Ölpest im Golf von Mexiko US-Kongress stellt Ölmultis an den Pranger

  • Publiziert: 15.06.2010, Aktualisiert: 02.01.2012

WASHINGTON - Wegen der Ölkatastrophe mussten heute Manager der führenden Ölkonzerne vor dem US-Kongress antraben – und sich einiges anhören. Ihre Notfall-Pläne wurden als «wertlos» kritisiert.

Nicht nur BP-America Chairman Lamar McKay, auch die vier anderen führenden Ölkonzerne, haben sich heute im Hinblick auf die Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko im US-Kongress massive Vorwürfe anhören müssen.

Keine der fünf vorgeladenen Firmen verfüge über angemessene Pläne zur Bewältigung eines Vorfalls, wie er sich nach der Explosion der BP-Plattform vor gut zwei Monaten ereignete, sagte der Abgeordnete Henry Waxman. Die Unternehmen wiesen lediglich «Massnahmen von der Stange» vor, von denen sich einige bereits als nutzlos erwiesen hätten, warf der Demokrat den Spitzenmanagern von BP, Exxon, Chevron, ConocoPhillips und Royal Dutch Shell vor.

Notfall-Pläne «wertlos»

Die Notfall-Pläne aller Konzerne seien «praktisch wertlos, wenn sich tatsächlich eine Ölpest ereignet», kritisierte auch der Abgeordnete Bart Stupak.

Stupak hob insbesondere Exxon Mobil hervor. Der Konzern verfüge über eine 40-seitige Medienstrategie, die fünf Mal länger sei als sein Plan zum Schutz der Umwelt. Exxon Mobil mache sich offenbar mehr Sorgen um die öffentliche Wahrnehmung als um die Natur, sagte Stupak.

Exxon-Chef Rex Tillerson sagte, dass es den Unternehmen vorwiegend darum gehe, Ölkatastrophen zu vermeiden. Wenn sie sich dann doch ereigneten, «sind wir nicht sehr gut aufgestellt, um damit umzugehen», räumte er ein.

Die vorgeladenen Manager hörten sich regungslos die Vorwürfe der Mitglieder des Unterausschusses im Repräsentantenhaus an, vor dem sie Rede und Antwort zu Fragen der Sicherheit der Ölförderung auf offener See stehen sollen.

Industrie unter Druck

Die Anhörung könnte erheblich Einfluss darauf haben, wie künftig mit Offshore-Bohrungen verfahren wird. Im Gespräch sind höhere Strafen und verschärfte Sicherheitsvorkehrungen. Betroffen ist somit nicht nur BP, sondern die gesamte Branche. (SDA/nce)

play Chairman von BP America Inc. Lamar McKay heute vor dem US-Kongress. (Keystone)

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