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Auch sieben Jahre danach sind die Terroranschläge vom 11. September 2001 das Trauma der Amerikaner. Es war der erste gravierende Angriff auf US-Boden in der modernen Geschichte.
Seither dient er Präsident George W. Bush als Rechtfertigung für Kriege, den Ausbau des Sicherheitsapparats und nach Meinung vieler Kritiker auch für Menschenrechtsverletzungen.
Er wolle Osama bin Laden, tot oder lebendig. Das sagte George W. Bush nach den Anschlägen vom 11. September 2001. Und er legte bald nach: «Wir werden nicht ruhen, bis wir ihn gefunden haben.»
Und doch schaffte es die Supermacht USA nicht, den Terrorfürsten zu schnappen. Trotz High-Tech-Waffen und zahlenmässiger Überlegenheit. Unbemannte «Predator-Drohnen» mit Hellfire-125-Pfund-Raketen schiessen in 5000 m Höhe über die zerklüftete 2400-km-Grenze zwischen Afghanistan und Pakistan. Infrarot- und Radar-Augen können eine Person auf 5 km erkennen. Zwecklos. Osama hat sich unsichtbar gemacht.
Unter Experten herrscht ein erbitterter Streit über das wahre Ausmass der Terrorgefahr für die USA. Viele glauben, dass die Bedrohung Amerikas durch Terroristen aus politischem Kalkül aufgebauscht wurde. Andere betrachten es nur als eine Frage der Zeit, wann die freie Welt von Terroristen mit Massenvernichtungswaffen attackiert wird.
Die Terrorgefahr sei ein «Mythos» und «masslos übertrieben», meint Prof. John Mueller von der Universität Ohio. Wenn Al Kaida «tatsächlich so entschlossen und erfinderisch wäre», wie Geheimdienste unterstellen, hätten Terroristen schon längst zugeschlagen.
Bei allen Anschlägen seit «9/11» ausserhalb Afghanistans und des Iraks seien «weniger Menschen getötet worden als in einem Jahr in den USA in Badewannen ertrinken», so Mueller. Die Chance, dass ein US-Bürger einem Terroranschlag zum Opfer falle, sei so wahrscheinlich wie von einem Meteoriten erschlagen zu werden.
Auch Prof. Marc Sageman von der Universität Pennsylvania, ein Ex- Geheimdienstoffizier, relativiert in einem viel beachteten Buch die Bedrohung durch Al Kaida. In all den Jahren des intensiven Suchens sei es dem FBI nicht gelungen, «auch nur eine einzige Al-Kaida-Zelle» in den USA aufzudecken.
Osama bin Laden könne sich im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet auf vielleicht 200 Mann stützen, die Planung spektakulärer Anschläge scheine unwahrscheinlich. (SDA/num)
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Noch hat es die USA nicht geschafft, den Terrorfürsten Osama Bin Laden zu schnappen. (Keystone)