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Als Beweis haben die Hacker einen Auszug von Palins Mail-Liste veröffentlicht. Dazu waren auch Familienphotos und die gesamte Kontaktliste von Sarah Palin heruntergeladen worden. Unter anderem mit der Mailadresse ihrer gesamten Familie und hohen Politikern von Alaska.
Die republikanische Kandidatin für den Posten des Vizepräsidenten und ihr Wahlteam bezeichnen den virtuellen Einbruch als eine «schockierende Invasion der Privatsphäre der Gouverneurin». Eine Strafuntersuchung sei eingeleitet worden.
Nicht, dass der Inhalt der Mails besonders Brisantes enthüllt hätte – doch die Praxis, dass die Gouverneurin offenbar auch Regierungsgeschäfte über einen privaten Mail-Account erledigt hat, sorgt in den USA für Wirbel.
Schon die Bush-Administration hatte staatliche Angelegenheiten über Privatmails abgewickelt. Angeblich, um mögliche spätere Untersuchungen umgehen zu können. «Mails, in denen es um öffentliche Geschäfte geht, müssen über öffentliche Accounts laufen, damit sie später ins Archiv abgelegt und bei Bedarf wieder hervorgeholt werden können», erklärt Bürgerrechtler Charles Davis.
Dazu kommt: Sarah Palin müsste es besser wissen. Immerhin war sie wegen der Vermischung von Geschäftlichen mit Privaten nicht nur als Gouverneurin, sondern bereits als Bürgermeisterin von Wasilla unter Beschuss gekommen.
In privaten Mails hatte sie etwa ihren Angestellten geschrieben, dass diese ihre Zustimmung bräuchten, wenn sie mit der Presse reden wollten. Und als Gouverneurin von Alaska erledigte Palin die Ausschreibung für ein Ölpipeline-Geschäft offenbar auch über ihre Privat-Korrespondenz, so dass das Geschäft schliesslich ganz und gar nicht so transparent ablief, wie Palin es bei ihrem Amtsantritt angekündigt hatte.
«Interviews zeigen, dass Frau Palin immer eine Administration führte, die ganz und gar auf Loyalitäten und Geheimniskrämerei setzte», schrieb die renommierte «New York Post» unlängst. Der Hacker-Angriff und die offengelegten Mails scheint der Zeitung recht zu geben.
Palins öffentliche Erklärung zur geplanten McCain/Palin-Administration – «Wir werden alles transparenter machen und attraktiver für jene gestalten, die dienen wollen» – erscheint jetzt umso fadenscheiniger. (gux)
play
Auszug aus der Adressliste: Hier finden sich die Mailadressen von Familienmitgliedern und Politikern. (Screenshot Gawker.com)