Schweinegrippe Ukraine fürchtet um nationale Sicherheit

  • Aktualisiert am 03.01.2012
Maskiert gegen das Grippevirus: Ukrainische Polizisten erledigen den Papierkram nach einem Autounfall in Lemberg.- Reuters

KIEW – Präsident Viktor Juschtschenko hat die internationale Staatengemeinschaft zu Nothilfe im Kampf gegen die Schweinegrippe in der Ukraine aufgerufen.

Die Ukraine könne der Gefahr des H1N1-Virus nicht aus eigener Kraft der Gefahr entgegentreten, erklärte Juschtschenko gestern in Kiew. Er appelliere daher an die «Freunde und strategischen Partner» der Ukraine, zu helfen.

Dazu hätten die Behörden eine Liste mit Medizin und Ausrüstung erstellt, die zur Bekämpfung der «Epidemien» nötig sei. Der Hilferuf richtet sich an die USA, die Europäische Union, die Nato und die Nachbarländer der Ukraine.

190000 Infizierte, 60 Tote

Das Gesundheitsministerium erklärte, es seien bislang 60 Menschen an der Grippe und an Atemwegserkrankungen gestorben. Genaue Angaben über die Zahl der Menschen, die dem Virus H1N1 erlagen, wurden nicht gemacht. Bislang wurden vier Schweinegrippe-Todesfälle offiziell bestätigt.

Ukrainischen Angaben zufolge sind mehr als 190000 Menschen im Land an der Schweinegrippe erkrankt, die meisten von ihnen im Westen des Landes. Von den etwa 7500 Betroffenen, die in Spitälern behandelt werden müssen, befinden sich etwa 100 auf der Intensivstation.

16 Tonnen Tamiflu aus der Schweiz

Polen und die Slowakei hätten bereits auf den Aufruf reagiert, teilte Kiew mit. So habe die Slowakei 200000 Atemschutzmasken zur Verfügung gestellt. Regierungangaben zufolge bestellte die Ukraine in der Schweiz zudem 16 Tonnen des Grippemedikaments Tamiflu, der Vorrat solle für einen Monat reichen.

Am Freitag hatte Regierungschefin Julia Timoschenko wegen der Schweinegrippe die Schliessung aller Schulen für mindestens drei Wochen angeordnet. (SDA)

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