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Zwischen dem demokratischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama und dem Republikaner John McCain liegt eine Generation. Das macht sich vor allem auch im Wahlkampf bemerkbar: Obama setzt mit Erfolg aufs Internet als Wahlmaschine.
Allein bei Facebook hat der 47-jährige Obama 2,2 Millionen Anhänger. Auch auf MySpace wirbt Obama um Wähler. Auf den beliebten Plattformen organisiert sich seine Basis, die vor Ort die Knochenarbeit macht. John McCain (72) kann da mit «nur» 586000 Freunden kaum mithalten.
Und der schwarze Anwärter aufs Weisse Haus setzt nicht nur auf passive Präsenz im World Wide Web. Kaum ein Tag vergeht ohne elektronische Post von Barack Obama. «Der eigentliche Kern von Obamas Story ist, dass er das Internet als umfassende Wahlkampfstrategie einsetzt», sagt Michael Malbin vom Campaign Finance Institute in Washington.
Obama werbe nicht nur Spenden an, sondern organisiere eine Freiwilligen-Bewegung. Millionen machen mit und dürften dauerhaft die Art ändern, wie in den USA Wahlkampf betrieben wird.
Mit seiner E-Mail-Liste, die die Namen von Millionen Wählern umfasst, verringert Obama die Distanz zwischen Wählern und Politikern: Er spricht direkt mit der Basis und umgeht die klassischen Medien wie Presse und Fernsehen.
Die Datenbasis der Obama-Kampagne erfasst etwa, wer mit wem befreundet ist und wer sich für welche Themen interessiert. Mit diesen Informationen kann das Obama-Team sein Heer von Zehntausenden Freiwilligen steuern, die dann gezielt Kontakt zu einzelnen Wählern aufnehmen.
Obamas Kampagne verfolgt das Ziel, politikferne Wähler wie etwa junge Leute in grosser Zahl zu aktivieren und so die Mehrheit der Stimmen gegen McCain zu holen.
Sollte die netzgestützte Basisbewegung den Kandidaten am 4. November tatsächlich ins Weisse Haus tragen, könnte sich das politische Alltagsgeschäft im Weissen Haus ändern.
Obama müsste möglicherweise weniger auf Lobbyisten und andere Spender achten, die eigentlich die Schmiere im US-Wahlkampfgetriebe sind. Seine Plattformen im Internet könnten ein Instrument sein, bei Unstimmigkeiten politischen Druck auf den Kongress auszuüben.
In der jüngeren US-Geschichte waren erfolgreiche Präsidenten immer auch mit einer eigenen neuen Kommunikationsstrategie verbunden: Franklin D. Roosevelt etwa wandte sich in seinen regelmässigen «Kamingesprächen» direkt an die Bürger. Und Ex-Schauspieler Ronald Reagan nutzte die Möglichkeiten des Fernsehens aus wie niemand vor ihm. (SDA/zum)