Den Worten müssen Taten folgen

  • Publiziert: 05.11.2008, Aktualisiert: 19.01.2012

Barack Obama ist weltweit für viele Menschen ein grosser Hoffnungsträger. Heute hat er die Chance bekommen, Amerika und die Welt wirklich zu einem besseren Ort zu machen.

Unter der Regierung Bush Junior haben sich die USA in den Augen vieler Menschen selber auf die Liste der Schurkenstaaten gesetzt. Mit der Wahl Barack Obamas ist nun die Hoffnung gross, dass er Amerika wieder in einen Dialog mit dem Rest der Welt führt. Dass diese Hoffnungen wohl berechtigt sind, zeigen auch die durchs Band erfreuten Reaktionen aus aller Welt.

In seiner ersten Rede beschwörte Barack Obama denn in eindringlichen Worten nicht nur die Erneuerung des amerikanischen Traums. Sondern er sprach auch konkrete Probleme an, die neben den rund 300 Millionen Amerikanern uns alle betreffen. Die drei Hauptthemen sind Umweltschutz («Planet in Gefahr»), die Finanzkrise und die Kriege in Irak und Afghanistan.

Diese Probleme gilt es anzupacken

Um in Sachen Umweltschutz aus der Rolle des globalen Bremsers herauszutreten, muss sich Amerika unter Obama an internationale Abkommen halten und seinen Ölverbrauch irgendwie in den Griff bekommen. Was alternative Energien angeht, dürfen wir von Obama durchaus etwas erwarten. Als ein erstes Zeichen will er der amerikanischen Auto-Industrie massiv unter die Arme greifen, um von den unsinnigen Panzern im Strassenverkehr wegzukommen.

Wie er die Finanzkrise meistern will, ist unklar. Wie sein Gegenüber John McCain hat er sich im Wahlkampf zu diesem Thema sehr bedeckt gehalten. Seine Finanzberater stammen aber ebenfalls aus dem Umfeld der Wallstreet. Das ist nicht unbedingt ein Zeichen dafür, dass ein Neuanfang bevorsteht.

Das von George W. Bush angerichtete Desaster im Irak kann nicht von heute auf morgen gelöst werden. Aber Obama hat sich klar für einen raschen Abzug der amerikanischen Truppen ausgesprochen. Allerdings ist und bleibt eines der Kernprobleme im sogenannten Krieg gegen den Terror die Palästinenserproblematik. In welche Richtung hier seine Politik gehen soll, ist unklar. Dieses heisse Eisen hat er während des Wahlkampfes nicht anzurühren gewagt.

Ein Neubeginn in Washington

Wie er als neuer mächtigster Mann der Welt diese Probleme also genau anpacken will, hat Obama bis jetzt kaum erklärt. Nun muss er beweisen, dass er unter dem Druck der dramatischen politischen Rahmenbedingungen den Hoffnungen gewachsen ist, die Amerika und die ganze Welt in ihn setzt. Obama hat seine Kandidatur für das Amt mit einem ambitionierten Versprechen begründet. Nämlich einen politischen Neubeginn nach Washington zu bringen, der Amerika und die Welt wieder vereinen soll.

Die Chance für diesen Neubeginn hat er erhalten. Nun müssen den Worten Taten folgen. (gmu)

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So viel Macht hat ein US-Präsident

Das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gilt als das mächtigste der Welt. Der Präsident ist Staats- und Regierungschef in einem, ausserdem Oberkommandierender der US-Streitkräfte.

Damit kann er in eigener Entscheidung Truppen in einen Krieg schicken und muss erst nach 90 Tagen dem amerikanischen Parlament Rechenschaft darüber ablegen. Gesetzesvorlagen aus dem Kongress kann der erste Mann im Staat mit seinem Veto blockieren.

Zudem ernennt der US-Präsident die Richter des Obersten Gerichts, des Supreme Courts, die über viele wichtige verfassungsrechtliche und gesellschaftspolitische Fragen zu entscheiden haben.

Der Präsident darf höchstens zweimal für vier Jahre im Weissen Haus amtieren. Einzige Möglichkeit, einen US-Präsidenten gegen seinen Willen abzusetzen, ist ein Amtsenthebungsverfahren (Impeachment). Dafür braucht der Senat allerdings eine Zwei-Drittel-Mehrheit. (sda)

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