Die wirre Weltsicht des Donald Trump «Ich wäre ein guter Cheerleader für die USA»

WASHINGTON - Planlos in Washington. Bei einem Besuch in der US-Hauptstadt sprach Trump erstmals über seine aussenpolitischen Ideen – und manövrierte sich noch weiter ins Abseits. 

U.S. Republican presidential candidate Donald Trump speaks at a campaign rally where New Jersey Governor Chris Christie endorsed Trump's candidacy for president, in Fort Worth, Texas play
«Dritter Weltkrieg gegen Russland möglich»: Donald Trump irritiert mit seinen Vorstellungen über die US-Aussenpolitik. REUTERS

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Er wollte seriös wirken, las bei seiner Kurzvisite am Regierungssitz gar erstmals von einem Teleprompter ab – bisher hatte er sich stets über andere Politiker für dessen Einsatz mokiert. Doch es wollte alles nichts nützen: Statt mehr Klarheit in seine aussenpolitischen Vorstellungen zu bringen, offenbarte Donald Trump vor allem eines: dass er nicht wirklich einen Plan hat. 

Nato: Trump forderte eine geringere Beteiligung der USA an der Nato. «Wir können uns das gewiss nicht mehr leisten. Die Nato kostet uns ein Vermögen, und ja, wir beschützen Europa mit der Nato, aber wir zahlen viel Geld», wetterte der 69-Jährige in einem Interview mit der «Washington Post». Und schien dabei ganz zu vergessen, dass er sich unlängst für eine Erweiterung der Nato ausgesprochen hatte – durch einen Beitritt der Ukraine. 

Sähe Grossbritannien lieber in der EU als ausserhalb: US-Präsident Barack Obama. (Archivbild) play
Bekam ebenfalls sein Fett weg: Trumps Erzfeind und Noch-Präsident Barack Obama. KEYSTONE/AP/MANUEL BALCE CENETA

Asien: Auch das Engagement des US-Militärs in der Pazifikregion stellte Trump infrage – und stiess dabei gleich mal die wichtigsten amerikanischen Verbündeten Südkorea und Japan vor den Kopf. Die beiden Länder würden seit Jahren vom US-Militär beschützt, erbrächten dafür aber keinerlei Gegenleistung. «Ich bestelle tausende Fernsehgeräte aus Südkorea», sagte er. Doch sobald Nordkorea auch nur niese, «fangen wir an, Schiffe, Flugzeuge, alles andere zu schicken.»

Europa: Die Rolle der USA im Ukraine-Konflikt ist Trump ebenfalls ein Dorn im Auge. «Die Ukraine ist ein Land, das uns viel weniger betrifft als andere Länder in der Nato», sagte er. «Sie machen gar nichts. Warum kümmert sich Deutschland mit der Nato nicht um die Ukraine? Warum machen andere Länder nichts, die in der Nachbarschaft der Ukraine liegen? Warum sind immer wir diejenigen, die führen, möglicherweise den dritten Weltkrieg mit Russland?» – Ein Schlag ins Gesicht für die Bundesregierung, die ihr Engagement in den letzten Jahren kontinuierlich ausbaute.

Naher Osten: Bei einer Konferenz der pro-israelischen Lobbyorganisation Aipac erklärte Trump die Rücknahme des «desaströsen» Atomabkommens mit dem Iran zur «Priorität Nummer eins». Im Falle eines Wahlsiegs wolle er zudem Jerusalem als israelische Hauptstadt anerkennen. «Ich liebe Israel», posaunte er. Dabei hatte er erst kürzlich verkündet, er werde sich als Präsident im Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern «neutral» verhalten.

Erzfeind Obama: Noch-Präsident Barack Obama schob Trump allen voran die hohe Staatsverschuldung in die Schuhe. Sein Fazit: «Ich dachte, Präsident Obama werde ein guter Cheerleader für das Land. Das ist nicht passiert. Aber ich glaube, ich könnte ein guter Cheerleader für die USA werden.» Was Trump damit genau meinte und wie er das Problem der wachsenden Staatsschulden in den Griff bekommen will, blieb – wie bei so vielen seiner Ausführungen in Washington – unklar.

Publiziert am 22.03.2016 | Aktualisiert am 31.03.2016
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4 Kommentare
  • Marion   Jost aus Schönenwerd
    22.03.2016
    Eine politische Zeitbombe, nichts weiter!! Wenn die Amis den wählen, haben die alle einen Knall!!!!
  • Adrian  Rauber aus Hirschthal
    22.03.2016
    Man mag von D. Trump halten was man will, aber lieber BLICK: immer wieder diese einseitige und meinugsbildende Berichterstattung - muss das sein!?
    Schreibt doch die Fakten "füdleblutt" hin und überlässt das urteilen dem Leser. Vielen Dank!
    • Thomas  Maeder 22.03.2016
      Sie können Trumps Mitteilungen im Original lesen auf seinen Accounts auf Facebook oder Twitter oder auf seiner Homepage. Die sind so wirr, wie der Blick sie darstellt.
    • Daniel  Schlatter , via Facebook 22.03.2016
      Da ist nichts einseitig! Der erzählt diesen Schrott tatsächlich! Schalten Sie einmal einen US-TV-Sender ein, dann hören Sie es Original. "When Ill be president, we will move the US-Embassy to Jerusalem, the eternal capital of Israel"! Der hat nicht alle Latten am Zaun und keine Ahnung, wovon er spricht!