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Uno-Soldaten: Sex mit Kindern!

NAIROBI – Statt zu helfen, zwingen sie Kinder in Not, gegen Essen Sex mit ihnen zu haben. Sie vergewaltigen Mädchen, zwingen sie zur Prostitution, handeln mit ihnen. Die Rede ist von Uno-Soldaten und Mitarbeitern von Hilfsorganisationen.

Aktualisiert um 13:59 | 27.05.2008
Im Mittelpunkt der Kritik: Die Soldaten und Hilfsorganisationsmitarbeiter der Uno. (AP)
Im Mittelpunkt der Kritik: Die Soldaten und Hilfsorganisationsmitarbeiter der Uno. (AP)
«Sie haben uns vor allem nach Mädchen gefragt. Oft sind es zwischen acht und zehn Männer, die zwei oder drei Mädchen teilen. Als ich ein älteres Mädchen vorschlug, sagten sie, sie wollten lieber ein jüngeres». Das erzählt ein 14-Jähriger von der Elfenbeinküste im Bericht der britischen Kinderschutzorganisation «Save the children».

Die Vorwürfe der Organisation an die Adresse der Uno sind happig: Mitarbeiter ihrer Hilfsorganisationen sollen Kinder missbraucht haben, Friedenssoldaten Sex mit Sechsjährigen gehabt haben!

Und die Liste der Anschuldigungen ist lang: Die Männer hätten die Kinder gezwungen, mit ihnen Sex im Tausch gegen Essen zu haben. Kinder seien vergewaltigt oder zu pornografischen Aufnahmen gezwungen worden. Kinder seien als Sexsklaven gehalten worden. Auch Kinderhandel und Prostitution habe es gegeben.

Die betroffenen Kinder seien zwischen 14 und 15 Jahre alt gewesen, es habe aber auch Fälle gegeben, wo Mädchen noch keine sieben Jahre alt waren, heisst es im Bericht.

Die Hilfsorganisation hatte mehrere hundert Kinder in Haiti, Elfenbeinküste und dem Kongo befragt – Länder, in denen ähnliche Vorfälle bereits in der Vergangenheit aufgedeckt worden waren.

«Es wird nicht nur Sex mit Minderjährigen gegen Lebensmittel gehandelt, es gibt auch Vergewaltigungen und Kinderpornographie mit Kindern, die als Flüchtlinge, Waisen oder Strassenkinder bereits besonders schutzlose sind», betonte Hearther Kerr, Landesdirektorin der Organisation der Elfenbeinküste.

Von den über 250 befragten Kinder erzählte über die Hälfte von erzwungenem Sex und unsittlichen Berührungen. Dabei stachen laut dem Bericht besonders die Uno-Friedenssoldaten hervor: 20 von 38 befragten Kindergruppen hätten von schrecklichen Erfahrungen mit den Soldaten erzählt.

«Die Soldaten und Hilfswerk-Mitarbeiter führen sich auf, als ob sie unantastbar wären» erzählt ein Mitarbeiter eines Hilfswerks an der Elfenbeinküste.

Der Bericht sei an die UNO geschickt worden, welche die Vorwürfe untersuchen wollen, hiess es. Es handle sich zwar nur um eine Minderheit von Friedenshütern und Helfern. «Aber sie missbrauchen ihre Macht, um Kinder auszunutzen, die darüber niemandem berichten können», so Kerr. (gux/SDA)
Unter den Uno-Soldaten auf Haiti gibt es Schwarze Schafe. (AP)
Unter den Uno-Soldaten auf Haiti gibt es Schwarze Schafe. (AP)
Spielen mit Kindern: Nicht immer ein unschuldiger Zeitvertreib der Soldaten in Krisengebieten. (AP)
Spielen mit Kindern: Nicht immer ein unschuldiger Zeitvertreib der Soldaten in Krisengebieten. (AP)
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