USA und Russland einig Waffenruhe in Syrien ab Montag

GENF - Durchbruch bei Syrien-Gesprächen: US-Aussenminister John Kerry und sein russischer Kollege Sergej Lawrow haben sich in Genf geeinigt: Ab Montag sollen in Syrien die Waffen ruhen.

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Im syrischen Bürgerkrieg sollen vom kommenden Montag an die Waffen schweigen: Die USA und Russland haben sich auf einen Plan zur Durchsetzung der Waffenruhe sowie für eine politische Lösung des seit mehr als fünf Jahren anhaltenden Konflikts geeinigt, dem hunderttausende Menschen zum Opfer gefallen sind.

Zudem wollen sie in Syrien militärisch kooperieren, wie US-Aussenminister John Kerry und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow in der Nacht zum Samstag nach langwierigen Verhandlungen in Genf bekanntgaben. Die Feuerpause soll mit Sonnenuntergang am 12. September parallel zum Auftakt des islamischen Opferfests beginnen.

Sieben Tage nach Beginn der Waffenruhe wollen beide Staaten - sofern sie tatsächlich eingehalten wird - mit einer militärischen Kooperation zur Bekämpfung von Terrorgruppierungen wie Al-Nusra, Islamischer Staat (IS), und Al-Kaida in Syrien beginnen, erklärte Kerry.

Lawrow fügte hinzu, Washington und Moskau hätten sich auf Gebiete geeinigt, in denen beide Länder künftig gegen Terroristen vorgehen. Abgesprochen wurde nach Angaben beider Minister auch ein Austausch von relevanten Geheimdienstinformationen sowie die Abstimmung von Angriffszielen.

Mit Syrien und Rebellen abgesprochen

Kerry sprach von einem möglichen «Wendepunkt» im syrischen Bürgerkrieg. Die amerikanisch-russischen Vereinbarungen würden endlich auch die humanitäre Versorgung notleidender Menschen durch Hilfsorganisationen ermöglichen. Zugleich sollten die umfangreichen Absprachen beitragen, den Weg zu einem politischen Übergangsprozess ebnen. Auch dabei würden die USA und Russland kooperieren.

Lawrow erklärte, Moskau habe die Vereinbarung einer Waffenruhe mit der syrischen Regierung abgesprochen. Diese habe ihr Einverständnis bekundet. Die USA hätten sich ihrerseits mit der syrischen Opposition abgesprochen, berichtete Kerry bei einer gemeinsamen Pressekonferenz.

Ein Sprecher des Hohen Verhandlungskomitees (HNC) der syrischen Opposition sagte der russischen Nachrichtenagentur Tass am Samstagmorgen, das HNC würde das Abkommen unterstützen, wenn auch die Soldaten des Regimes von Machthaber Baschar al-Assad die Kampfhandlungen einstellen würden.

USA ging Kompromisse ein

Kerry verwies darauf, dass die USA Kompromisse im Interesse einer Friedenslösung für Syrien eingegangen seien. Präsident Barack Obama sei dabei «die Extra-Meile gegangen», damit das Blutvergiessen in Syrien endlich beendet werden könne. Auch Russlands Präsident Wladimir Putin habe dazu beigetragen.

Der jetzigen Genfer Syrien-Vereinbarung waren wochenlange diplomatische Aktivitäten vorausgegangen. Am 26. August hatten Kerry und Lawrow bei einem Treffen in Genf erklärt, man habe sich grundsätzlich auf den Weg zu einer Waffenruhe verständigt, jedoch seien noch etliche Details auszuhandeln. In diplomatischen Kreisen hiess es, zu den Problemen habe gehört, dass beide Seiten ihre jeweiligen Verbündeten in Syrien zur Einhaltung einer Feuerpause drängen mussten.

Der UNO-Sonderbeauftragte für Syrien, Staffan de Mistura, begrüsste die Vereinbarungen ausdrücklich. Den USA und Russland sei es gelungen, einen klaren Plan für eine Waffenruhe auszuhandeln. UNO-Organisationen stünden bereit, sofort Hilfsgüter für Hunderttausende Syrer in belagerten Regionen zu liefern, sobald die Waffenruhe beginne. Für die syrische Bevölkerung gebe es endlich wieder Hoffnung. (bau/SDA)

Publiziert am 10.09.2016 | Aktualisiert am 10.09.2016
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4 Kommentare
  • Martin  Arnold aus Derendingen
    10.09.2016
    Solange es Nationen gibt, die Kriegsmaterialexporte befürworten, wird es Kriege geben! Da gehört auch die CH dazu! Wir sind mitschuldig!
    Wozu wird den Kriegsmaterial, im speziellen Waffen; produziert? Doch wohl zum töten! Wer etwas anders glaubt oder behauptet ist ein Träumer. Das Argument "wenn wir nicht, dann ein anderer" ist äusserst schwach, resp. ist gar keins!
  • Thomas  Zürcher 10.09.2016
    Die Botschaft hör sich gut an aber mir fehlt der Glaube.Dass sich die USA und Russland über eine Waffenruhe in einem Land einigen müssen in dem offiziell ganz andere Krieg führen sagt eigentlich schon alles.
  • Othmar   Huber 10.09.2016
    Grossartig - nun ist Frieden! Aber nur - wenn sich die vielen Kriegstreiber endlich mal darüber einigen, dass den Rebellen Organisationen keine Waffen und Munition mehr geliefert wird. Solange diese sogenanten Freiheitskämpfer" die sich unter Al Nusra und IS und vielen anderen "Ehrenmännern nicht der Waffenhahn abgesperrt wird es einfach nach ein paar Tagen wieder weiter gehen wie gehabt.
  • Armin  Bruesch aus Thusis
    10.09.2016
    Es ist unglaublich und so sehr beschämend, dass die Mächtigen Nationen keinen dauernden Waffenstillstand auf die Reihe kriegen.Sind die Kriegstreiber noch Menschen oder sind die Tiere schon die Besseren Menschen? Warum nimmt man die Schuldigen nicht in die Pflicht? Gilt der Grundsatz: Wer solche Freunde hat braucht keine Feinde!