Prominente Aktivistin behauptet «Davos ist schuld an Trump»

Jedes Jahr trifft sich die Welt-Elite am WEF in Davos. Sie ist schuld am Wahlsieg von Trump, findet die kanadische Aktivistin Naomi Klein.

Der Mann mit den zwei Gesichtern: Trump ist zwar Milliardär - gehört für sein Wahlvolk aber nicht zum Establishment. play

Der Mann mit den zwei Gesichtern: Trump ist zwar Milliardär - gehört für sein Wahlvolk aber nicht zum Establishment.

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Wie konnte einer wie Donald Trump bloss US-Präsident werden? Die Suche nach einem Schuldigen läuft auf Hochtouren: FBI-Direktor James Comey und Wikileaks werden für das schlechte Abschneiden Hillary Clintons verantwortlich gemacht. Ja sogar Russland soll die Finger im Spiel gehabt haben. Und die Medien. Sie hätten Trump eine Plattform geboten und Hillary vernachlässigt.

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Globalisierungsgegnerin: Naomi Klein.

Doch Trump hat offensichtlich einiges besser gemacht als seine Rivalin. Er hat verstanden, wo der Bevölkerung der Schuh drückt. Er hat verstanden, dass die Menschen die Nase voll haben vom Establishment, das von Hillary verkörpert wurde. Die kanadische Aktivistin und Globalisierungskritikerin Naomi Klein schreibt im britischen «Guardian», es sei der Aufstieg der Davos-Elite gewesen, der Amerikas Schicksal besiegelte.

«Die Clintons schmissen die Party»

In Davos treffen sich alljährlich die Reichen und Mächtigen der Welt zum World Economic Forum (WEF), um über die Probleme der Welt zu diskutieren und nach Lösungen zu suchen. Hillary und ihr Mann, Ex-Präsident Bill Clinton, waren mehrmals Gäste. «Eigentlich haben sogar sie die Party geschmissen.»

Mit anderen Worten: Schuld an Trumps Wahlsieg ist, dass die Linken keine Linken mehr sind. Schuld ist der Neoliberalismus, für den Hillary einstand. Die Entscheidung der Demokraten, diese Weltsicht gegen Trumps Extremismus ins Rennen zu schicken.

Ein anderer Geschäftsmann

Trump ist zwar Geschäftsmann und Milliardär. Aber Trump ist anders. Ein Self-Made-Mann. Der Republikaner poltert gegen das Establishment, die amerikanische Oberschicht, die gut mit den Clintons vernetzt ist und offenbar von vielen Amerikanern als abgehoben und nicht vertrauenswürdig wahrgenommen wird.

Pisten-First-Lady: Hillary Clinton in Davos (1998). play
Pisten-First-Lady: Hillary Clinton in Davos (1998). Reuters

Trump verspricht, dem Ausverkauf von Arbeitsplätzen an Billiglohnländer Einhalt zu gebieten, sich um Kriegsveteranen zu kümmern. Einer interventionistischen Politik, sich in die Angelegenheiten anderer Länder einzumischen, erteilt er eine Absage. Amerika zuerst! Das wollten die Amerikaner hören.

Unter der neoliberalen Politik der Deregulierung, der Privatisierung und des Sparens hätten viele Menschen eine Verschlechterung ihrer Lebensqualität hinnehmen müssen, schreibt Klein weiter. Auf der anderen Seite hätten sie diesen Aufstieg der Davos-Elite gesehen – ein hyper-vernetzter Klüngel aus Bank- und Tech-Milliardären und gewählten Politikern. «In ihren Herzen wissen die Menschen, dass diese Anhäufung von Reichtum und Macht irgendwie direkt etwas mit ihren wachsenden Schulden und ihrer wachsenden Machtlosigkeit zu tun hat.» Klein: «Donald Trump spricht diesen Schmerz ohne Umschweife an.» (noo)

Publiziert am 10.11.2016 | Aktualisiert am 12.11.2016
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31 Kommentare
  • Ronald  Schmid aus Miami
    10.11.2016
    Sie koennte Recht haben. Dieses selbsternannte "Goetter" Treffen in Davos nervt schon lange.
  • Büezer  vom Bodensee 10.11.2016
    HC und die abtretende Regierung hat mit ihrer imperialistischen Politik und den Stellvertreterkriegen im nahen Osten, Europa viele Probleme gemacht und das absolute Kaos produziert. Wäre HC gewählt worden ja dann gute Nacht. DT ist politisch nicht einzuschätzen. Er soll sich, wie er sagt, auf sein (Entwicklungs)Land konzentrieren. Da hat er in seiner Amtszeit genug zu tun. Keiner weiss wie es kommt. Schlimmer kann es nicht werden. Er ist demokratisch gewählt das ist zu akzeptieren.
  • Alexander  Schmieden aus Muri
    10.11.2016
    Man wird sehen, ob sich der neue Mr. President tatsächlich um strukturschwache Regionen, Veteranen u.v.m. kümmert bzw. investiert.
    Investitionen müssen ja auch wieder "rein geholt" werden.
    Ich habe da so meine Zweifel. Die Trump-Wähler haben für meine Begriffe das politische Establishment gegen das kapitalistische Establishment eingetauscht. (Siehe Trumps Kabinett - alles Bonzen mit Macht und Einfluss ! )
    Was ist nun besser für den "kleinen Mann" ?
  • Peter  Stierli aus Geroldswil
    10.11.2016
    «Davos ist schuld an Trump» Wer wäre wohl schuldig, wenn Frau Clinton gewählt worden wäre liebe Frau Naomi Klein?
  • Jürg  Brechbühl aus Eggiwil
    10.11.2016
    Die Linken sind keine Linken mehr... steht im Artikel. Sie will sagen, es gibt ein herziges, gut vernetztes, immer selbstsicheres, wohlanständiges, politisch korrektes establishment, das dem gemeinen Pöbel vorsagen will, wie er zu reden und zu denken hat. Das hier ist die Quittung.