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Es stand relativ schnell fest: Der junge Umar Faruk Abdulmutallab (23), der Weihnachten versuchte eine Boeing in die Luft zu sprengen, war kein Einzeltäter. Hinter dem versuchten Anschlag sollen vier Hintermänner der Al Kaida stehen.
Gemäss «ABC News» wurden zwei davon vor zwei Jahren aus dem umstrittenen US-Gefangenenlager Guantanamo entlassen: Häftling Nummer 333 und Häftling Nummer 372, Muhamad Attik Al-Harbi und Said Ali Shari.
Das US-Verteidigungsministerium veröffentlichte jetzt einen Bericht, wonach die beiden Männer seit ihrer Entlassung «führende Rollen» bei der Al Kaida im Jemen eingenommen hätten. Es war auch die Al Kaida in Jemen, die sich gestern zum Anschlag bekannt hatte.
«ABC News» zufolge sagte der verhaftete Attentäter Abdulmutallab aus, dass ihn zwei Topführer der Al Kaida mit dem Sprengstoff versorgt hätten. Der Verdacht der Ermittler fiel so relativ schnell auf die beiden im November 2007 entlassenen Guantanamo-Häftlinge Muhamad Attik Al-Harbi und Said Ali Shari.
Beide sollen seit ihrer Entlassung als militärische Kommandeure tätig sein. Ein Video vom Januar 2009 zeigt beide mit dem Chef der Al Kaida Jemen, Abu Basir Naser Al-Wahishi. Al-Wahishi war zuvor als persönlicher Sekretär von Terrorfürst Osama Bin Laden tätig gewesen.
US-Behörden hatten Muhamad Attik Al-Harbi und Said Ali Shari 2007 aus Guantanamo entlassen und in ein Rehabilitationsprogramm in Saudi Arabien geflogen. Später wurden sie auf freien Fuss gesetzt.
Wenig später tauchten beide bei der Al Kaida im Jemen auf.
Die Guantanamo-Rehabilitationsprogramme in Saudi Arabien, die unter amerikanischer Schirmherrschaft stehen, werden in den USA bereits länger kritisiert: «Diese Programme sind ein Witz», so ein US-Diplomat. Als Teil des Programms würden den ehemaligen Gefangenen etwa Malfarben und Flitzstifte gegeben.
Auch im Jemen gab es einmal ein Programm für ehemalige Guantanamo-Häftlinge. Es wurde jedoch eingestellt – weil viele der Teilnehmer sich sofort der dortigen Al Kaida anschlossen. (gux)