Ringier-Publizist Hannes Britschgi verbrachte die Nacht vor dem TV. Er hat sich das 1. TV-Duell von Barack Obama und Mitt Romney ganz genau angesehen.
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Barack Obama war zu wenig bissig. (imago stock&people)
Barack Obama hat ein umwerfendes Lachen. Aber das genügt natürlich nicht. Er muss seine Beisserchen auch auf der anderen Seite der Skala einsetzen. Zubeissen, sodass es wehtut.
Obama kann seinen Herausforderer Mitt Romney nicht einfach weglachen. Besonders dann nicht, wenn der Republikaner mit seiner Amtszeit brutal abrechnet und ihn als Jobkiller brandmarkt.
Der schmallippige Romney kann im Wettlachen nicht mithalten. Aber als Debattierer war er heute Nacht stark, aggressiv und trittfest.
Er schaute beim Argumentieren dem Präsidenten direkt in die Augen und ging ihm verbal heftig an die Wäsche. Er machte klar: Ich will den Job. Ich kann es besser. Ich habe es in Massachusetts bewiesen.
Barack Obama vermied zu oft den Augenkontakt und wirkte ausweichend. Lieber wandte er sich an die Zuschauer. Schaute mir direkt in die Augen. Das war eine gute Masche, aber dann formulierte er so zögerlich, dass es einen mehr irritierte als überzeugte. Da war kein Feuer. Nur kühle Analyse. Es dozierte Mister Detail.
Und Obama war sich zu fein, dem Gegner auch mal eine reinzufedern. Von mir aus mit der sanften Gewalt des besseren Arguments. Nur mit der Methode «den ignoriere ich nicht mal» kommt Obama nicht durch.
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