«In was für einem Land wollt Ihr leben?» Bill Clinton kämpft für Obama

CHARLOTTE - Der frühere US-Präsident Bill Clinton hat mit einer umjubelten Rede Barack Obama im Namen der demokratischen Partei als Spitzenkandidat für die Präsidentschaftswahl am 6. November nominiert.

  • Publiziert: 06.09.2012

Vor der Abstimmung wurde Obama vom ehemaligen Präsident Bill Clinton offiziell zum Präsidentschaftskandidaten nominiert. In einer kämpferischen Rede verteidigte Clinton die Bilanz des amtierenden Präsidenten gegen die Kritik der Republikaner.

«Ich möchte einen Mann nominieren, der nach aussen cool wirkt, aber im Inneren für Amerika brennt», sagte Clinton am Mittwochabend (Ortszeit) auf dem Parteitag der Demokraten in Charlotte im Bundesstaat North Carolina. «Ich möchte, dass Barack Obama der nächste Präsident der Vereinigten Staaten ist.»

«Niemand hätte all den Schaden, den er vorgefunden hat, in nur vier Jahren reparieren können», sagte Clinton. Die Republikaner hätten ein «völliges Durcheinander» hinterlassen. Obama habe die Grundlagen für «eine neue, moderne, erfolgreiche Wirtschaft des geteilten Wohlstands» gelegt.

«Um Überparteilichkeit bemüht»

Er glaube «von ganzem Herzen», dass Obama erfolgreich sein werde, sagte Clinton und lobte den amtierenden Staatschef auch dafür, sich immer um eine überparteiliche Politik bemüht zu haben. Das sei aber am Widerstand der Republikaner gescheitert.

Clinton hob in seiner Rede auch die Unterschiede zwischen Demokraten und Republikanern hervor. «Die wichtigste Frage ist, in was für einem Land wollt Ihr leben?», fragte er.

Während der republikanische Herausforderer Mitt Romney und sein Vize Paul Ryan für eine egoistische Gesellschaft stünden, engagierten sich Obama und Vizepräsident Joe Biden für einen «gemeinsamen Wohlstand und gemeinsame Verantwortung».

Gemeinsam auf der Bühne

Clinton ist so populär wie nie seit Ende seiner von 1993 bis 2001 dauernden Amtszeit, die mit einer boomenden Wirtschaft, Vollbeschäftigung und einem Haushaltsüberschuss verbunden wird. Obama muss dagegen angesichts der hohen Arbeitslosigkeit von mehr als acht Prozent um seine Wiederwahl bangen und baut im Wahlkampf auf Clintons Schützenhilfe.

Nach der Rede kam Obama zu Clinton auf die Bühne, der Ex-Präsident verbeugte sich vor seinem Nachfolger. Gemeinsam winkten sie in die Menge und schüttelten Hände. Zu Wort meldete sich Obama aber nicht.

Warten auf morgen

Anschliessend begannen Delegierte aus allen Bundesstaaten, die Nominierung offiziell zu bestätigen. Annehmen wird der Präsident die erneute Spitzenkandidatur in einer Rede zum Abschluss des dreitägigen Parteikonvents am Donnerstag.

Der Präsident war gestern in Charlotte eingetroffen. Ursprünglich sollte Obama am Donnerstag in einem Footballstadion unter freiem Himmel vor 70'000 Menschen reden. Wegen drohender Gewitter wurde sein Auftritt aber in die überdachte Arena verlegt, wo der Parteitag seit Dienstag stattfindet. (SDA)

 

Werbung überspringen

Beliebteste Kommentare

  • Elsbeth  Schmid
    Ich wünsche US-Präsident Barack Obama viel Erfolg für seine Wiederwahl.
  • Meter  Toni , Berikon
    Auch ich, wünsche Barack Obama, alles Gute und hoffe, dass das amerikanische Volk einsieht, was dieser Mann für sie getan hat. Er hat ein Land übernommen, welches total am Boden war. Das aufzuräumen braucht schon eine übermenschliche Leistung. Ich würde mich sehr freuen, wenn das auch die Wähler so sehen würden und ihm noch eine Legislaturperiode geben würden, um das weiterzuführen, was er begonnen hat. Good Luck

Alle Kommentare (6)

  • Thomas  Honegger
    Existiert denn in den USA nirgends eine fähige Person, die endlich die abscheuliche Aussenpolitik ändert? Aber solange der Wahlkampf mit zig-Millionen durch einflussreiche Lobbyisten finanziert wird, wird das von Politik ahnungslose und hinters Licht geführte amerikanische Volk auch keine Alternative kennenlernen und wählen.
    • 06.09.2012
    • 0
    • 0
  • Adrijana  Berishaj , via Facebook
    Die Versprechungen, welche die Nominierten jeweils machen, sind schlicht und einfach nicht in 4 bzw. 8 Jahren umsetzbar. Trotzdem überbieten sich die Konkurenzen jedes Mal aufs neue selbst. Obama konnte die Gesundheitsreform durchsetzen, das ist ein grosser Erfolg. Die Stimmen der Schwarzen hat er auf Sicher. Er wird auch für die Nächsten weiteren vier Jahre brillieren. Seine Frau wird ihm weiterhin als Geheimwaffe zur Verfügung stehen.
    • 06.09.2012
    • 7
    • 1
  • Max  Meier , Resende
    Max Meier Brasil
    Mit Obama währe endlich wieder einmal ein Mann Präsident und ist ja auch noch, der Menschlich ist. Das sollten die Amis nicht vergessen.
    Bei ihm kommen zuerst die anderen und erst am schluss kommt er selber dran. Das ist die Einstellung die auch die Schweiz brauchen sollte.
    Max Meier
  • Meter  Toni , Berikon
    Auch ich, wünsche Barack Obama, alles Gute und hoffe, dass das amerikanische Volk einsieht, was dieser Mann für sie getan hat. Er hat ein Land übernommen, welches total am Boden war. Das aufzuräumen braucht schon eine übermenschliche Leistung. Ich würde mich sehr freuen, wenn das auch die Wähler so sehen würden und ihm noch eine Legislaturperiode geben würden, um das weiterzuführen, was er begonnen hat. Good Luck
  • Bruno  Burgin , San Dirgo
    Wirkliche Haushaltsüberschuss in Amerika gab es schon lange nicht mehr, auch unter Clinton nicht. Nun ja, wenn man den Social Security überschuss zum general fund zählt seit dem zweiten Weltkrieg, dann gab es jahrelang Überschüsse welche sich nun in noch grössere Löcher über Jahrzehnte verwandelt haben, da Rückstellungen für ein President der max. 8 Jahre im Amt ist ein Fremdwort sind.
Seite 1 2 »
Seitenanfang

Top 3

1 Morphing: Obama gegen Romney Wer macht das Rennen ums Weisse Haus?bullet
2 Steuerdaten beweisen Romney gehört ein Stück Prime Towerbullet
3 Peinliche Panne Romneys Sieger-Webseite ging schon onlinebullet

Ausland