Der neue US-Präsident hat Schulden in Europa, Russland und in der Türkei Die Deutsche Bank hat Trump im Sack

WASHINGTON - Donald Trump ist Immobilienmogul – und bald auch Präsident von Amerika. Eine problematische Kombination.

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Nicht nur sexistische Kommentare und menschenverachtende Äusserungen von Donald Trump vertragen sich schlecht mit seinem neuen Amt als US-Präsident. Auch seine Tätigkeit als Unternehmer führt zu Interessenkonflikten.

Die Trump Organization verwaltet sein Vermögen: Neben zahlreichen Lizenzen für Produkte betreibt das protzige Imperium Hotels, Ferienresorts, Casinos, Fernsehstudios und Golfplätze. Der Konzern profitiert von grosszügigen Steuernachlässen und staatlichen Subventionen, schreibt «Zeit Online».

In welchem Interesse wird Trump regieren?

Donald Trump hat als Vorsitzender und Präsident seines Unternehmens Kreditverpflichtungen in Ländern rund um den Globus. Dazu gehören beispielsweise Russland und die Türkei – Staaten, die eine komplizierte Beziehung zu den USA führen. Ein US-Präsident als Schuldner ausländischer Institutionen?

«Woher wissen wir zum Beispiel, dass er gegenüber China nicht grosszügiger ist, weil er dort Kreditschulden hat, oder mit Istanbul verhandelt, weil er dort Hotels besitzt?», fragt sich Kenneth Gross, Experte für Rechtsethik aus Washington. Der Jurist beriet in der Vergangenheit Präsidentschaftskandidaten beider Parteien in Rechts-und Finanzfragen. 

Die Deutsche Bank ist der grösste Kreditgeber seiner Firma

Der grösste Kreditgeber der Trump Organization stammt aber aus Europa: die Deutsche Bank. Diese Verbindung ist nicht minder kontrovers.

Denn die Bank verhandelt derzeit mit der US-Regierung über eine milliardenschwere Strafzahlung im Zusammenhang mit Hypothekengeschäften während der Immobilienkrise. Ein Abschluss bis zum Amtsantritt des neuen Präsidenten im Januar gilt als unwahrscheinlich.

Amerikanische Präsidenten geniessen vollkommene unternehmerische Freiheit – eine Verpflichtung, die Interessenkonflikte offenzulegen, gibt es nicht. Möglichkeiten, diese zu lösen, wären aber durchaus vorhanden. So haben viele Präsidenten ihr Vermögen vor dem Amtsantritt in einen Blind Trust verschoben. Dieser wird von einem unabhängigen Treuhänder verwaltet – ohne dass der Präsident darauf Einfluss nehmen kann. 

Nicht als Erster Präsident und Unternehmer

Andere Unternehmer, die ein hohes politisches Amt einnahmen, haben es Trump vorgemacht. Der 39. US-Präsident, Jimmy Carter, liess seine Erdnussfarm während seiner Zeit im Weissen Haus von einem befreundeten Anwalt führen. Der ehemalige Bürgermeister von New York, Michael Bloomberg, Besitzer des gleichnamigen Medienimperiums, übergab dessen Leitung ans Management.

So kam bereits im Wahlkampf die Frage auf, was Trump bei einem Sieg mit seinem millionenschweren Konzern vorhabe. Trump gab an, die Geschäfte statt einem Blind Trust seinen Kindern überlassen zu wollen. «Das sind in keiner Form unabhängige Akteure», sagt der Politik-Experte Andrew Rudalevige. Dafür brauche es Menschen, die nicht zur Familie gehörten, ergänzt er.

Mangelnde Transparenz

Das Problem: Trumps Vermögen liegt vor allem in Gebäuden und Grundstücken – derartige Werte können nicht in einen Treuhandfonds verschoben werden. Ein externer Treuhänder, der Gebäude verkaufen und Lizenzvereinbarungen beenden könnte, wäre aber nötig, sagt Kenneth Gross. Für Trump kommt dies wohl kaum in Frage.

Schliesslich hat sich der neu gewählte Präsident bis zuletzt auch geweigert, seine Steuererklärung öffentlich zu machen.

Publiziert am 15.11.2016 | Aktualisiert am 17.11.2016
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31 Kommentare
  • Edwin  Schaltegger aus Wohlen b. Bern
    16.11.2016
    Was soll dieses "Schuldenfeplapper". Der Trump-Konzern hat als Schuldner normale Immobilenkredite, sprich Hypotheken, bei den genannten Banken. So wie jeder Einfamilenhaus- od. Stockwerkeigentum-Besitzer. Was soll daran störend sein?
    Gibt Trump eine Chance um seine präsidialen Fähigkeiten zu beweisen. Hört mit den Vorveverurteilungen und Mutmassungen auf!
    Die US-Bürger haben Trump demokratisch als Präsidenten gewählt.
    • Lorenz  Hügli 16.11.2016
      Nein nicht die US-Bürger, aber das US-Wahlsystem (und die nicht wählenden US-Bürger), haben Trump gewählt.
      Noch ein paar Zahlen: Gerade einmal jeder vierte Wahlberechtigte (25,5 Prozent) stimmte für Trump. Clinton wählten 25,6 Prozent der insgesamt 231,56 Millionen Wahlberechtigten. Zwei Prozent sprachen sich für die vier weiteren Kandidaten aus – und 46,9 Prozent gingen erst gar nicht zur Wahl. Kommt noch dazu, dass 6 Mio. US-Amerikaner von der Wahl ausgeschlossen waren.

      Sehr demokratisch
  • Angeld  Schaubank 15.11.2016
    1) Kann er mit seinem Status jetzt seine Geldgeber diversifizieren. Das mit dem Blind Trust ist sowieso ein Märchen. Cheney hatte auch einen. Trotzdem boomten seine Geschäfte, da die staatlichen Aufträge (v.A. Waffen) genau an diese Firmen gingen.
    2) Kann er der Deutschen Bank jetzt mit einer Entziehung der Lizenz drohen, wenn die zu frech werden ;)
    3) Gehört die kriminelle Deutsche Bank sowieso zerschlagen.
    • Hugo  Stiglitz aus Frankreich
      16.11.2016
      Ich finde, Sie gehen da etwas scharf ins Gericht mit der DB. Zu Punkt 1 kann man sich nur aeussern, wenn man den Inhalt der Vereinbarungen kennt. Und wegen den Steuersparhilfen der DB sind wohl einige Schweizer Banken kein Deut besser. Und wenn Kunden durch horrende Kredite sich von der risikofreudigen DB abhaengig machen lassen, ist das in erster Linie deren Problem.
  • Annemarie   Setz 15.11.2016
    Ich verstehe noch jetzt nicht, dass ein solcher Filou Präsident einer Nation wie die Vereinigten Staaten von Amerika werden kann. Schulden bei den Banken, Bluff bis zum Geht nicht mehr, keine Ahnung von Politik, keine Ahnung davon, was eigentlich auf der Welt abgeht, aber viel rechtspopulistische Versprechen, von denen er keine Ahnung hat, wie sie zu verwirklichen sind. Und sogar in der Schweiz gibt es noch Leute, die diesem Egomanen vertrauen. Unglaublich!
    • Hugo  Stiglitz aus Frankreich
      16.11.2016
      Da haben Sie vollkommen recht. Man darf da auch die Waehlerschaft in Frage stellen..

    • Hubertus  Frankenstein aus Wohlen
      17.11.2016
      Soviel ich weiss, wurde er demokratisch gewählt. Mir sind keine Unrechtmässigkeiten hinsichtlich dieser Wahl bekannt.
      Dass in der Schweiz ein Aussenseiter demokratisch gewählt würde, wäre durchaus möglich. Aber das Parlament würde sicher Wege finden, diese Person aus dem Amt zu eliminieren (Blocher 2007), genau wie die Volksentscheide so gebogen werden, dass diese den Lobbies passen (MEI). Also kein Grund zur Beunruhigung im Hinblick auf die Schweizer "Demokratie".
  • Hans  Leuchli aus Vellerat
    15.11.2016
    Wer knapp ist und z.B 100 kFr schuldet hat ein Probem.
    Wenn jemand Hunderte von Millionen schuldet, hat nicht er/sie sondern haben die Gläubiger ein Problem.
  • Urs  Schaad aus Zürich
    15.11.2016
    Wer sich mit der wirtschaftlichen Situation der Deutschen Bank auseinander setzt, ist sich nicht so sicher, wer wen im Sack hat.