In Mexiko weichgespült, in Arizona beinhart Die zwei Gesichter des Donald Trump

Der republikanische Präsidentschaftskandidat vollführt einen Eiertanz um seine Einwanderungspolitik.

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Donald Trump (70) hat ein Problem. Der Republikaner ist Präsidentschaftskandidat – dank eines Versprechens, das er nicht halten kann und Stimmen kostet.

Er versprach, eine Mauer entlang der 3210 Kilometer langen amerikanisch-mexikanischen Grenze zu errichten. Illegale Zuwanderer soll sie abhalten. Und er versprach, die schätzungsweise elf Millionen Menschen aus den USA zu schaffen, die sich derzeit ohne Bewilligung im Land aufhalten sollen.

Politisch, weiss Trump, lässt sich die Mauer aber nicht errichten. Sie brächte wenig. Denn sie liesse sich mit Schaufeln untertunneln und mit Flugzeugen überwinden. Zudem sorgt die Idee weltweit für Kopfschütteln.

Unmöglich wäre auch die Ausschaffung von elf Millionen Menschen. Zumal sie zuerst gefunden, dann verhaftet, schliesslich mit 36 000 Jumbo-Jets ausgeflogen werden müssten.

Wegen dieses Dilemmas vollführt Trump einen Tanz auf dem Hochseil. Abstürzen kann er jederzeit.
Krebst er bei der Einwanderung zurück, vergrämt er seine Stammwähler. Bleibt er stur, gewinnt er keine neuen Wähler. Die aber braucht er dringend, um den Rückstand auf Konkurrentin Hillary Clinton (68) aufzuholen.

Am selben Tag zeigt er deshalb zuweilen zwei Gesichter, wie vorgestern Mittwoch. Tagsüber besuchte Trump den mexikanischen Präsidenten Peña Nieto (50), gab weltgewandt den Diplomaten. «Ich werde mich mit Mexiko absprechen», so Trump. Gemeinsam würden sie die Grenze stärken. Es sei ein «exzellentes Treffen gewesen», so der New Yorker. «Zusammen mit Präsident Nieto werde ich alle Probleme lösen.»

Von Mexico City flog er weiter nach Phoenix, der grössten Stadt in Arizona – und hielt vor Dutzenden Sternenbannern und Tausenden von Anhängern eine Brandrede. «Seid ihr bereit?», rief Trump in die Menge. Die Leute johlten. «Wir werden eine grandiose Mauer bauen entlang unserer südlichen Grenze.» Frenetischer Applaus. «Und Mexiko wird dafür bezahlen, zu 100 Prozent.» Das wüssten die Mexikaner zwar noch nicht, fiel er Nieto in den Rücken.

Am ersten Tag seiner Amtszeit beginne der Bau der Mauer. Sie werde «undurchdringbar, mächtig, schön, hoch» sein.

Verlierer des kuriosen Tages: der vorgeführte Präsident Mexikos. Es sei «ein historischer Fehler» gewesen, Trump überhaupt einzuladen, so der mexikanische Historiker Enrique Krauze (68) gestern bei einem TV-Auftritt. «Tyrannen umarmt man nicht, man greift sie an.»

Publiziert am 03.09.2016 | Aktualisiert am 08.09.2016
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7 Kommentare
  • Daniel  Schlatter , via Facebook 04.09.2016
    Die Amerikaner haben die Wahl. Wählen sie Clinton, erhalten sie möglicherweise eine schlechte Präsidentin. Wählen sie Trump...... Ich meine, die USA hatten in ihrer Geschichte schon einige schlechte Präsidenten. So what! Sie haben damit Erfahrung und sie alle überlebt. Mit einem wie Trump haben sie keine Erfahrung, und es ist daher nicht sicher, dass sie den überleben würden.
  • Rudolf  Kupper 03.09.2016
    Pest oder Cholera, Pech oder Schwefel, Hillary C. oder Trump. Demokratie ist wirklich eine transparente und für jedermann verständliche Staatsform. Kein Wunder sind die Iraki, Libyer etc. über denen diese Staatsform mit Bomben abgeworfen wurde, so begeistert davon. Und wie «undurchdringbar, mächtig, schön, hoch» Trumps neue Mauer sein wird, bitte, an der Grenze zwischen Israel und den besetzten Palästinensergebieten sieht mans doch bereits! O tempora!
  • Lucio Silva  Safnanno aus San Vito Lo Capo
    03.09.2016
    Ich hörte, Hillary wäre gesundheitlich nicht mehr gut unterwegs. Wäre es da nicht besser doch noch Donald Trump zu nehmen, bevor sie die Amtsperiode nicht durchsteht?
  • Thomas  Zürcher 03.09.2016
    Beide Kandidaten sind bei den Amerikanischen Wählern unbeliebt und von beiden weiss man nicht in welche Richtung sie die USA steuern werden.Es ist eine Hochrisiko Wahl die Auswirkungen auf die ganze Welt haben könnte.Ich beneide die Wähler nicht die zwischen Pest und Cholera entscheiden müssen.Sollte Trump gewählt werden wird auch ihn die politische Realität einholen . Adenauer hatte mal gesagt haben: "Was interessiert mich mein Geschwätz."
    • Sebastian  Beyeler aus Bern
      03.09.2016
      Da muss ich Ihnen widersprechen! Clinton steht zu einem grossen Teil für den Status quo, sie ist Teil des Establishments. Schlussendlich eine weitere Marionette... Deswegen ist sie unbeliebt. Trump, da geb ich Ihnen recht, ist vollkommen unberechenbar.
    • Silvio  Valentino aus Winterthur
      03.09.2016
      Mit Clinton wird die Nato-Osterweiterung voran getrieben und das Risiko eines 3. Weltkriegs wird real. Zur Zeit werden Hunderte Panzer und andere Rüstungsgüter in die baltischen Staaten, nach Polen und in die Ukraine verschoben. Dazu kommt ein Festhalten am Öl als Hauptenergiequelle, was uns weitere Flüchtlingsströme bescheren wird. Uns, nicht den Amis. Mit Trump wären die USA mindestens eine Zeitlang und mindestens teilweise mit sich selber beschäftigt. Aber letztlich ist es Pest statt Cholera.
    • Landre  Marb , via Facebook 03.09.2016
      Hr. Beyeler.
      Ohne auf irgend eine Art und Weise einen "verrückten" (oder unberechenbaren) Trump verteidigen zu wollen...was wäre dann der "Status quo"? Eine konfliktorientierte Osterweiterung der Nato? Ein erpresserisch aufgesetztes TTIP, etc.?
      Wer für uns europäischen Völker besser und somit nachhaltiger ist bleibt höchst fragwürdig. Darum sollten wir nun definitiv anfangen uns für unser Europa(!) stark zu machen...Alliierte und Freundschaft ok, veräppeln nein danke!