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Es war das erste Mal seit mehr als 50 Jahren, dass ein mit Angela Merkel ein deutscher Regierungschef die Ehre hatte, vor beiden Häusern des US- Parlaments zu sprechen. Nur Kanzler Adenauer hatte 1957 ebenfalls in der US-Hauptstadt eine Rede gehalten – allerdings nacheinander in Senat und Repräsentantenhaus.
Und die mächtigste Frau der Welt kam an: Schon zu Beginn gabs eine Standing ovation. Immer wieder wurde ihre Rede von lautem Applaus unterbrochen. Merkel gab die Blumen zurück: «Einen besseren Partner als Amerika gibt es für Europa nicht, und einen besseren Partner als Europa gibt es für Amerika nicht», sagte die Kanzlerin.
Jugendliche Begeisterung für die USA
Die Bundeskanzlerin erinnerte in ihrer rund halbstündigen Rede an die Berliner Luftbrücke und an den Einsatz der Präsidenten John F. Kennedy und Ronald Reagan für Deutschland. Sie dankte auch Präsident George Bush senior, der Deutschland bereits im Mai 1989 Partnerschaft und Führung angeboten habe.
Merkel erinnerte in bewegenden Worten und mit teilweise sehr persönlichen Gedanken an den Mauerfall vor zwei Jahrzehnten. Der 9. November sei aber auch der Jahrestag der Pogromnacht und dem Beginn der systematischen Tötung von Juden.
Sie erinnerte an ihre Jugend in der DDR hinter Mauern. Sie habe sich nie vorstellen können, in die USA zu reisen oder gar vor dem amerikanischen Kongress zu stehen. Sie habe sich damals für Jeans «einer bestimmten Marke» und für die Weite der amerikanischen Landschaft begeistert, sagte Merkel.
Lob Obamas für Deutschland
Vor ihrer Rede vor dem Kongress würdigte US-Präsident Barack Obama Merkel bei einem Treffen im Weissen Haus als «aussergewöhnliche Führungspersönlichkeit».
Deutschland sei ein «ausserordentlich starker Verbündeter bei vielen internationalen Fragen» und ein «ausserordentlich starker Stützpfeiler der transatlantischen Beziehungen». (SDA/bih)