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Das Lächeln ist gespielt – McCain und Palin haben kaum noch eine Chance. (AP)
Manchmal bringt eine einzige Zahl einen aussichtsreichen Kandidaten ins Straucheln. Im Fall von John McCain (72) war es sein 1200 Seiten starkes Gesundheitsdossier.
Darin sind nicht nur die Folgen der Folter beschrieben, die McCain vor 40 Jahren während seiner Kriegsgefangenschaft in Nordvietnam erlitt. Dort steht auch alles über den bösartigen Hautkrebs, wegen dem er schon viermal operiert werden musste.
Im Frühling hatten ausgesuchte Journalisten einen flüchtigen Blick in die Akte werfen dürfen. Seither bleibt der Report unter Verschluss. Unter Ärzten wie in der Öffentlichkeit wuchsen die Zweifel, ob McCain gesund genug ist für die Strapazen des höchsten Staatsamts als mächtigster Mann der Welt.
Die Frage ist wichtig. Denn fällt McCain aus, zieht Sarah Palin (44) ins Weisse Haus.
Deren Problem ist die Zahl 155000: Etwa so viele Dollar gab die Republikanische Partei in den Boutiquen der New Yorker Fifth Avenue für Palins Garderobe aus. Seit dieser Kassenzettel bekannt wurde, stürzt Palins Popularitätskurve in den Keller.
In Erklärungsnot ist die republikanische Gouverneurin von Alaska auch wegen der Reisen ihrer vier Töchter. Sie durften ihre Mutter immer wieder zu öffentlichen Auftritten begleiten, damit diese ihre Familie bei sich hatte. Dass Palin die Staatskasse von Alaska mit diesen Spesen belastete, hat ihr Image als politische Sauberfrau endgültig ramponiert.
Diese und viele andere offene Fragen haben McCain und Palin inzwischen zum Risiko-Ticket für die Republikaner gemacht. Weil kaum einer noch an den Wahlsieg glaubt, haben sich die «Parteifreunde», die am 4. November um ihren Sitz im Kongress oder Senat kämpfen, von den Kandidaten abgewandt. Für sie geht es ums eigene politische Überleben. Ihre Botschaft an die Wähler: Nur mit euch können wir noch verhindern, dass die Demokraten das Weisse Haus und beide Kammern des Parlaments erobern. Dieses Argument wenigstens könnte die Amerikaner überzeugen. Denn nach acht Jahren Bush wollen sie eines nicht mehr: alle politische Macht in Washington auf eine Partei konzentrieren.