USA, Israel und die Siedlungsfrage Verbaut!

Wie die Siedlungsfrage das Verhältnis von Obama und Netanjahu vergiftete – und warum das mit Trump kaum besser wird.

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Im März 2015 kam der Tiefpunkt: Als Israels Premierminister Benjamin Netanjahu auf Einladung der Republikaner vor dem US-Kongress sprach, gegen das Iran-Atom-Abkommen des Demokraten Barack Obama. Ein Berater des US-Präsidenten sagte damals: «Der spuckt uns öffentlich ins Gesicht!»

Tatsächlich: «Bibi» Netanjahu und Obama konnten sich im Grunde nie leiden. 2012 warb der Israeli offen für Obamas Wahlgegner Mitt Romney – in den israelischen Wahlen 2015 hoffte das Obama-Team unverblümt auf eine Niederlage Netanjahus. Es ging für beide schief.

Das Zerwürfnis dieser Woche ist also nur logisch: Die Obama-Regierung lässt den Uno-Sicherheitsrat eine Resolution verabschieden, die den Siedlungsbau Israels in den besetzten Gebieten verurteilt. Noch-US-Aussenminister John Kerry setzt noch eins drauf: «Wenn Israel die Ein-Staaten-Lösung sucht, muss es sich entscheiden, jüdisch oder demokratisch zu sein.» Für den einzigen demokratischen Staat im Nahen Osten eine Ohrfeige.

So hofft Netanjahu auf den nächsten Präsidenten: Donald Trump. Aber war Obama wirklich so ein schlechter Freund? Denn seit der Besetzung des Westjordanlands 1967 liess noch jeder US-Präsident mehr Israel-kritische Uno-Resolutionen passieren als Obama mit einer einzigen. Ausgerechnet unter dem republikanischen Helden Ronald Reagan waren es am meisten: 21 (siehe Tabelle).

Republikaner Trump ist also nicht zwangsläufig Israels grösster Freund, auch wenn er das behauptet – aber er hat ja seltsame Vorstellungen von Komplimenten. Juden mag er, «weil sie so gut mit Geld umgehen können». Nahostpolitik überliess er bisher eher Russlands Wladimir Putin. Zudem wählten 70 Prozent der amerikanisch-jüdischen Wähler Hillary Clinton. Trump riskiert wenig, wenn er Israels Wünsche ignoriert.

Gut möglich, dass «Bibi» sich seinen alten Feind Barack eines Tages zurückwünscht.

Publiziert am 30.12.2016 | Aktualisiert am 30.12.2016
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16 Kommentare
  • Dieter  Mattmüller 30.12.2016
    @a-G.Karlen: "Zufälligerweise" haben Sie vergessen, die Bibelstelle anzugeben. Diese gibt es überhaupt nicht - aber Ihre Behauptung wird noch gelikt ....
  • Anselm-Gilbert  Karlen aus Naters
    30.12.2016
    Viele die heute gegen den Islam und seine teilweise extreme Auslegung eines verschwindet kleines Teiles dieser Glaubensgemeinschaft wettern, haben das Mittelalter und die Kreuzzüge vergessen oder davon keine Kenntnisse erhalten. Mit gleicher Brutalität haben die Christen (Heiligen Ritter) damals mit dem Segen des Papstes, im Nahen Osten (Jerusalem) Frauen und Kindern in Kirchen zusammengetrieben und aufgespiesst. Heute werden sie von den Dschihadisften enthauptet. Ich verurteile beides!
  • Werner  Meier 30.12.2016
    Die Hinterlassenschaft von Obama ist das totale Fiasko.
    Streit mit Israel, China, Russland, Grossbritannien (z.B. Brexit-Befürworter und Aussenminister Boris Johnson), den Philippinen. Stattdessen Tolerierung und Förderung des IS und islamistischer Rebellen als Ursache der Völkerwanderung nach Europa, während Russland Aleppo mit den dortigen Christen befreit hat. Und alle Fehlleistungen von Obama wurden von den Wahrheitsmedien über Jahre schöngeredet.
    • Anselm-Gilbert  Karlen aus Naters
      30.12.2016
      @Meier W. Ab Januar können Sie die Leistungen von D.Trump dokumentieren und kommentieren. Sie werden viel Zeit benötigen. D.T. wird Ihnen Arbeit bescheren, den dieser Mann denkt nicht er handelt. In der Geschichte, gibt es einige solche Beispiele. Ausnahmslos haben die ein Chaos hinterlassen, dass über Jahrzehnte aufgeräumt werden musste. Das jüngste Beispiel war Adolf vor mehr als 70 Jahren. Hoffen wir das dieser Kelch an uns vorübergeht.
  • Annemarie   Setz 30.12.2016
    Israel hat seine Berechtigung als Staat, aber Palästina hat dies auch. Wenn man aber den Palästinensern immer mehr vor die Nase baut, und ihren Bauern das Wasser entzieht, um eigene Luxusschwimmbäder zu füllen hat das nichts mehr mit ausgleichender Gerechtigkeit zu tun. Die Entscheidung im UNO Sicherheitsrat war richtig. Aber jetzt kommt der amerikanische Ober-Chef Trump und flattiert Netanjahu bis zum Geht nicht mehr. Dafür poltert er arrogant gegen China. Zudem Freundschaft mit Putin.
  • Thomas   Siegler aus Davos Platz
    30.12.2016
    Woher nehmen sich die Jeden eigentlich das Recht sich alle zu erlauben. Aber wehe dem der es wagt sie zu kritisieren oder so einen auch nur mal schräg anzusehen. Von selber anpassen in Gastländern sowieso keine Rede!