Hillary Clinton führt Donald Trump wie einen Schulbuben vor «Ich bin keine Marionette»

Auch die letzte TV-Debatte zwischen Donald Trump und Hillary Clinton geht mit Sieg nach Punkten an die Präsidentschafts-Kandidatin der Demokraten. Dabei hatte der Abend für Trump gut angefangen.

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Hillary Clinton (68) spricht über die Zukunft Amerikas. Just fällt ihr Donald Trump (70) ins Wort. «Sie ist eine scheussliche Frau». Clinton lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und redet einfach weiter.

Die Szene ist symptomatisch für das dritte TV-Duell, das in der Nacht auf Donnerstag in Las Vegas stattfand. Die Demokratin stellt ihrem republikanischen Widersacher eine Falle, er trappt rein.

Katz und Maus mit Donald

Clinton spielte in dieser letzten Debatte regelrecht Katz und Maus mit Trump. Wie der grosse Muhammad Ali einst boxte, tänzelt sie um ihn herum, wirft ein Argument nach dem anderen in den Ring – und schlägt dann zu, wenn seine Verteidigung offen ist.

Zuweilen hängt er in den Seilen, scheint so schwindelig, dass er nur noch unzusammenhängende Sätze aneinanderreihen kann.

Erwartete Aussagen

Der Ton des Duells ist etwas zivilisierter, da es um sechs konkrete Themen geht. Bei den meisten fallen erwartete Aussagen. Clinton will die Steuern der Reichen erhöhen, Trump sie senken. Trump will Bundesrichter, die Abtreibung verbieten und das Recht auf Waffen schützen. Clinton will Richter, die für das Recht auf Abtreibung einstehen.Trump will elf Millionen Menschen deportieren. Clinton machte deutlich: Das ist unmöglich.

Beeindruckend der Schlagabtausch, wer von beiden der bessere Präsident sein werde. Trump sieht sich gezwungen, auf seine frauenfeindlichen Aussagen einzugehen. «Das sind alles Lügen, das ist alles Fiktion.» Clinton hingegen wischt alles unter den Teppich. Nur am Rande geht es um den privaten Server, über den sie ihre Mails abwickelte. Die Affären von Bill Clinton (70)? Ist nur in der Frage des Moderators ein Thema. Sie geht nicht einmal darauf ein.

3. TV-Duell: Hillary Clinton spielt Katz und Maus mit Donald Trump play
«Ich bin keine Marionette, sondern du!» Trump kontert Clintons Angriff auf Kindergarten-Niveau. Reuters
Trump will Resultat nicht akzeptieren

Die Schlagzeile der Debatte lieferte Trump: Er signalisierte, diese Wahlen seien gefälscht. Er könne nicht garantieren, dass er das Resultat akzeptieren wird. Clintons Antwort: «Er beschmutzt die Demokratie!»

Clinton wirkt staatsmännisch, selbstsicher, perfekt gestylt. Trump hingegen aufgekratzt und nervös, zuweilen wie ein Schuljunge, der nicht erhält, was er will.

Die Highlights des 3. TV-Duells

Das macht Schlagzeilen. Trump lässt offen, ob er den Ausgang der Wahlen annehmen wird.

Handschlag. Gibt es zwischen den beiden Kandidaten an diesem Abend keinen.

Trump zieht Diktatoren dem US-Präsidenten vor. «Putin und Assad sind schlauer und stärker als Barack Obama»

Der lustigste Satz von Clinton. «Als ich Osama bin Laden jagte, war er Moderator bei ‹Celebrity Apprentice›.»

Marionetten-Schlagabtausch. Trump: «Putin will dich nicht im Weissen Haus.» Clinton: «Weil er eine Marionette will.» Trump: «Du bist die Marionette.»

Der widerlichste Satz stammt von Trump. «Clinton ist eine scheussliche Frau.»

Clinton besonders effektiv. Sie bringt Trump dazu, Ronald Reagan zu kritisieren, die Ikone der Republikaner.

Das Versprechen, das Clinton nicht halten kann. «Ich werde keinen Penny Schulden machen.»

Das Versprechen, das Trump nicht halten kann. «Wir werden eine Job-Maschine schaffen, alle werden arbeiten und sehr viel Geld verdienen.»

Clinton böse. «Der Mörder von Orlando kam in Queens zur Welt, im selben Ort wie Donald Trump.»

Google-Tipps von Clinton. «Trump hat nie zugegeben, dass er für den Irak-Krieg war. Googled einfach 'Donald Trump Irak' dann findet ihr die Wahrheit.»

Feldherr Trump. «Wir haben vor drei Monaten schon gesagt, dass wir Mosul einnehmen werden, damit haben wir die Feinde gewarnt, die grossen Generäle drehen sich im Grab um wegen unserer Dummheit.»

Clintons Ansage. «Ich werde keine US-Soldaten in den Irak schicken, um das Land zu besetzen.»

Clinton mit Biss 1. «Als Trump keinen Emmy gewann, twitterte er, die Emmy-Vergabe sei ein Beschiss.»

Clinton mit Biss 2: «Als ich mich in China für Frauenrechte einsetzte, nannte er Miss Universe Alicia Machado eine Fress-Maschine.»

Trump mit Biss. «Clinton dürfte gar nicht als Präsidentin kandidieren, sie ist eine Kriminelle.»

Clinton im Angriff. «Es ist unmöglich zu wissen, ob er die Wahrheit sagt, er hat seine Steuererklärung nicht publik gemacht.»

Trumps Sarkasmus. «Niemand hat mehr Respekt für Frauen als ich. Niemand.»

Clinton wirkungsvoll. «Der Trump Tower hier in Las Vegas ist aus chinesischem Stahl gebaut worden.»

Clinton bringt Trump zum Verstummen. «Trump hat Arbeiter ohne Papiere benutzt, den Trump Tower zu bauen.»

Clinton mit dem Clinton-Plan. Wie bereits Bill Clinton in den 90er-Jahren will sie die Mittelklasse stärken, damit die ganze Wirtschaft wächst.

Ein historischer Moment. Ein US-Präsidentschaftskandidat stellt sich auf die Seite des russischen Präsidenten. «Putin war gescheiter als du in Syrien, überall auf der ganzen Welt.»

Trump spricht fromme Wähler an. «Es ist nicht okay, einer Mutter ein Baby aus dem Bauch zu reissen.»

3. TV-Duell: Hillary Clinton spielt Katz und Maus mit Donald Trump play
Gipfeltreffen auf dem Rollfeld: Privat-Jets von Clinton und Trump landen in Las Vegas. Reuters

Längst ist nicht mehr die Frage wichtig, wer am 20. Januar 2017 ins Weisse Haus einziehen wird. Das dürfte Hillary Clinton sein. Ihre zentrale Aufgabe: sie muss das Land nach diesem Wahlkampf zusammenführen.

Nie zuvor in der US-Geschichte ist der demokratische Prozess in der ältesten Demokratie der Welt derart in den Dreck gezogen worden. Das zu korrigieren, ist wahrlich nicht einfach. Clinton wird daran gemessen werden, ob sie das schafft.

Publiziert am 20.10.2016 | Aktualisiert am 21.10.2016
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34 Kommentare
  • Roland  Benz , via Facebook 20.10.2016
    Donald Trump war phänomenal und hatte alle Lacher des Publikums auf seiner Seite. Hillary Clinton erhielt $225000 von einer Brasilianischen Bank, um einen "hemisphärischen Markt und offene Grenzen" zu vertreten. Ihre Antwort auf diese Vorwürfe des Moderators: "Sie sei keine Marionette, sondern Donald Trump." 2006 wollte Hillary Clinton eine Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen. Sie sollte also froh sein, wenn Donald Trump gewählt wird. Jemand, der die Arbeit zu Ende bringt. Danke Wikileaks!
  • Burkhard  Vetsch 20.10.2016
    Die ganze Sache währe geregelt, wenn Frau Obama noch kandidieren würde. Immer noch besser als die 2. Ich finde es ein Witz, wenn es in diesem Land keiner gibt, der besser ist als die Beiden. Aber ich denke genau der hat nicht so viel Geld und das ist Schade.
    Die Amis bekommen, was sie verdient haben, aber leider trifft es die ganze Welt!
  • -  -.- 20.10.2016
    Die Presse gehört zu den Marionetten, deshalb schreibt der Blick genau wie eine an den Fäden gesteuerte Marionette nur für Hillary und gegen Donald.
    Die Presse-Marionetten steuern die Nachrichten, sie steuern die öffentliche Meinung und nennen sich selbst "freie Presse". Es wäre lustig wenn es nicht so traurig wäre.
  • Annemarie   Setz 20.10.2016
    Es ist nur zu hoffen, dass dies unsäglichen Gespräche zwischen den beiden Kontrahenten, die sich kaum um nützliche Vorschläge sondern mehr gegenteilige Anwürfe die vor allem Seitens Trump ins Primitivste abgleiten. Irgendwann muss er einsehen, dass er nicht der Winner ist. Aber dann wird er mit dem Thema Wahlfälschung kommen, das ihm hoffentlich niemand glaubt.
  • Oli  Garch 20.10.2016
    Es ist eine Schande, dass ein Land mit 320 Mio. Einwohner nur zwei solche Kandidaten hervorbringt und der eine davon jeder Beschreibung spotet. Schämt euch, Amerikaner.