US-Haushalt: riesiges Defizit von 1,75 Billionen!

  • Aktualisiert am 03.01.2012

WASHINGTON – Im Kampf gegen die Wirtschaftskrise nimmt US-Präsident Barack Obama das grösste Haushaltsdefizit seit dem Zweiten Weltkrieg in Kauf: Ein Minus von 1,75 Billionen Dollar!

Für das laufende Haushaltsjahr erwartet das Weisse Haus einen Fehlbetrag von 1,75 Billionen Dollar – damit klafft ein noch grösseres Loch in der Staatskasse als die bisher befürchteten 1,3 Billionen Dollar.

Das astronomische Defizit von 1,75 Billionen Dollar würen 12,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausmachen, der höchste Anteil seit 1945!

Aber auch für 2010 sieht die Rechnung düster aus: Der Umfang des Budgets soll auf 3,606 Billionen Dollar sinken, das Defizit wird auf 1,171 Billionen Dollar veranschlagt.

Der Entwurf muss jetzt vom Kongress verabschiedet werden, wo es zahlreiche Änderungen geben dürfte. Das Fiskaljahr 2010 beginnt am 1. Oktober.

Obama kündigte bei der Vorlage des Entwurfs harte Einschnitte in staatliche Ausgaben sowie die Erhöhung der Steuern für die Vermögenden an.

Für das restliche Fiskaljahr beantragte Obama weitere 75,5 Milliarden Dollar für die Kriege in Afghanistan und dem Irak. Zwar würde diese Summe 2010 auf 130 Milliarden Dollar fallen.

Der übrige Militärhaushalt soll jedoch um vier Prozent auf 533,7 Milliarden Dollar steigen. Darin sind die Ausgaben für das Atomwaffenarsenal nicht enthalten.

Zentral für seinen Etatentwurf seien Ausgabendisziplin, Transparenz und Verantwortlichkeit, sagte Obama. Er versicherte erneut, dass er das Haushaltsdefizit in seiner Amtszeit halbieren werde. Der Haushalt solle den Wandel bringen, den er dem amerikanischen Volk versprochen habe, betonte Obama.

Der Etatentwurf sehe unter anderem vor, die Steuern für 95 Prozent der Bürger zu senken, die Kosten des Irakkriegs zurückzufahren, Millionen Menschen ohne Krankenversicherung in das Gesundheitswesen zu integrieren sowie 15 Milliarden Dollar in Energieprojekte zu investieren. (gux/SDA)

Warten mit einem enormen Defizit auf: US-Präsident Barack Obama und sein Finanzminister Timothy Geithner.- Reuters

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