Unwürdig Mexiko will Trumps Mauer nicht bezahlen

Die Pläne des künftigen US-Präsidenten zum Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko sorgen für ein Fernduell zwischen den Nachbarn. «Natürlich wird Mexiko nicht für die Mauer bezahlen», sagte Mexikos Staatschef Enrique Peña Nieto am Tag nach der Rede von Donald Trump.

Grenzstreit USA-Mexiko: Mexiko investiert kein Geld in Trump-Mauerbau play
«Mexiko wird natürlich nicht bezahlen», sagte Präsident Enrique Peña Nieto. KEYSTONE/AP/REBECCA BLACKWELL

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Zugleich kündigte er an, dass seine Regierung sich bemühen werde, «eine gute Beziehung zu den USA und ihrem Präsidenten zu haben». Nur Stunden zuvor hatte Trump auf einer Pressekonferenz in New York seinen Plan bekräftigt, eine Mauer an der Grenze zu Mexiko zu errichten, um die illegale Einwanderung zu stoppen. «Wir werden eine Mauer bauen», sagte der künftige US-Präsident.

Trump: «Mexiko nutzt uns aus»

Grenzstreit USA-Mexiko: Mexiko investiert kein Geld in Trump-Mauerbau play
Trump will, dass Mexiko für die Mauer bezahlt. Keystone/AP/SETH WENIG

«Ich könnte eineinhalb Jahre warten, bis wir die Verhandlungen beenden, die direkt nach meinem Amtsantritt beginnen werden. Aber ich will nicht warten. Wir werden anfangen zu bauen. Auf irgendeine Art und Weise wird uns Mexiko für die Kosten der Mauer entschädigen. Sei es über eine Steuer oder eine Zahlung.»

Auch bei anderen Themen teilte Trump wieder ordentlich gegen das Nachbarland aus. «Mexiko nutzt uns aus. Das dürfen wir nicht zulassen», sagte der künftige US-Präsident. Besonders US-Firmen, die Produktionsstandorte nach Mexiko verlegen, sind ihm ein Dorn im Auge. Solche Unternehmen würden künftig mit hohen Strafzöllen belegt, sagte er. Zuletzt hatte der Autokonzern Ford bereits ein Grossprojekt in Mexiko beerdigt und stattdessen Investitionen in den USA angekündigt.

Differenzen mit den USA

«Die neue Etappe in den bilateralen Beziehungen zwischen den USA und Mexiko wird eine grosse Herausforderung in diesem Jahr werden», sagte Peña Nieto bei der Jahrestagung des diplomatischen Korps in Mexiko-Stadt. «Es ist offensichtlich, dass wir einige Meinungsverschiedenheiten mit der künftigen Regierung der Vereinigten Staaten haben.»

Die Beziehungen zwischen den USA und Mexiko sind eng und ambivalent. Die beiden Länder trennt die verkehrsreichste Grenze der Welt. Das Handelsvolumen beträgt mehr als 532 Milliarden US-Dollar, der Grossteil der mexikanischen Exporte geht in das Nachbarland im Norden. 34,6 Millionen Menschen mit mexikanischen Wurzeln leben in den Vereinigten Staaten. Probleme wie die organisierte Kriminalität und illegale Migration lassen sich allerdings nur gemeinsam lösen.

«Ich respektiere die Regierung von Mexiko. Ich respektiere das mexikanische Volk. Ich liebe das mexikanische Volk», sagte Trump am Mittwoch auf seiner Pressekonferenz. «Ich habe viele Mexikaner, die für mich arbeiten. Sie sind phänomenal.» Im Wahlkampf diffamierte er Mexikaner noch als Drogenhändler und Vergewaltiger.

Trump greife Würde der Mexikaner an

Peña Nieto hatte Trump schon während des Wahlkampfes in Mexiko-Stadt empfangen. Der Kurztrip endete in einem PR-Desaster für die mexikanische Regierung. Trump sprach im Präsidentenpalast von seinen Mauerplänen, Peña Nieto stand sprachlos daneben. Das nahmen ihm viele Mexikaner übel.

«Alle Themen, die unsere bilaterale Beziehung bestimmen, stehen nun zur Debatte», sagte der mexikanische Präsident am Mittwoch. «Niemals werden wir hinnehmen, dass unsere Würde als Land und als Mexikaner angegriffen wird.»

Zum nordamerikanischen Freihandelsabkommen NAFTA, das Trump nach eigener Aussage neu verhandeln will, sagte Peña Nieto, sein Land strebe eine Vereinbarung an, die «Sicherheit» für Investitionen gewähre. Er kritisierte auch Trumps Drohung, für in Mexiko produzierte Autos von US-Unternehmen Einfuhrzölle von 35 Prozent zu erheben: Seine Regierung lehne jeden Versuch der Einflussnahme auf Investoren «auf der Basis von Angst und Drohungen» ab, sagte Peña Nieto.

Mexiko müsse sich auf Konfrontationen einstellen

An die Adresse Trumps, der am 20. Januar vereidigt wird, richtete der mexikanische Präsident die Forderung, den Waffenschmuggel von den USA nach Mexiko zu unterbinden und den Fluss von Geldern aus der organisierten Kriminalität zu stoppen. Zudem forderte er Trump auf, die von diesem angekündigte Ausweisung illegal in den USA lebender Mexikaner auf «menschliche» Weise zu tun.

Der Ton zwischen Washington und Mexiko-Stadt dürfte nach Trumps Amtsantritt schärfer werden. «Alles deutet darauf hin, dass Trump zu seinen Positionen gegenüber Mexiko steht, dass er seine Haltung nicht geändert hat», sagte der Politikwissenschaftler José Antonio Crespo vom Forschungszentrum CIDE. «Die mexikanische Regierung sollte sich auf Konfrontationen und harte Verhandlungen einstellen.» (sda)

Publiziert am 12.01.2017 | Aktualisiert am 12.01.2017
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7 Kommentare
  • Roberto  Ferrari , via Facebook 12.01.2017
    Die Idee mit der Mauer ging, glaube ich, schon ein Mal in die Hose.
    • Landre  Marb , via Facebook 12.01.2017
      Na ja, das war ein anderer Kontext (Volkstrennung). Tatsache ist dass Trump auf Pump auf Kosten des schwächsten Systemgliedes machen will. Denn falls das Projekt durch die Instanzen kommen sollte, will er die US Steuerzahler zur Kasse bitten. Alles andere sind nur höchst flüchtige Behauptungen. Solch ein Businessplan würde auch beim inkompetentesten Investor durchfallen.
  • Werner  Klee aus Kindhausen ZH
    12.01.2017
    Mexiko hat keine Mauer bestellt !
    Auch ich bezahle grundsätzlich NIE etwas, was ich nicht bestellt habe !
    Das ist freiheitliche Marktwirtschaft !
  • Thomas  Hager aus Luzern
    12.01.2017
    Dafür bezahlt die USA die Mauer zu Kanada. Kanada wird von US-Amerikanern geflutet werden wegen Trumps Politik.
  • Ruth  Ruchti 12.01.2017
    Ich will meine Steuern auch nicht bezahlen, muss es aber trotzdem. Es wird fuer Mexico ganz einfach hoehere Abgaben nach sich ziehen. Trump Weiss eben wie man es macht.
  • Eugen  Inauen 12.01.2017
    Die Mexicaner haben sogar beim Papst gejammert,
    wegen der Mauer. Trump will aber die Grenzen
    schliessen, es wandern zuviele US Firmen
    nach Mexico ab und von Mexico
    kommen zuviele Drogen
    nach Amerika, Trump
    hat den Durchblick
    und das passt
    vielen nicht.