Grünes Licht USA lässt Impfstoff gegen Schweinegrippe zu

  • Publiziert: 16.09.2009, Aktualisiert: 02.01.2012

WASHINGTON – In den USA gehts der Schweinegrippe jetzt an den Kragen – Impfstoffe von gleich vier Herstellern wurden zugelassen – doch Experten bezweifeln die Wirksamkeit.

Die USA haben grünes Licht für den Einsatz von Impfstoffen gegen die Schweinegrippe gegeben. Die Behörde für Arznei- und Lebensmittelsicherheit (FDA) liess die Impfstoffe von vier Herstellern, darunter der Schweizer Pharmakonzern Novartis, zu.

Zugelassen wurden auch die Impfstoffe von Sanofi-Aventis, Medimmune und CSL, wie Gesundheitsministerin Kathleen Sebelius heute im US-Repräsentantenhaus sagte. Die Genehmigung für einen weiteren Hersteller stehe noch an.

Die ersten Chargen könnten in den nächsten vier Wochen ausgeliefert werden. Es gebe genug Impfstoff für alle US-Bürger, die einen Grippe-Schutz wollten.

Impfung wird kostenlos zur Verfügung gestellt

Die Regierung habe bei den fünf Herstellern 195 Millionen Impfdosen bestellt, von denen etwa ein Drittel ab Oktober zur Verfügung stehen werde. Die Impfkampagne gegen das Virus A (H1N1) werde Mitte Oktober beginnen, die Impfstoffe würden kostenlos zur Verfügung gestellt.

Die Impfkampagne richtet sich nach Behördenangaben vor allem an fünf Risikogruppen: Schwangere, Menschen, die viel mit Kindern zu tun haben, medizinisches Personal, junge Menschen zwischen sechs Monaten und 24 Jahren und Menschen unter 65 Jahren, die unter anderen Krankheiten leiden. Das entspricht etwa 160 Millionen der rund 300 Millionen US-Bürger.

Experten sind skeptisch

Angesichts der schnellen Entwicklung bezweifeln einige Skeptiker jedoch die Wirksamkeit der Impfstoffe. Die Weltgesundheitsorganisation hatte die Krankheit im Juni zu einer Pandemie erklärt. Die letzte offizielle Infektionszahl lag im Juli bei 94000. Mittlerweile hat die WHO aufgehört zu zählen – das Virus verbreitet sich zu schnell: Die Schweinegrippe habe sich mit «noch nie dagewesener» Geschwindigkeit verbreitet, hiess es in einer WHO-Erklärung. In weniger als sechs Wochen habe das Virus einen Ausbreitungsgrad erreicht, für den vergangene Epidemien mehr als sechs Monate benötigten. Grund seien der Anstieg des Passagier-Flugverkehrs und des Tourismus (Blick.ch berichtete). (SDA/s5j)

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