Finanz-Krise: McCain ist schuld

  • Aktualisiert am 19.01.2012

NASHVILLE (USA) – John McCain und Barack Obama haben in ihrer zweiten TV-Debatte ihre gegenseitigen Attacken verschärft. Wegen der Finanz-Krise war Obama in der Offensive.

Wie stehts nach der zweiten TV-Debatte? 2:0 für Obama? Oder 1:1? Obama htte die erste Debatte für sich entschieden.

Laut einer ersten CNN-Umfrage hatte Obama bei dem TV-Duell gestern Abend in Nashville (Bundesstaat Tennessee) deutliche Vorteile. Beim konservativen Sender Fox News allerdings lag McCain klar vorn.

Die TV-Debatte, bei der die Kandidaten Fragen aus dem Publikum und via Internet beantworteten, war von den Republikanern als wichtige Chance McCains angesehen worden, den Trend zu Gunsten Obamas umzukehren. Die CNN-Umfrage zeigte allerdings, dass Obama beim wichtigen Wirtschaftsthema deutlich besser beurteilt wurde als McCain.

Das 90-minütige TV-Duell stand weitgehend im Zeichen der schweren US-Finanzkrise. Obama bezeichnete die Probleme als ein «endgültiges Urteil über acht Jahre verfehlter Politik» des republikanischen Präsidenten George W. Bush, die auch McCain unterstützt habe.

McCain habe sich stets für Deregulierung eingesetzt, und nichts dagegen tun wollen, «dass die Märkte verrückt spielen».

McCain schlägt zurück

Der Republikaner beschuldigte Obama, von den maroden staatlich geförderten Immobilien-Giganten Fannie Mae and Freddie Mac hohe Wahlspenden bekommen und gleichzeitig im Senat eine bessere Kontrolle der Unternehmen verhindert zu haben.

Auf Fragen, wen sie im Fall eines Wahlsieges als Finanzminister berufen würden, erwähnten beide den Milliardär Warren Buffett als Kandidaten, lehnten aber eine Festlegung ab.

Streit um die Steuern

Zu einem heftigen Schlagabtausch in der Belmont- Universität kam es auch über die Steuerpolitik. So hielt McCain seinem Rivalen vor, er wolle im Falle eines Wahlsieges die Steuern für 60 Prozent der Kleinunternehmer erhöhen.

Insgesamt habe der Demokrat als Senator in 95 Prozent aller Fälle für Steuererhöhungen oder gegen Kürzungen votiert. Obama seinerseits bekräftigte, wer 200000 Dollar oder weniger im Jahr verdiene, könne im Fall seiner Präsidentschaft mit Steuerkürzungen rechnen.

Kontroverse um den Irak

McCain beschuldigte Obama, bei den Abstimmungen über den Wehretat des Irakkriegs die Sicherheitsbedürfnisse des Landes nicht verstanden zu haben. Obama hielt McCain krasse Fehlurteile bei der Entscheidung für den Irakkrieg vor.

«Wir müssen den Irakkrieg beenden, damit wir unsere Arbeit in Afghanistan erledigen können», sagte Obama und forderte die Verstärkung der US-Truppen in Afghanistan und einen Sieg gegen die Terrororganisation El Kaida.

Obama stellte McCains Seriosität in Frage und erinnerte ihn daran, dass er im vergangenen Jahr öffentlich gesungen habe «Bomb, bomb, bomb Iran». Beide Kandidaten versicherten aber, sie würden als Präsident mit allen Mitteln verhindern wollen, dass der Iran eine Nuklearmacht werde.

Beim ersten TV-Duell Ende September hatten Zuschauer mehrheitlich Obama als Gewinner gesehen. Die USA wählen am 4. November einen neuen Präsidenten.
(SDA/snx)

Schwarzenegger genervt

Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger, Parteikollege von John McCain, ist genervt. Er hat die beiden Präsidentschafts-Kandidaten aufgerufen, ihre Schlammschlacht zu beenden. In der gegenwärtigen Krise sei konstruktive Zusammenarbeit gefordert, nicht persönliche Attacken. (snx)

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