Lieberman ist gar nicht lieb mit Obama

  • Publiziert: 03.09.2008, Aktualisiert: 03.01.2012

ST. PAUL – Demokrat hilft Demokrat. So sollte es sein. Nicht so beim früheren US-Vizepräsidentschaftskandidaten Joseph Lieberman.

Er trat bei den Republikanern auf. Und überraschte: Denn Joseph Lieberman lobte dort nicht etwa Barack Obama. Nein, der frühere demokratische US-Vizepräsidentschaftskandidat übte scharfe Kritik an Obama. Der Demokrat verfolge eine Irak-Politik, die ein siegreiches Ende des Einsatzes unmöglich mache.

Das sagte der Senator gestern Abend (Ortszeit) vor den republikanischen Delegierten in St. Paul im Bundesstaat Minnesota. «Gerade in Kriegszeiten brauchen wir einen Präsidenten, der für das Land kämpft – nicht, wenn es einfach ist, sondern wenn es schwer ist», sagte Lieberman.

«Als andere geschlagen das Schlachtfeld verlassen wollten, als Barack Obama gegen die Finanzierung für unsere Truppen im Feld gestimmt hatte, bewies John McCain den Mut, sich gegen die Woge der öffentlichen Meinung zu stellen», so Lieberman.

Und dann legte Lieberman so richtig los: «Ich bin hier, um John McCain zu unterstützen – weil das Land wichtiger ist als die Partei.» McCain sei «die beste Wahl, um unser Land zusammenzubringen und in die Zukunft zu führen», fuhr Lieberman fort.

Lieberman wurde 1988 für die Demokraten in den US-Senat gewählt. Im Jahr 2000 kandidierte er an der Seite von Al Gore für das Amt des Vizepräsidenten. Vor zwei Jahren kam es im Streit um die Bewertung des Irak-Einsatzes zum Bruch mit seiner Partei.

Die Demokraten in Connecticut stellten ihn wegen seiner Unterstützung für den Einsatz nicht mehr als Kandidaten für den Senat auf. Lieberman trat dann aber als unabhängiger Kandidat an und gewann.

Im Senat arbeitet er als unabhängiger Demokrat in der demokratischen Mehrheitsfraktion mit. Aus Ärger über seine Unterstützung für McCain mehrten sich in letzter Zeit die Forderungen, den 66-Jährigen auszuschliessen. (SDA/spj)

play Lieberman verlässt das Podium der Republikaner. (AP)

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