Trump stellt im dritten TV-Duell die Wahlen in Frage «Donald beschmutzt unsere Demokratie»

Hillary Clinton gewann dieses Duell deutlicher als die beiden vorherigen Debatten. Sie sprach weit klarer als er, es unterliefen ihr keine Fehler. Donald Trump war nicht in der Lage, die Kritik an ihr anzubringen. Der Republikaner machte deutlich, dass er den Ausgang der Wahlen wohl nicht akzeptieren wird und betonte, diese Wahlen seien ein Betrug.

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Donald Trump hat ersten Blitz-Umfragen zufolge auch die dritte und letzte TV-Debatte des US-Wahlkampfes 2016 gegen seine Konkurrentin Hillary Clinton verloren. Den Republikaner sahen nach einer Umfrage im Auftrag des Senders CNN nur 39 Prozent der Befragten vorn, Clinton dagegen 52 Prozent.Das Meinungsforschungsinstitut YouGov, das mehr als 1500 Zuschauer des TV-Duells in Las Vegas befragte, erklärte Clinton mit 49 Prozent ebenfalls zur Siegerin. Trump kam auch in dieser Erhebung nur auf 39 Prozent.

Waffenrecht bietet Diskussionsstoff

«Welche Art von Land wollen wir sein», sagte Hillary Clinton zu Beginn des TV-Duells mit ihrem republikanischen Kontrahenten Donald Trump in Las Vegas. Sie machte deutlich, sie wolle im Falle ihrer Wahl nicht das verfassungsmässige Recht der Amerikaner auf Waffenbesitz abschaffen. Es müssten aber Schlupflöcher in der Gesetzgebung geschlossen werden.

Trump beschwor zum Beginn der Debatte die Bedeutung des Zweiten Verfassungszusatzes, der das Recht auf das Tragen einer Waffe regelt. Er kritisierte die Supreme-Court-Richterin Ruth Bader Ginsburg, die ihn in Interviews als einen Blender bezeichnet hatte. Später bereute sie ihre Bemerkungen. Entschuldigt hat sie sich jedoch nicht.

«Man kann kein Baby im neunten Monat rausreissen»

Beim Thema Abtreibung gerieten die beiden Kandidaten heftig aneinander. «Frauen sollten die Entscheidung über ihre Gesundheit selbst treffen können», sagte Clinton. Zu viele US-Bundesstaaten bauten Hürden für Frauen auf. Abtreibungskliniken würden etwa die Zuschüsse gestrichen.

Trump sprach sich dagegen klar gegen Abtreibung aus. «Man kann ein Baby im neunten Schwangerschaftsmonat aus der Gebärmutter seiner Mutter reissen - das ist für mich nicht in Ordnung.» Er sagte, er wolle das Urteil Roe vs. Wade aufheben lassen, was bedeuten würde, dass die Bundesstaaten und nicht der Bund über das Recht auf Abtreibung entscheiden würde.

«Niemand hat mehr Respekt für Frauen als ich»

Als Trump mit den Sexismus-Vorwürfen konfrontiert wurde, behauptete er: «Die Frauen kamen aus dem Clinton-Camp. Ich habe mich nicht einmal entschuldigt bei meiner Frau, ich kenne diese Frauen nicht.» Sie würden nur 15 Minuten Ruhm wollen. «Das sind alles Lügen und Fiction!» Und weiter beteuerte der Republikaner: «Niemand hat mehr Respekt für Frauen als ich. Niemand.»

Clinton wurde zu ihrem Mann gefragt, doch sie hat es geschafft, der Frage komplett auszuweichen.

«Wir brauchen diese Mauer»

Der republikanische Präsidentschaftskandidat wiederholte seine Forderung nach einer Mauer an der Grenze zu Mexiko. «Wir brauchen sichere Grenzen», sagte er am Mittwochabend (Ortszeit) bei der dritten TV-Debatte in Las Vegas. «Wir brauchen diese Mauer.» Er warf seiner Konkurrentin Hillary Clinton vor, eine Politik der offenen Grenzen zu verfolgen. Die Demokratin wies das zurück. «Wir werden sichere Grenzen haben», sagt sie. «Aber wir werden auch Reformen haben.»

Donald Trump forderte erneut Verbündete wie Deutschland sollten für den militärischen Schutz durch die USA bezahlen. Länder wie Deutschland oder Japan müssten ihren Anteil leisten. «Wir werden von allen auf der Welt abgezockt.» Eigentlich hatte ihm der Moderator Chris Wallace eine Frage zu seinen Wirtschaftsplänen gestellt. Trump wiederholte auch seine Behauptung, wonach die Nato die Strategie in Bezug auf Terrorismus geändert habe, nachdem er das Bündnis kritisiert hatte. Das entspricht nicht den Tatsachen.

Trump stellt sich auf die Seite von Putin

Hillary Clinton warf Trump vor, Spionage gegen das eigene Volk zu unterstützen. Es sei deutlich, dass die jüngsten Hackerangriffe, die zur Veröffentlichung von Datenmaterial auf der Enthüllungsplattform Wikileaks geführt haben, von höchsten russischen Regierungskreisen gesteuert worden seien, sagte Clinton. Trump habe sich wiederholt lobend über Russlands Präsidenten Wladimir Putin geäussert.

«Ich kenne Putin nicht», sagte Trump. «Er ist nicht mein bester Freund.» Es sei aber sicher förderlich, wenn die USA gut mit Russland auskämen. Putin habe keinen Respekt vor Clinton und auch nicht vor Präsident Barack Obama, sagte Trump. Es sei nicht erwiesen, dass die jüngsten Hackerangriffe von Russland aus gesteuert worden seien. Sie könnten auch aus China kommen oder anderswo initiiert worden sein.

Er betonte, diese Wahlen seien ein Betrug

«Du redest seit 30 Jahren, aber du kriegst nichts hin», sagte Trump weiter. «Wenn Du Präsidentin wirst, ist dieses Land im Chaos ... Du hast viel Erfahrung, aber es ist schlechte Erfahrung.» Clinton konterte: «Als ich im Situation Room sass und zusah wie Osama bin Laden unschädlich gemacht wurde, hast Du gerade die Fernsehshow Celebrity Apprentice moderiert».

Erschreckend: Donald Trump machte im dritten TV-Duell deutlich, dass er den Ausgang der Wahlen wohl nicht akzeptieren wird. Er betonte, diese Wahlen seien ein Betrug. Hillary Clinton dürfe nicht einmal antreten. Einmal fiel er ins Worte und bezeichnete Clinton als «scheussliche Frau.» Sie konterte: «Donald beschmutzt unsere Demokratie.» (sda/gru/stj)

Publiziert am 20.10.2016 | Aktualisiert am 06.11.2016
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23 Kommentare
  • Marcel  Frey 20.10.2016
    Die von Trump vorgebrachten Argumente bezüglich Wahlbetrug sind ja nichts neues und man hört dies nach allen US-Wahlen in den letzten Jahrzehnten. Die Demoktraten haben dies ja auch bei der Wahl von Bush Junior gesehen - als in Florida dank dem Bruder als Gouverneur die Zählung gegen Gore entschied. Ein unübersichtliches Wahlsystem mit Wahlmännern, Wählerlisten die manuell geführt werden und Lochkarten zum Zählen. In jedem anderen Land würde die UNO Wahlbetrug annehmen - bei der USA nicht.
    • Marion  Jost aus Schönenwerd
      20.10.2016
      Stimmt, wäre es nach effektiven Stimmen gegangen, wäre Gore Präsident geworden und dann hätten wir vielleicht 9/11 gar nicht gehabt....
  • Marion  Jost aus Schönenwerd
    20.10.2016
    Gibt es Leute die auf die total falsche Aussage wegen der Abtreibung im 9. Monat hereinfallen? Nicht mal in Amerika ist das legitim! Und im 9. Monat trägt man das Kind aus und gibt es zur Adoption frei! Und es ist immer noch die Entscheidung der Mutter! Wie doppelzüngig Trump ist merkt man doch daran dass er Frauen verurteilt die abtreiben, andererseits ist er aber für Waffenbesitz welcher in den letzten Jahren Kindern und Kleinkindern das Leben gekostet hat! Wer richtig hinhört, merkt es!
  • Orlando  Canetti 20.10.2016
    In den USA ist vieles möglich. So auch eine Kandidatur Trump. Man kann dies als sportliche Veranstaltung hinnehmen. Und trotzdem gibt es eine Grenze. Herr Trump hat die rote Linie mittlerweile massiv überschritten. Sein Stil und daherlavieren sind auf dem Niveau von Latrinengesprächen zu vorgerückter Stunde. Er hat weder Konzepte, noch Kompetenz dieses Land zu führen. Er lebt in einer alternativen Scheinwelt. Ein Präsident mit einem so sprunghaften Charakter wäre ein globales Sicherheitsrisiko.
  • Poco  Loco aus Innerschweiz
    20.10.2016
    Man muss den Text genau lesen dann sagt er viel aus, was vorallem für uns in Europa wichtig ist. Trump will eine normale Beziehung mit Russland, Clinton hingegen beschuldigt Russland Ihre Daten gehackt zu haben. Sie hat aber keine Beweise den Sie sagt nur es sei deutlich.Zum Thema Daten hacken ist es ziemlich merkwürdig das der Oberhackerstaat ,der sicher auch russische Daten hackt ,sogar das Telefon von Merkel abgehört hat und wahrscheinlich immer noch abhört sich aufregt.
  • Arthur  Nix 20.10.2016
    Schon wieder eine völlig uminterpretierte TrumpAussage von Blick.

    Er sagte wortwörtlich: Er behalte sich ein Urteil über die Wahlanerkennung bis nach der Wahl vor.
    Das ist doch nur vernünftig. Weshalb soll schon vorher etwas anerkannt werden, was noch gar nicht stattgefunden hat?

    Und wenn ich zwischen einem ClintonPitbull und einer AmericanTrumpet entscheiden müsste, würde ich lieber die Trumpet wählen.
    Mal sehen, obs der nicht doch besser kann.
    Der Pitbull hatte ja seit 30 Jahre lang Zeit!
    • jürg  frey aus teufen
      20.10.2016
      Das erste Statement tut nicht nur Blick, sondern die ganze Welt, ausser Russland schweigt dazu. Alle hoffen nur nicht Trump, sogar die Republikaner. Aber Russland ist und bleibt eben der Knackpunkt als Garant für Friede auf dieser Welt und so hoffe ich Clinton wird da etwas besser agieren als Obama.
    • Catrin  Candreia aus Pfäffikon
      20.10.2016
      Da wurde nichts uminterpretiert. Trump bereitet sich schon seit Wochen auf die Niederlage vor, und dazu gehört die Verschwörungstheorie von den manipulierten Wahlen. Als Narzisst durch und durch kann er sich eine Niederlage niemals eingestehen. Daran müssen die Anderen schuld sein. Alles ganz banal, kann man schon bei kleinen Kindern beobachten.
    • Werner  Klee aus Kindhausen
      20.10.2016
      Weshalb ein demokratisches Wahlergebnis anerkannt werden soll ?
      Einfache Antwort : wer ein demokratisches Wahlergebnis eventuell nicht anerkennen will und trotzdem zu dieser Wahl antritt, beweist damit, dass ihm die legitimen Interessen der Wähler völlig egal sind.
      Die Aussage Trumps ist daher alles andere als vernünftig !
    • Mike  Rich 20.10.2016
      Wenn man sieht, was das Establishment alles an der Öffentlichkeit vorbei manipuliert, trickst und betrügt , wäre es schon äusserst naiv, darauf zu vertrauen, dass das Wahlergebnis nicht manipuliert werden könnte. Eine Niederlage gegen Trump würde das Establishment ins Chaos und Elend stürzen. Es ist bedenklich, dass das Establishment nur seine Definition von Demokratie toleriert, nämlich die, die ihre Macht festigt. Aber sie versteht es, die Leute zu täuschen und in die Irre zu führen.
    • Daniel  Schlatter , via Facebook 20.10.2016
      Die Frage, die der Moderator stellte, lautete: werden Sie das Wahlergebnis akzeptieren?
      Das erste ist eine Grundsatzfrage, mithin zur Demokratie. Das offen zu lassen ist ein Schlag ins Gesicht eines jeden Demokraten. Er unterstellt der US-Demokratie Manipulation. Wie sie aus Entwicklungsländern bekannt ist. Aus sog. Bananenrepubliken. USA eine Bananenrepublik? Na Grüezi, die Amis dürften sich freuen...