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Viele Menschen gingen auf die Strasse und protestierten gegen das Urteil – 12 Jahre Arbeitslager. (Reuters)
Es gleicht eher einem Schauprozess, als einer fairen Gerichtsverhandlung. Die Richter des nordkoreanischen Diktators Kim Jong II werfen den beiden US-Journalistinnen vor, sie hätten mit Filmaufnahmen eine «Schmutzkampagne» zur Menschenrechtspolitik in Nordkorea anstossen wollen. Zudem hätten sie illegal die Grenze übertreten, berichten nordkoreanische Medien.
Neutrale Beobachter müssen draussen bleiben
Jetzt sollen Lee und Ling «gestanden» – und sogar das Urteil, zu jeweils zwölf Jahren Arbeitslager «akzeptiert» haben. Sie hätten zugegeben, dass sie mit «erfundenen» Bildern die Menschenrechtspolitik des Landes verfälscht hätten darstellen wollen um Nordkorea so «zu isolieren und zu unterdrücken.» Das meldet die amtliche Nachrichtenagentur KCNA heute.
Südkoreanische Medien widersprechen allerdings den Berichten aus dem Norden. Demnach sollen die beiden Journalistinnen auf der chinesischen Seite des Flusses gefilmt haben, als sie von den nordkoreanischen Grenzschützern zu Unrecht festgenommen wurden. Die USA forderten nach dem Urteil eine Begnadigung der Journalistinnen – bis jetzt erfolglos (Blick.ch berichtete).
Die beiden Frauen waren Mitte März am Tumen- Fluss festgenommen worden, der die Grenze zum benachbarten China bildet. Im Auftrag eines kalifornischen Fernsehsenders arbeiteten sie an einer Reportage über Nordkoreaner, die über den Tumen nach China flüchten.
Werden sie als Druckmittel benutzt?
Beobachter vermuten, dass das kommunistische Regime in Pjöngjang die beiden Frauen als Druckmittel bei möglichen Verhandlungen mit Washington benutzen könnte. Die USA debattieren zurzeit mit den anderen Mitgliedern des Uno-Sicherheitsrats über eine Resolution zum weltweit verurteilten Atomtest in Nordkorea vom 25. Mai. (SDA/s5j)