Die widersprüchlichen Positionen von US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump Nur die Fassade ist republikanisch

US-Präsidentschaftskandiat Donald Trumps politische Positionen sind schwer zu verstehen, da hilft auch kein Schreien und Brüllen. Eine Übersicht.

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Erneut hat Donald Trump (69) gewonnen. Der Baulöwe mit der obszönen Zunge holte in der Nacht auf Mittwoch im Kasino-Staat Nevada 46 Prozent der republikanischen Stimmen. Damit triumphierte er bei den Vorwahlen im wilden Westen der USA, im kühlen Nordosten und im religiösen Süden. Am Dienstag – dem Super Tuesday mit Vorwahlen in zwölf Staaten – könnte er sich die Nominierung als Kandidat der Republikaner sichern. Dann würde er am 8. November wohl auf Hillary Clinton (68) treffen. Die Demokratin gilt als schlagbar.

Gut möglich, dass Donald Trump am 20. Januar 2017 als 45. Präsident vereidigt wird. Welche Positionen brächte der New Yorker nach Washington? Ist er ein Reagan-Republikaner? Einer vom Schlage George W. Bushs? Teilt Trump konservative Ideen wie einen schlanken Staat, tiefe Steuern, wenig Einflussnahme auf die Welt? Was sagt er zu Themen wie Waffen und Abtreibung?

Die Kurzfassung: Trumps politische Linie ist so wirr, wie seine Auftritte laut sind. Hier aufgeschlossen, dort konservativ. Die Fassade republikanisch, der Kern populistisch, einige Ideen gar sozialdemokratisch. Bei heiklen Themen wird er ungenau. Er will die Terrorbande Islamischer Staat besiegen. Wie, sagt er aber nicht. Er weiss: Fordert er US-Truppen in Syrien, vergällt er kriegsmüde Wähler. Sein Slogan «Make America Great Again!» ist ähnlich nichtssagend wie Barack Obamas «Yes, We Can» vor acht Jahren – und gerade deshalb so wirkungsvoll.

Der Protektionist

Traditionell unterstützen Re-publikaner den freien Handel. Für Trump ist ein starkes Amerika aber ein eingezäuntes Amerika. Um Mexiko herum will er eine Mauer errichten und elf Millionen illegale Einwanderer im Land deportieren. Deren in den USA geborene Kinder sollen den US-Pass abgeben. Mit Zöllen will er US-Jobs schützen: 45 Prozent für Importe aus China, 35 Prozent für Autos aus Mexiko. Apple müsse die «verdammten Computer in den USA bauen» – eine Forderung, die sonst linke Globalisierungs­gegner stellen. Senken möchte er die hohen US-Preise für Medikamente, seit Jahren ein Anliegen der Demokraten.

Der Sozialarbeiter

Konservative Republikaner lehnen staatliche Hilfe für Schwache ab. Obamacare, die vom Präsidenten eingeführte Krankenkasse, halten sie für Kommunismus. Trump hingegen lehnt Kürzungen bei sozialen Programmen ab. Amerikaner hätten Anspruch auf Krankenversicherung. «Ich mag schlecht Ausgebildete», sagte Trump an einer Wahlveranstaltung. Ähnlich wie populistische europäische Politiker lockt er Arme mit Sozialhilfe und appelliert an deren Rassismus. Denn Staatsgelder gibt es bei ihm nur für Bürger, nicht für Immigranten.

Der Steuersenker

Republikanisch sind Donald Trumps Steuerpläne. Reiche sollen ­weniger bezahlen. Höher besteuern will er aber Hedge-Fund-Manager, die Trump verachtet.

Der Folterer

Um den Islamischen Staat zu stoppen, dürften unter Präsident Donald Trump keine Muslime mehr in die USA einreisen. Terroristen werde er das Internet zudrehen, mit Hilfe «unserer brillanten Leute im Silicon Valley». Er kritisiert den von George W. Bush (69) angezettelten Irak-Krieg von 2003. Und heisst Waterboarding gut, die Foltermethode, die unter Bush zur Anwendung kam. «Ich werde schlimmere Sachen zulassen als Waterboarding», sagt Trump. Aussenpolitisch ist er nicht interessiert, was für eine isolationistische Aussenpolitik spricht. Ausnahme: Zusammen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin (63) will Trump die weltpolitischen Probleme lösen.

Der Bibelschüler

Für den Sieg brauchen Republikaner evangelikale Stimmen. Fromme gehen nur an die Urne, wenn sie einen bibeltreuen Kandidaten wählen können, der Abtreibung verteufelt. Trump war 1999 gegen Abtreibung, 2000 dafür, seit 2012 wieder dagegen.

Der Waffennarr

Nachhaltigen Einfluss haben Präsidenten bei der Bundesrichter-Nominierung. Nach dem Tod von Antonin Scalia (†2016) hat der Supreme Court eine Vakanz. Republikaner wollen Obama daran hindern, diese vor ­seinem Abgang im Januar zu besetzen. Trump hat bisher nur gesagt, er würde eine Person nominieren, die das Recht auf Waffentragen schützt – und einen Abtreibungsgegner.

Publiziert am 25.02.2016 | Aktualisiert am 08.03.2016
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Chaos bei Republikanern in Nevada Trump gewinnt Skandal-Wahl!

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13 Kommentare
  • Alexandra  Weber aus Kloten
    25.02.2016
    Trump ist gut - Trump for USA-President. Er ist klar, er ist mündig und er räumt mit dem langweiligen und immer dümmeren längst festgefahrenen und korrupten Establishment mal auf - bringt neuen Wind ins Land und in die Welt.
    ewz
  • Klaus  Müller 25.02.2016
    Bitte Liste noch ergänzen: Trump ist gegen militärische Abenteuer und amerikanische Soldaten, die am anderen Ende der Welt für billiges Öl sterben. Er denkt weniger strategisch und steht darum auch nicht in ewiger Treue an der Seite der Kriegstreiber Türkei und Saudi Arabien, nur um dort Militärstützpunkte zu haben.
  • Ines Maria  Giezendanner aus Viganello
    25.02.2016
    Wenn dieser Mann ins weisse Haus kommt, dürfte der dritte_und vermutlich letzte_Weltkrieg gesichert sein. Der ist vom Grössenwahn und innerem Hass besessen, dass ihm jedes Mittel recht ist, seine Macht zu zeigen_was von den übrigen Grossmächten wohl kaum akzeptiert werden würde. Hoffentlich landet er vorher noch im Gefängnis oder in der Psychiatrie, bevor er die Welt ins Elend stürzen kann !
    • Marion   Jost aus Schönenwerd
      25.02.2016
      Genau das habe ich auch schon gesagt.... dieser Mann hat soviel politisches Feingefühl wie ein Tsunami! Der tritt Putin mächtig auf den Schlips und dann kracht es!! Und wir im kleinen Europa sitzen mitten drin! Trump würde Armageddon auslösen!
    • Niko  Cord 26.02.2016
      Diese Beschreibung passt perfekt zu Hillary Clinton, aber ganz und gar nicht zu Trump.
  • Niko  Cord 25.02.2016
    Trumps Ansichten klingen eigentlich ganz vernünftig. Er wäre wohl die beste Wahl für das heutige Amerika. Seine Positionen mögen extrem sein, aber irgendwoh muss man mal etwas wagen um etwas zum guten zu ändern. Was ihn auch interessant macht ist, dass er nicht aus dem Etablissment kommt. Auch scheint er der einzige zu sein der einsieht dass man in manchen internationalen Anliegen auch mit Russland zusammenarbeiten muss um eine Lösung zu finden.
  • Markus  Immer aus Anse aux Pins
    25.02.2016
    Trumps Linie ist alles andere als WIRR!! Die jetzige Politik von Obama ist wirr ja "insane" und läuft völlig aus dem Ruder!