US-Geheimdienst schlägt Alarm: Österreich wird zur IS-Drehscheibe

Die schlimmsten Befürchtungen der Schweizer Behörden sind in unserem Nachbarland Realität.

Mindestens 160 IS-Kämpfer stammen aus Österreich, Tendez steigend. play

Mindestens 160 IS-Kämpfer stammen aus Österreich, Tendez steigend.

AP

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Die Armee, die sich Is­lamischer Staat (IS) nennt, ist so europäisch wie noch keine islamistische Terrorgruppe vor ihr. Hinter ihren Bärten und unter ihren Masken verstecken sich lauter junge Männer, die in Westeuropa aufgewachsen sind.

Auch bei uns. Der Nachrichtendienst des Bundes schätzt, dass bis zu 40 Schweizer als Dschihadisten ins Kriegsgebiet des Iraks, Syriens und des Libanons gereist sind, um dort ihre mörderischen Dienste zu verrichten. Der «Tages-Anzeiger» berichtet heute, dass die Bundesanwaltschaft in «etwa 20 Fällen im Bereich des radikalen Dschihadismus» ermittle.

Bis zu 40 Schweizer – schlimm genug. Aber die Zeitung «Österreich» schreibt jetzt, dass unser Nachbarland ein viel grös­seres IS-Problem hat. John Schindler, Ex-Offizier beim US-Sicherheitsdienst NSA, heute Geheimdienstberater in Sachen Naher Osten, spricht in ­einem Interview von mindestens 160 IS-Kämpfern aus ­Österreich. Zum Vergleich: Deutschlands Verfassungsschutz rechnet mit 320 deutschen Kämpfern – bei zehnmal mehr Einwohnern als Österreich!

Zentrum der Gewaltprediger ist Wien. «Der islamistische Extremismus versteckt sich dort vor aller Augen», warnt Schindler. «Eine berüchtigte Salafisten-Moschee ist gleich gegenüber der Stiftskaserne – einer grossen Basis des österreichischen Bundesheeres.»

Viele der Austria-Dschihadisten seien Konvertiten. Doch die meisten stammten aus Tschetschenien, der Türkei und vor allem aus Bosnien. Schindler nennt ein Beispiel: Imam Bilal Bosnic, vor zwei Wochen in Bosnien festgenommen, sei de facto der Chef von IS Bos­nien gewesen. Er hatte zuvor in Österreich gelebt.

Der bosnische Extremismus hat sich in den 1990er-Jahren im Jugoslawien-Krieg entwickelt – sein Zentrum ist aber nicht Sarajewo, sondern Wien. «Weil man in Österreich ­leichter Anhänger rekrutieren kann», so Schindler, «und weil der bosnische Geheimdienst stärker gegen die Radikalen vorgeht.»

Der US-Geheimdienstler wirft den Behörden der Alpenrepublik Untätigkeit vor: «Sie müssen aufhören, in die an­dere Richtung zu schauen.» Zwar habe es in vergangenen Jahren keine Attentate in Österreich gegeben, weil IS und Co. das Land als «si­cheren Hafen» betrachteten. «Aber jetzt gerät die Situation ausser Kontrolle und ist nicht mehr akzep­tabel.»

Publiziert am 15.09.2014 | Aktualisiert am 15.09.2014
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23 Kommentare
  • Daniel  Keller aus Seebruck
    15.09.2014
    Wenn der Geheimdienst angeblich von 40 Leuten weiss hat die ÖFENTLICHKEIT auch ein RECHT zu wissen wer diese Leute namendlich sind mit bürgerlichem Namen und nicht ihren irrwitzigen Pseudonamen und ex-Wohnort. Ich befürchte die Ermittlungen der 20 Fälle führt nur zu Gutmenschtherapien mit Champangier, Reitstunden und Reha der Luxusklasse.
  • Abbas  Schumacher , via Facebook 15.09.2014
    Wie länger man nichts gegen diese Fanatiker unternimmt, wie stärker werde die. Junge Leute die sonst schwer an Arbeit kommen, weil ihr schulischer Rucksack und die jeweilige Sprache, der Anforderungen an sie nicht gerecht werden, die kann man leicht für solche Dienste Aufbieten. Alle Politiker müssen da Grenzen ziehen, Muslime die nur in der Nähe solcher Terrorgruppierungen steht, verbieten, wenn es geht ausweisen!
  • Dan  Werker 15.09.2014
    Angesichts der flächendeckenden Diskrimminierung von Männern in Bildungs- und Familienrechtlichen Fragen kann dies nicht wirklich überraschen. Das Pendel schlägt zurück. Und zwar gewaltig.
  • Daniel  Hänzi , via Facebook 15.09.2014
    Liebe Politiker WACHT AUF! Ich habe Angst in meinem eigenen Land. Ist das normal? Wo ist der Schutz für die Bevölkerung??? Reagiert endlich!!!
  • Jo  Klein aus Rorschach
    15.09.2014
    Hier habe ich von einem Verbot noch nichts gehört. Ein Verbot durch den Bundesrat. Wann bitte wird hier in der Schweiz auch einmal gezeigt, dass diese Handlungen nicht mehr geduldet werden. Ich werde jedenfalls keiner Partei die sich nicht rasch entschliesst, endlich wieder klare Richtlinien zugunsten der Schweizer Bevölkerung und zur Sicherheit unseres Landes meine Stimme geben. Hoffe andere Wähler auch! Was unternimmt die Regierung das ich ihr vertrauen kann bitte jetzt?