Nach Abu Ghraib-Skandal US-Offiziere entlastet

  • Publiziert: 24.04.2005, Aktualisiert: 03.01.2012

WASHINGTON/BAGDAD – Die Bilder gingen um die Welt: Im Oktober 2003 wurden irakische Häftlinge im berüchtigten Knast von Abu Ghraib misshandelt. Jetzt spricht eine Untersuchung General Ricardo Sanchez frei.

Der frührere Befehlshaber der US-Truppen im Irak Sanchez war von Anfang an eine zentrale Figur in dem Misshandlungsskandal. Er hatte am 14. September 2003 Richtlinien für Vernehmungspraktiken erlassen und sie am 12. Oktober revidiert – etwa zu der Zeit, zu der sich die Misshandlungen ereigneten. In zwei früheren Untersuchungsberichten war Sanchez vorgeworfen worden, nicht scharf genug durchgegriffen zu haben.

Doch jetzt wäscht ein Untersuchungsbericht vom Chef des Heeresaufsichtsamts, Generalinspektor Stanley Green, Sanchez von jeglicher Mitschuld an der Misshandlung irakischer Gefangener rein. Sanchez bleibt demnach weiter Chef des in Deutschland beheimateten V. Korps. Unbestraft bleiben auch sein Stellvertreter, Generalmajor Walter Wojdakowski, sein juristischer Berater Mark Warren und Generalmajorin Barbara Fast, die unter Sanchez als Chefin des US-Militärgeheimdienstes in Bagdad arbeitete.

Für gerechtfertigt hält Green hingegen die Anschuldigungen gegen die Reserve-Brigadegeneralin Janis Karpinski. Karpinski befehligte zum Zeitpunkt der Misshandlungen die für Abu Ghraib zuständige 800. Militärpolizei-Brigade. Sie hat ihr Kommando verloren und erhielt einen Verweis.

Wieder Tote bei Anschlägen

BAGDAD – Die Gewalt im Irak setzte sich am Wochenende mit unverminderter Intensität fort. Bei zwei zeitlich abgestimmten Bombenanschlägen nahe einer schiitischen Moschee wurden am Sonntagabend in Bagdad mindestens 15 Menschen getötet.

Wenige Stunden zuvor wurden bei einem doppelten Selbstmordanschlag in der Stadt Tikrit mindestens sieben Menschen getötet und 37 verletzt.

Nahe der Stadt Hilla südlich von Bagdad kamen drei Rebellen ums Leben, als sie einen Sprengsatz am Strassenrand platzieren wollten. Bei einer Bombenexplosion neben einem US-Militärkonvoi in Bagdad wurden zwei US-Soldaten getötet.

Bei Abu Ghraib, westlich von Bagdad, riss ein Selbstmordattentäter am Samstag mindestens neun irakische Soldaten mit in den Tod.
play Dieses Bild mit Lynndie England sorgte weltweit für Entsetzen und Empörung. (AP)

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