodell. Es ist die Trickserei. Wie keiner nutzt er Gesetzeslücken zu seinen Gunsten aus. Dass andere finanziell bluten? Ist ihm egal.

Der Ich-Kandidat

Zum anderen belegt es, was seine Kritiker längst sagen: es geht ihm einzig um ihn. Nicht die kleinen Leute, die um ihre Jobs bangen, die ihn in den Vorwahlen gewählt haben, stehen bei ihm im Mittelpunkt. Sondern einzig Trump.

Er ist nicht der selbstlose Messias, der die USA rettet. Er ist ein Trickser, der auf sich selbst fokussiert ist.

Zudem scheint seine Erklärung, warum er seine Steuerausweis nicht öffentlich macht – «ich stecke mitten in einer Prüfung durch das Steueramt» –, eine dreiste Lüge zu sein. Er hat, wie Clinton sagt, tatsächlich etwas zu verbergen.

Gegenüber der «New York Times» wollte er den Verlust von 916 Millionen Dollar weder bestätigen noch dementieren. Trump liess ausrichten, er sei finanziell einzig für seine Firma, seine Familie und seine Angestellten verantwortlich. «Er zahlt nicht mehr Steuern als er legal zahlen muss.»

Anonym zugestellt

Anonym hat jemand die Steuererklärung der US-Zeitung zugestellt. Trumps ehemaliger Steueranwalt bestätigte ihre Echtheit. In den nächsten fünf Wochen, bis zum Wahltag, dürfte sie ein zentrales Thema sein.

Vermutlich kam das Papier aus dem Umfeld von Clinton. Ist das so, hat Trump noch Schlimmeres zu befürchten. Für eine «October Surprise» – eine Überraschung im Oktober, die alles nochmals ändert – kommt die Enthüllung nämlich noch etwa früh. Solche lancieren Wahlkampfteams meist erst zwei Wochen vor der Wahl.

Folgt noch mehr Schlamm?

Die Steuer-Geschichte lässt demnach vermuten, was viele sagen: die Clintons sitzen vermutlich auf einem Berg Schlamm. Sollte es knapp werden, könnten sie ihn jederzeit auf Trump werfen.

Publiziert am 02.10.2016 | Aktualisiert am 08.10.2016
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13 Kommentare
  • Chrigel  Neff aus St. Gallen
    03.10.2016
    Jeder hier drin, der kritisch ist, würde genau so handeln. Auch in der Schweiz kann man unternehmerischen Verlust über mehrere Jahre vortragen und so den Verlust mit angefallenem Gewinn verrechnen, bis Netto kein Verlust mehr da ist und auf dem Gewinn fortan dann wieder Steuern fällig sind. Wäre das nicht so, würde sich niemand selbständig machen! Denn nur die wenigsten schreiben schon nach dem ersten Jahr Gewinn. Klar, bei Trump gehts um viel Geld - dennoch: Es lief korrekt ab.
  • Martin  Trummer , via Facebook 02.10.2016
    Ich habe gute Neuigkeiten fuer die Blick Leser, Trump wird nicht Praesident, so bloed ist das Amerikanische Volk nun auch wieder nicht. Trump ist ein Luegner, ein Scharlatan ein Heuchler und natuerlich ein Steuerhinterzieher. Ich verstehe nicht warum sich so viele Schweizer mit Trump abgeben. Eure Politker machen Eure Doerfer mit Asylaten kaputt ( Hagenbuch ZH) Kehrt doch erst mal vor eurer eigenen Haustuere. Wir kuemmern uns um Trump.
  • Silvia  Geiger aus Santa Fe
    02.10.2016
    Wenn Trump als Privat Person jahrelang keine Steuern bezahlte stört mich das nicht all zu gross. Aber als möglicher zukünftiger Präsident der USA ist das ein Schlag ins Gesicht für den Durchschnitts Amerikaner. Viele Leute hier leben von Zahltag zu Zahltag und bezahlen bis zu 30 Prozent Steuern da sie nicht die Steuer Privilegien haben wie die Reichen. Mr Trump sollte sich schämen.
  • Thomas  Zürcher 02.10.2016
    Vor einem habe ich Angst falls Trump Präsident werden sollte das der Polit Amateur den altgedienten und hartgesottenen Politprofis nicht gewachsen sein wird. Das bedeutet, dass er seiner Führungsaufgabe nicht gerecht würde und das wiederum ein Machtvakuum an der Spitze der USA entstehen würde.DAS wäre die wahre Bedrohung, die Trump als Präsident bedeuten würde. Trump wird keine Chance erhalten, seine Pläne die er im Wahlkampf versprochen hat in die Tat umzusetzen.
  • Koni  Kadir , via Facebook 02.10.2016
    Er hat die Steuerregeln eingehalten und sich somit nicht strafbar gemacht. Darüber hinaus beschäftigt er seit Jahren tausende Arbeitnehmer. Wo ist das Problem ? Was hat Clinton geleistet ? Als Staatsbedienstete hat Sie jahrelang auch Kosten des Steuerzahlers profitiert. Es ist Zeit, diese Politprofis abzulösen.
    • Stefan  Müller 02.10.2016
      Solche Regeln prangert er an und sagt, nur er könne sie korrigieren. Das ist einfach verlogen und typisch rechtsbürgerlich. "Ich nicht, er auch" und "Wasser predigen, Wein trinken" ist beides sehr passend. In der Schweiz wäre Trump wohl in der SVP.
    • Landre  Marb , via Facebook 02.10.2016
      Ja, ja der arme Trump musste wohl diese 18 jahrelang Essensmarken beziehen wie 47Mio. seiner Mitbürger oder sich von industrialisierten Billigprodukten ernähren um die Steuern zahlen zu können wie die grosse Mehrheit seiner Mitbürger...
      Es kann sein dass Trump eventuell "das kleinere Übel" für Europa wäre, aber dieses Thema ist hier definitiv "out of Topic". Es geht hier um Prinzipien und nicht um billig scheinheilige Alibis...