Dramatische Folgen für die Weltpolitik Neue Achse mit Moskau – Eiszeit für die EU

ZÜRICH - Der neue Präsident der USA will sich in erster Linie um sein eigenes Land kümmern. Aussenpolitische Themen werden daher wohl auf der Strecke bleiben, wenn Donald Trump das durchzieht, was er angekündigt hatte. Auswirkungen wird die neue US-Politik unter anderem auf die Nato, den Krieg in Syrien, aber auch auf die Beziehungen zu Europa haben. Florian Foos, der an der Universität Zürich ein Seminar zu den US-Wahlen leitet, nennt die wichtigsten Auslandthemen und wie Donald Trump sie anpacken wird.

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Keine Hilfe für Nato-Länder

Donald Trump will die Verteidigung verbündeter Staaten nicht mitfinanzieren. Er hat angekündigt, dass er bei einem Angriff auf ein Nato-Land nicht automatisch zu Hilfe eilen werde – obwohl die Mitgliedstaaten im Fall eines bewaffneten Angriffs zum gegenseitigen Beistand verpflichtet sind. Trump fordert gerade von europäischen Ländern höhere finanzielle Leistungen. Es muss sich zeigen, ob die Nato deswegen ernsthaft in Gefahr ist. Trump hat seine Meinung auch schon oft geändert. 

Schmusekurs mit Putin 

Die Beziehungen zu Moskau könnten sich verbessern. Denn Trump und der russische Präsident Wladimir Putin finden sich gegenseitig recht sympathisch. Es ist auch nicht auszuschliessen, dass sich die USA ganz aus dem Konflikt zwischen Russland und der Ukraine heraushalten werden. Unter einer Verschiebung der Achse würden vor allen die osteuropäischen Länder leiden. Verschlechtern wird sich hingegen die Beziehung zu China: Trump will versuchen, Druck auszuüben, und auch drastische Massnahmen wie hohe Einfuhrzölle ergreifen, um US-Betriebe daran zu hindern, ihre Produktion ins Ausland zu verlagern.

Schulterklopfen für Assad

Durch den guten Draht zu Moskau könnten die USA auch im Syrien-Konflikt umschwenken. Es ist gut möglich, dass Trump Syriens Machthaber Bashar al-Assad unterstützt. Generell gehe ich davon aus, dass sich die USA zurückziehen und weniger direkt in solche Konflikte eingreifen werden. Trump will sich in erster Linie um die USA kümmern. Davon werden auch die Entwicklungshilfe und die Menschenrechte betroffen sein. 

Reibereien mit der EU

Die Beziehung zwischen den USA und der EU wird angespannter. Im Vorfeld der Wahlen hatten sich viele Regierungschefs in Europa kritisch gegenüber Trump geäussert. Trump gilt als grosser Brexit-Unterstützer und hat seine eigene Wahl immer wieder als «Brexit hoch drei» bezeichnet. Die Austrittsbefürworter in der britischen Regierung haben einen neuen, mächtigen Verbündeten.

Schluss mit Klimaschutz

Trump bestreitet den Klimawandel. Er könnte den Weltklimavertrag von Paris aufkünden und die amerikanischen Beiträge für den Uno-Fonds zur Minderung der Folgen des Klimawandels einfrieren. Trump will intensiv in Öl-, Erdgas- und Kohleproduktion investieren. Aufzeichnung: Guido Felder

Publiziert am 10.11.2016 | Aktualisiert am 23.11.2016
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20 Kommentare
  • .  Nils aus Buchs
    11.11.2016
    Er wird sehr viel Geld holen bei uns, abwarten und staunen, wie viel er uns kosten wird, dieser Präsident der ohne Volksmehr gewählt wurde.
  • Andreas  N. aus Zürich
    10.11.2016
    Es wäre nur der richtige Weg, wenn Amerika Assad unterstützen würde im Zusammenspiel mit Russland. Bevor die Rebellen sich gegen Assad aufgebahrt haben, war diese aktuelle Völkerwanderung kein Thema und Europa hatte keine solche illegalen Einwanderungen. Und auch dass die EU weniger gute Beziehungen zu den USA haben wird, ist auch zum grössten Teil positiv zu sehen. Wäre ein weiterer Schlag gegen die hochnäsige EU.
  • Heinrich  Frey , via Facebook 10.11.2016
    Das einzige und das erste was in der EU überhaupt funktionierte war ihre unerschöpflich Arroganz. Der Brexit entstand genau aus diesem verhalten. Was ist genau die EU? Ein erweitertes Grossdeutschland mit dem einspannen der Europäischen " Pferde vor dem Deutschen "Karren". Wenige Länder haben dies nun erkannt und werden sich in Zukunft von diesem Germanischen Karren ausspannen und wieder als einzelnes Tier durch die Zeit reisen.
    • benjamin  sommer 10.11.2016
      Reine Spekulation, die vor Minderwertigkeitsgefühl nur so trieft...Wie oft wurde die EU in der letzten Zeit abgeschrieben? 50x? Die EU ist mit Abstand der stärkeste Wirtschaftsraum der Welt. Wenn DT sich mit dem anlegen will, werden amerikanische Interessen im gleichen Masse leiden...
  • Willy  Bald 10.11.2016
    Die EU machte die Rechnung bereits schon früher ohne den Wirt. Die EU versucht Putin, mit Sanktionen in die Knie zu zwingen, was, wie wir sehen werden, kläglich scheitern wird. Trump wird Putin gewähren lassen und die EU wird nicht mehr viel zu sagen haben, außer sie gibt klein bei, oder sagen wir mal so, Merkel würde ihren Kurs ändern ?
  • Lilian  Hug 10.11.2016
    Die wichtigsten Verbündeten der USA waren, sind und bleiben die Saudis. Dieser Umstand macht mir mehr Sorgen, als die Wahl einer "neuen Marionette", die den kleinen Mann von der Strasse unter Kontrolle halten soll. Die Ausbeutung am Volk, durch Wirtschaft, Politik und Banken wird wohl ungebremst weitergehen. Weltweit.