USA geben Russland die Schuld Syrien-Friedensgespräche ausgesetzt

GENF - Die USA haben Russland eine Mitschuld an der dreiwöchigen Unterbrechung der Syrien-Friedensgespräche in Genf gegeben. US-Aussenminister John Kerry warf Moskau - und der syrischen Führung in Damaskus - vor, eine militärische Lösung des Konflikts vorzuziehen.

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Kerry forderte während seines Aufenthalts in London «das Regime und seine Unterstützer» auf, das Bombardement der Opposition, vor allem in Aleppo, zu beenden. Diese Luftangriffen hätten die Friedensbemühungen in Genf behindert, hatte zuvor bereits ein Sprecher Kerry gesagt.

Die Genfer Gespräche seien «teilweise» auch deshalb vertagt worden, weil es «schwierig» sei, eine politische Lösung zu finden, während humanitäre Hilfe behindert und Unschuldige getötet würden, sagte Sprecher John Kirby.

Washingtons Forderungen an Moskau

Die russischen Luftangriffe richteten sich nicht gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), sondern «fast ausschliesslich» gegen die syrische Opposition, kritisierte er. Zum wiederholten Mal gebe es Berichte über getötete Zivilisten, Vertreibungen und Behinderungen humanitärer Hilfe.

Washington fordere Moskau daher erneut auf, «militärische Energie» gegen den IS zu richten und nicht «gegen die Opposition oder unschuldige Zivilisten».

Auch der französische Aussenminister Laurent Fabius kritisierte die «brutale Offensive» der syrischen Regierungstruppen «mit der Unterstützung Russlands». Das Ziel der Angriffe sei, «Aleppo und seine hunderttausenden Einwohnern einzukesseln und zu ersticken», erklärte Fabius am Mittwochabend in Paris.

Weder Assad noch seine Unterstützter hätten die Friedensbemühungen unterstützt

Frankreich unterstütze die Entscheidung des UNO-Vermittlers Staffan de Mistura, die Syrien-Gespräche zu vertagen, erklärte Fabius. Weder die Regierung von Präsident Baschar al-Assad noch seine «Unterstützer» hätten sich wirklich an den Verhandlungen beteiligt. Stattdessen hätten sie die Friedensbemühungen mit ihrem Vorgehen «torpediert».

De Mistura hatte zuvor verkündet, dass die Gespräche unter Vermittlung der UNO bis zum 25. Februar «vorübergehend unterbrochen» seien. De Mistura hatte seit Freitag in getrennten Treffen mit Vertretern der syrischen Regierung und ihrer Gegner versucht, die Verhandlungen zur Beendigung des Bürgerkriegs zum Laufen zu bringen.

Die syrische Armee war am Mittwoch weiter auf Aleppo vorgerückt und kappte nach Militärangaben die letzte Versorgungsroute der Rebellen von der Stadt zur türkischen Grenze. Die Metropole Aleppo selbst ist geteilt: Den Westen kontrollieren Regierungstruppen, den Osten die Rebellen. (SDA)

Publiziert am 03.02.2016 | Aktualisiert am 04.02.2016
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12 Kommentare
  • süleyman  kovanci 04.02.2016
    Die russen sind in syrien eingefallen mit der begründung: wir werden gegen die IS vorgehen ! Wie wir jetzt alles sehen,gehts den russen nur um den erhalt ihrer stützpunkt am mittelmeer,dabei ist es ihnen wurscht wieviele zivilisten ums leben kommen oder das land richtung europa verlassen .
    • John  Livers aus St.Gallen
      04.02.2016
      Hr. süleyman kovanci
      Falsch, nach neuesten DRS Nachrichten von Heute 0800h haben die Russen dem IS die Versorgungswege aus der Türkei abgeschitten!
      Kann es sein dass sie deshalb den russischen Einsatz derart kritisieren?
  • Rudolf  Kupper 04.02.2016
    Wer hat den mörderischen Aufstand in Syrien angefacht und befeuert? Hillary C. wars, die als Aussenministerin den Aufständischen das Blaue vom Himmel herunter versprochen hat - und keiner will es heute mehr wahrhaben. Präsidentin der USA will sie jetzt werden. Ausgerechnet! A ja, fast vergessen: Schuld ist natürlich Russland - keiner käme von selber auf diese Idee.
  • Dracomir  Pires aus Bern
    04.02.2016
    Der Krieg ist erst beendet, wenn Assad seine Gegner inkl. IS-Kopfabschneider besiegt hat. Je schneller dies passiert, desto besser. Die Amis müssen endlich einsehen, dass Assad die volle Unterstützung von Russland und Iran hat und deshalb nicht besiegt werden kann.
    • süleyman  kovanci 04.02.2016
      Sie finden es legitim das ein massenmörder wie assad weiterhin im amt bleiben kann, mit hilfe der russen und perser ?
    • John  Livers aus St.Gallen
      04.02.2016
      @kovanci
      War es mit Assad nicht bedeutend besser, was kommt nach Assad? Natürlich ist eine Ausweitung in Richtung Süden das Ziel Erdogans, darum muss ja auch Assad weg.
  • Jenkins  Roy aus Geneve
    04.02.2016
    Das ist ein Irrglaube, dass man diesen Krieg beenden kann, solange Baschar Assad sein blutiges Gemetzel weiterhin mit Hilfe von Russland
    tut. Assad hat 250000 Tote am Gewissen Isis hat nicht einmal einen Zewhnten Teil Assad und Tutin haben die ganze Welt im September getäuscht USA hätte dieses Unterfangen im September merken müssen und diesem schon gar nicht zustimmen dürfen Was für ein Wahnsinn
    • John  Livers aus St.Gallen
      04.02.2016
      georg keller
      Noch nicht gemerkt, dass endlich etwas geht seit die Russen eingegriffen haben? Nur weil sie unter Druck kommen sind die Rebellen überhaupt auf diese Pseudoverhandlungen eingegangen.
  • Hans  Scheidegger 03.02.2016
    Die Syrien-Friedensgespräche für eine politische Einigung und für die Beendigung der unendliches Leid verursachenden Gewalt sind schon vor Beginn zum Scheitern verurteilt: Einige Konfliktparteien propagieren scheinheilig solche Verhandlungen, während sie weiterhin ihre Kämpfe fortsetzen. Bedeutende islamistische Rebellengruppen nehmen nicht teil oder werden sogar ferngehalten. Ein Ende des Blutvergiessens ist überhaupt nicht abzusehen, im Gegenteil. Jede Kriegspartei kocht ihr eigenes Süppchen.