Lincolns strenger Blick im Nacken

  • Publiziert: 19.01.2009, Aktualisiert: 03.01.2012

WASHINGTON – Mehrere hunderttausend Menschen haben gestern im Zentrum von Washington ein Fest der Vorfreude auf den US-Präsidenten Barack Obama gefeiert.

Die Menge versammelte sich zu dem zweieinhalbstündigen Spektakel «We Are One» am Lincoln Memorial. «Der wahre Charakter unserer Nation zeigt sich nicht in einfachen Zeiten, sondern darin, dass wir das Richtige tun, wenn die Zeiten hart sind», rief Barack Obama.

Der Demokrat Obama wird nach acht Jahren der Präsidentschaft des Republikaners George W. Bush von einer beispiellosen Welle der Sympathie und des Vertrauens getragen.

79 Prozent für Obama

Nach einer von der «New York Times» veröffentlichten Umfrage äusserten sich 79 Prozent «optimistisch für die vier Jahre die mit Barack Obama als Präsident bevorstehen» – ein Wert, der von keinem seiner vier Vorgänger beim Amtsantritt erreicht wurde.

Der von Obama als Präsidentensprecher ausgewählte Robert Gibbs kündigte im TV-Sender «Fox» an, Obamas Rede bei der Inaugurationsfeier am Dienstag werde im Zeichen der «Verantwortung» stehen.

«Im Laufe unserer Geschichte haben nur wenige Generationen solch grosse Herausforderungen annehmen müssen wie wir jetzt», sagte Obama bei der Veranstaltung am Lincoln Memorial. «Unsere Nation steht im Krieg. Unsere Wirtschaft ist in der Krise.» Er gebe nicht vor, dass es einfach sein werde, diese Herausforderungen zu meistern. «Es wird länger als einen Monat oder ein Jahr dauern, es werden bestimmt viele Jahre sein.»

Hochkarätiges Konzert

Pop-Grössen wie Bruce Springsteen, Sheryl Crow und Steve Wonder, U2, Beyonce, Jon Bon Jovi und Shakira gaben ein kostenloses Freiluftkonzert. Obama, seine Frau Michelle und die beiden Töchter Malia und Sasha sangen mit.

Die Musiker stimmten zum Teil patriotische Lieder an, neben Springsteen mit dem Song «This Land is Your Land» auch Beyoncé mit dem Schlusschor «America the Beautiful». Hollywood-Grössen wie Denzel Washington, Tom Hanks und Jamie Foxx lasen historische Texte.

Obama hatte in den vergangenen Tagen wiederholt deutlich gemacht, dass er sich in seiner Politik von dem früheren Präsidenten Abraham Lincoln inspirieren lässt. Am Wochenende reiste er mit einem Sonderzug von Philadelphia nach Washington und folgte dabei der Route, die 1861 von Lincoln ebenfalls zur Amtseinführung im Zug zurückgelegt worden war (Blick.ch berichtete). (SDA/gux)

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