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Bereits im Mai liess der Präsidentschaftskandidat der Republikaner ärztliche Gutachten über seinen Gesundheitszustand veröffentlichen (siehe Box). Diese sollten zeigen, dass der mittlerweile 72-Jährige fit genug für das Präsidentenamt sei.
Dennoch konnten einige Zweifel nicht ausgeräumt werden: Die «New York Times» hatte einen beunruhigenden Bericht zweier Pathologen gefunden: Dieser geht im Zusammenhang mit einer Hautkrebsoperation von zwei Melanomen aus. Wenn das zweite Melanom eine Metastase des anderen gewesen ist, spricht das für ein höheres Risiko für eine weitere Krebserkrankung.
Immerhin hatte John McCain «jede Form von Hautkrebs, die man sich vorstellen kann», wie Dr. Nancy Snyderman, die Wissenschafts-Chefredaktorin von «NBC», unlängst erklärte.
Und so überrascht es nicht, dass das Thema nicht vom Tisch ist – umso weniger, seit Sarah Palin als Vizepräsidentin der Republikaner ins Rennen stieg. Jetzt wollen immer mehr Menschen wissen: Hält der 72-Jährige eine Amtszeit als Präsident auch wirklich durch? Oder wird schliesslich Sarah Palin das Zepter des Landes in der Hand halten?
Die Aktivisten-Gruppe «BraveNewFilms» fordert nun zusammen mit rund 6000 Ärzten, dass die Akten über den Gesundheitszustand McCains veröffentlicht werden. Dr. Michael D. Fratkin unterstützt dies nachdrücklich: «Jeder Kandidat für ein höhere politisches Amt muss den Wählern glaubhaft versichern können, dass sein Gesundheitszustand den Anforderungen des Jobs genügt.»
In den USA erkranken jedes Jahr 63000 Menschen an einem bösartigen Melanom. 8000 sterben daran. Ärzten zufolge gibt es eine 66-prozentige Chance, dass der Hautkrebs nach zehn Jahren wieder kommt. Und: Generell steigt das Krebsrisiko mit dem Alter.
Dr. Fratkin gibt jedenfalls zu bedenken: «Falls McCain im Verlauf der nächsten Jahre einen Rückfall haben sollte, werden die lebensverlängernden Behandlungen so schwierig und so toxisch sein, dass McCain weder qualifiziert noch fähig wäre, der Verantwortung eines so hohen Amtes nachzukommen.».
Dr. Noah Craft, ebenfalls Mediziner meint: «Das Militär durchleuchtet die Gesundheit und die medizinischen Unterlagen seiner Bewerber sehr genau. Immerhin will man im Flugzeug nicht heraus finden, dass der Pilot an Epilepsie und Anfällen leidet. Entsprechend wollen wir auch nicht mitten in einer Präsidentschaft heraus finden, dass der Präsident an Hautkrebs sterben wird.»
In einem offenen Brief haben sich bis jetzt 44721 Menschen an John McCain und sein Wahlkampfteam gewandt, die Gesundheitsakten freizugeben.(gux)
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John McCain (72) ist der älteste Präsidentschaftskandidat in der Geschichte der USA. (AP)