Obama: Kokain und Sex mit Schwulen?

  • Publiziert: 20.06.2008, Aktualisiert: 02.01.2012

WASHINGTON – Er heisst Larry Sinclair. Er ist schwul, kriminell, nimmt Drogen und behauptet mit «Mr. Obama» Sex gehabt zu haben. Jetzt sitzt er im Knast.

Barack Obama: Saubermann und Hoffnungsträger der amerikanischen Demokraten. Der Wahlkampf zieht an – und Obama kriegt die volle Ladung der Schlammschlacht ab: So soll der charismatische Senator nicht nur Kokain konsumiert haben, sondern in einer Limousine auch Sex mit einem Mann gehabt haben!

Das behauptet jedenfalls Larry Sinclair. In einem Youtube-Video schwört Sinclair, Barack Obama 1999 in einer Schwulenbar getroffen und später mit ihm in einer Limousine Kokain konsumiert zu haben. Dann sei es zur Sache gegangen: «Ich hatte Oral-Sex mit Mr. Obama!»

Ein starkes Stück! Doch Sinclairs Rechung ging nicht auf. Der Skandal blieb aus. Trotzdem gibt Sinclair nicht auf: Diese Woche lud er alle namhaften Blätter des Landes ein und erzählte seine Geschichte erneut. Er werde «trotz Todesdrohungen» Beweise für das Stelldichein mit dem Präsidentschaftskandidaten präsentieren, verkündete Sinclair.

An die Journalisten gewandt sagte er: «Ich erwarte, dass Sie ihren Job machen und die Fakten herausfinden.» Er selbst trug zur Aufklärung allerdings wenig bei. Die sogenannten «Beweise» für das Treffen in der Schwulenbar waren lediglich ein paar wenig aussagende Telefonnummern.

Licht in die Sache zu bringen, das können sich die Journalisten letzten Endes aber sparen. Es kam heraus, was viele schon vermutet hatten: Sinclair ist ein Hochstapler. Unmittelbar nach der Pressekonferenz wurde Sinclair verhaftet. Wegen Diebstahls und Scheckfälschung.

Barack Obama kann über den Ausgang dieser Geschichte nur froh sein – schliesslich hat er alle Hände voll zu tun, um kleinere Zwischenfälle nicht zu einem echten Skandal auswachsen zu lassen (siehe Box). (gux/num)

John Edwards statt Hillary?

Nicht die ausgeschiedene Kandidatin Hillary Clinton ist im Rennen um den möglichen Platz als Vizepräsident neben Barack Obama, sondern ein alter Bekannter: John Edwards, selber demokratischer Präsidentschafts-Kandidat. Dies erzählte eine Kongressangehörige einen Tag nach einem Treffen mit dem Team von Barack Obama.

Obama entschuldigt sich

WASHINGTON – Nicht nur mit Sinclairs Vorwürfen hat Barack Obama zu kämpfen. Empörte Stimmen wurde laut, als bekannt wurde, dass zwei muslimische Frauen wegen ihren islamischen Kopftüchern nicht mit ihm auf ein Foto durften. Dafür entschuldigte sich Obama nun persönlich bei den beiden Frauen. Er machte Wahlkampfhelfer für den Vorfall während einer Veranstaltung in Detroit verantwortlich und missbilligte ihr Vorgehen. Dieses sei «nicht hinnehmbar» und entspreche in keiner Weise seiner Politik. (SDA)

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