WASHINGTON – Nach einem Tag des Jubels, der Partys und Bälle bis spät in die Nacht nimmt der neue US-Präsident Barack Obama heute Mittwoch seine Arbeit im Weissen Haus mit einem vollen Terminkalender auf.
«Heute feiern wir, morgen fängt die Arbeit an», sagte Obama auf einem Ball für Militärangehörige am Abend in Washington. Es war eine von insgesamt zehn verschiedenen offiziellen Tanzveranstaltungen, die der Präsident und First Lady Michelle Obama in einer weissen Chiffon-Robe zum Abschluss der Vereidigungsfeierlichkeiten besuchten. Sie blieben jeweils nur für kurze Zeit. Als erste offizielle Amtshandlung hatte Obama bereits gestern alle noch nicht rechtskräftigen Verfügungen seines Vorgängers George W. Bush blockiert und eine Überprüfung angeordnet. Dazu veröffentlichte sein Stabchef im Weissen Haus, Rahm Emanuel, seinen ersten Erlass.Heute Morgen will Obama am Morgen an einer Andacht in der Nationalen Kathedrale in Washington teilnehmen. Dann will er bei einem Treffen mit seinen wirtschaftlichen Spitzenberatern die Arbeiten an einem massiven Konjunkturprogramm vorantreiben. Ausserdem plant Obama bereits am ersten Tag ein Gespräch mit seinem Sicherheitsteam und führenden Militärvertretern über die Einleitung des von ihm versprochenen Truppenabzugs aus dem Irak auf. Bereits für heute werden mehrere wichtige Präsidenten-Verordnungen erwartet, allem voran eine Anweisung Obamas zur raschen Schliessung des umstrittenen US-Gefangenenlagers Guantánamo Bay auf Kuba. Nach Angaben des Senders CNN hat Obama noch am Dienstag einen Stopp aller Terrorismus-Verfahren im umstrittenen Gefangenenlager Guantánamo Bay auf Kuba angeordnet. Nach Angaben von Mitarbeitern wollte Obama zudem bereits am ersten vollen Tag im Amt den früheren Senator George Mitchell zum Nahost-Sonderbeauftragten ernennen, einen Mann, der sich in der Vergangenheit als Vermittler im Nordirland-Konflikt einen Namen gemacht hat.Insgesamt hatte der Dienstag jedoch ganz im Zeichen der Feiern anlässlich de Amtsübernahme des ersten schwarzen Präsidenten in der US-Geschichte gestanden. Zunächst hatten Hunderttausende Menschen trotz klirrender Kälte Obamas Vereidigung auf dem Westbalkon des Kapitols im Freien verfolgt, dann säumte eine riesige Menschenmenge die Pennsylvania Avenue, um die traditionelle Vereidigungsparade zu sehen.Mehr als 10 000 Vertreter von fast 100 verschiedenen Organisationen und gesellschaftlichen Gruppen marschierten vom Kapitol aus die Strasse entlang, an der das Weisse Haus liegt. (SDA/snx)