Anders als Trump behauptet Die US-Wahlen sind manipuliert

Seit Jahren verändern Republikaner die Wahlbezirke so, damit sie das Repräsentantenhaus kaum mehr verlieren.

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Von «Betrug» redet Donald Trump (70). «Gefälscht» seien die Wahlen, denen sich der republikanische Präsidentschaftskandidat stellt.Das US-System? «Ein Beschiss», sagte Trump am Montag vor Tausenden Fans in Florida.

Sogar Tote und Ausländer würden am 8. November wählen. Manipuliert seien Umfragen. Medien verbreiten laut Trump «nichts als Lügen über mich». Was die Wahlen zugunsten Hillary Clintons (69) beeinflusse.

Trumps Worte wirken. 38 Prozent der Amerikaner geben in Umfragen an, ihre Stimme werde wohl nicht gezählt. «Eine Demokratie bricht zusammen, wenn Menschen dem System misstrauen», sagte Präsident Barack Obama (54) im Januar. «Dieses Misstrauen ist das grösste Versagen meiner Amtszeit.»

Ist es berechtigt? Eher nicht. Über eine Milliarde Stimmen sind in den USA in nationalen Wahlen seit 1980 abgegeben worden. Gefälscht waren 31. «Einen Einfluss auf die Wahlen hatte das nicht», sagt Rechtsprofessor Richard Hasen von der University of California in Irvine. «Es ist fast unmöglich, eine US-Präsidentschaftswahl so zu fälschen, wie Trump das behauptet.» Weder Tote noch Ausländer stimmten häufig ab. Einzig bei der Briefwahl sieht Hasen Gefahren. «Wahlzettel können verkauft werden, oder die Gattin füllt jenen ihres Mannes aus.» Um so zu betrügen, «müsste das aber im grossen Stil passieren».

Und doch sind die US-Wahlen manipuliert. Partout wehren sich die Amerikaner gegen nationale Wahlregister. Gerade für Junge, Schwarze und Latinos ist es vielenorts umständlich, sich für Wahlen anzumelden. Was die Demokraten Stimmen kostet. Wer einmal ein Gewaltverbrechen begangen hat, darf nie mehr wählen. Betroffen? Meist Schwarze. Am Wahltag werden sie eingeschüchtert, damit sie den Urnen fernbleiben.

Atemberaubend sind die Manipulationen bei den US-Wahlbezirken. Sie werden alle zehn Jahre neu gezogen, stets nach Volkszählungen. Mit hochkomplexen Programmen krempelten die Republikaner 2010 die politische Landkarte um. Was möglich war, da sie in über 30 Staaten die Mehrheit halten. Just legten sie die Bezirke neu fest, sodass mehrheitlich Republikaner darin leben. Oder sie verteilten die Demokraten auf viele Bezirke, sodass sie kaum mehr gewinnen konnten. Bereits 2012 griff die Strategie: Demokraten holten 1,3 Millionen mehr Stimmen. Die Mehrheit im Repräsentantenhaus aber ging an die Re­publikaner. Das Prinzip heisst «gerrymandering» und bringt zuweilen Bezirke hervor, die absurd aussehen. Der 7. Wahlbezirk in Pennsylvania etwa? Als würde Goofy in Donald Ducks Hintern treten.

Publiziert am 27.10.2016 | Aktualisiert am 27.10.2016
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16 Kommentare
  • Larry  Kaufmann 27.10.2016
    Das Gerrymandering gibt es seit der Anfangszeit der USA und wird von beiden Parteien betrieben also keine Manipulation seitens der Republikaner und schon gar nicht illegal.
  • Annemarie   Setz 27.10.2016
    Das ist das, was Schweizer aus diesem unsäglichen US-Wahlkampf und seinen Folgen lernen können. Dass es nichts bringt, wenn man aus lauter Frust nicht wählen und abstimmen geht, wenn man sieht, wie es oben ablaufen kann
  • Joe  Black 27.10.2016
    Wir werden alle manipuliert und zwar von Trump und Clinton.
    Die sind seit Jahrzehnten befreundet, Clintons waren auf Trumps Hochzeit und jetzt beleidigen Sie sich gegenseitig aufs äusserste in der Öffentlichkeit...Sorry aber so geht keiner mit Freunden um.
    Alles untereinander abgemachtes Spiel um die Hillary auf den Thron zu platzieren...Republikaner sind aber selber schuld nichts besseres hervorgebracht zu haben gegen den Trump.
  • Meyer  Roman aus Aarau
    27.10.2016
    Ja, auch wir in Europa werden von den Medien Manipulieret.

    Das heisst es wird versucht das Volk zu Manipulieren, aber es gelingt nicht.

    Wir würden Herr Trump Wählen, er steht zu Amerika.

    Alles was in den Medien steht über Trump ist zu 80 Prozent erlogen.
    Auch in der Schweiz.
    • Franziska  Iseli 27.10.2016
      Ich glaube das, was Herr Trump selbst sagt, das ist nicht manipuliert, aber dafür umso erschreckender...
    • Reto  Zumstein 27.10.2016
      @Meyer: Sie müssen gar keine Medien konsumieren, nur mal ganz einfach einer Rede von Herrn Trump zuhören, dann erfahren Sie, was er an Absurditäten rausläst. Aber vermutlich sind Sie des Englischen nicht mächtig, Herr Meyer....
    • Bruno  Füchslin aus Richterswil
      27.10.2016
      Ist schon bedenklich. Da kann einer wieder "Manipulation" rausposaunen, und er findet blinde Nachplapperer noch und noch. Hat der Herr Meyer irgend einen - wirklich nur einen! - konkreten Beweis für die Verlogenheit "der Medien". Wenn, hätte er ihn wohl aufführen können - nur einen. Nixx davon. Einfach irgend nen Schmarren loslassen und eine nächste Trompete im Mainstream sein. Das sind Persönlichkeiten!!!
  • Simon  Hofstetter aus Entlebuch
    27.10.2016
    Nun interessant ist, dass die Schweiz bezüglich "Manipulation" (wie es in diesem Bericht genannt wird), kein Deut besser ist.
    Nehmen wir das Beispiel Kanton Luzern: Da wurden die Ämter aufgehoben und Wahlkreise geschaffen, um bürgerliche Teile des Kantons in Kreise von urbanen Gebieten zu drücken. Die Kantonsräte werden neu nicht auf die Stimmbürger verteilt, sondern auf Einwohner.
    Beides ganz offensichtlich um die linke Mehrheit (SP/Grüne/CVP) weiter an der Macht zu halten.
    • Ruedi  Lais aus Wallisellen
      27.10.2016
      Die früheren Ämter im Kanton LU sind wie seit eh und je die Wahlkreise. Es hat sich bezüglich Wahlkreiseinteilung überhaupt nichts geändert, und Ihre Behauptung ist komplett falsch. Die einzige Änderung war, dass die Wahlkreise Entlebuch und Willisau für die Sitzverteilung zusammengelegt wurden. Dies, weil im Entlebuch der Proporz-Grundsatz des Bundesgerichts (mindestens 10 Sitze) nicht erfüllt war.
    • Hugo  Wirz 27.10.2016
      @Hofstetter: Das kann ich nicht ganz nachvollziehen. Die zweitgrösste Stadt der Zentralschweiz (Emmenbrücke) gehört nach wie vor zum Amt Hochdorf. Wo wurden Ämter aufgehoben? - Obwohl das Seetal (Amt) sehr ländlich ist, wird hier sehr viel Links gewählt. Und dies vor allem wegen Manipulation + Gehirnwäsche von BR, Presse und SRG - die sind ja alle Sprachrohr der Linken.
      Und dies hat nichts mit Ämtern zu tun ("Wahlkreise" gibts hier nicht).