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Amnesty International (AI) sowie das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten bestätigten die Terminverschiebung, konnten aber keine Gründe dafür nennen. Das Urteil war für heute erwartet worden.
Am Wochenende hatte der zweite in Libyen festgehaltene Schweizer einen Erfolg verbuchen können: Das Gericht in der libyschen Hauptstadt sprach ihn vom Vorwurf des illegalen Aufenthalts im nordafrikanischen Land frei.
Beide Männer haben noch ein zweites Verfahren am Hals. Dabei werden ihnen unerlaubte wirtschaftliche Tätigkeiten zur Last gelegt. Die Urteile in diesem Prozess werden laut AI-Sprecher Daniel Graf ebenfalls in Kürze erwartet. Sie seien auf den 6. Februar für Max Göldi und auf den 7. Februar für Rachid Hamdani angesetzt.
Lange Vorgeschichte
Die beiden Schweizer waren am 19. Juli 2008 in Tripolis festgenommen worden. In der Schweiz wurde dies als Reaktion auf eine umstrittene Aktion der Genfer Behörden gewertet.
Diese hatten vier Tage zuvor Hannibal Gaddafi, einen Sohn des libyschen Staatschefs Muammar Gaddafi, und dessen Frau vorübergehend festgenommen, weil sie zwei Hausangestellte misshandelt haben sollen. Das Paar kam nach wenigen Tagen wieder frei, doch zwischen den beiden Ländern entwickelte sich ein gehässiger Streit.
Nutzloser Vertrag
Bundespräsident Hans-Rudolf Merz versuchte die Lage im August 2009 zu entspannen, als er nach Tripolis reiste und sich beim libyschen Regierungschef für die Festnahme Hannibal Gaddafis entschuldigte. In einem Vertrag einigte man sich auf die Wiederherstellung der bilateralen Beziehungen innert 60 Tagen und die Einsetzung eines Schiedsgerichts.
Nach seiner Rückkehr erklärte Merz in Bern zudem, die festgehaltenen Geschäftsleute könnten bis Ende August ausreisen. Daraus wurde aber nichts. Und auch ein Treffen von Merz mit Staatschef Gaddafi in New York am 24. September blieb ohne konkrete Ergebnisse.
Für zusätzliche Verstimmung hatte im September die vorübergehende Verschleppung der Schweizer an einen unbekannten Ort gesorgt. Die Libyer hatten nach eigenen Angaben befürchtet, die beiden Männer könnten von einem Schweizer Kommando befreit werden. Erst Anfang November wurden die Geiseln wieder in die Schweizer Botschaft in Tripolis zurückgebracht. (SDA/bih)