Internetanbieter bestätigt Hackerangriff auf eine Milliarde Yahoo-Konten!

WAHINGTON (USA) - Mehr als eine Milliarde Nutzer des US-Internetanbieters Yahoo sind nach Angaben des Unternehmens Opfer eines Hackerangriffs im Jahr 2013 geworden. Die Hacker hätten wahrscheinlich im August 2013 persönliche Daten von mehr als einer Milliarde Konten gestohlen.

Nirgends mehr sicher, vor allem nicht im Internet - Yahoo soll Hunderte Millionen Nutzer den Geheimdiensten ausgeliefert haben. play
Nirgends mehr sicher, vor allem nicht im Internet - Yahoo soll Hunderte Millionen Nutzer den Geheimdiensten ausgeliefert haben. KEYSTONE/EPA/RITCHIE B. TONGO

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Bei der Attacke seien die Angreifer im August 2013 voraussichtlich an Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Geburtstage und unkenntlich gemachte Passwörter gekommen, teilte Yahoo am Mittwoch mit. Gemessen an der Zahl betroffener Nutzer ist es der bislang grösste bekanntgewordene Datenklau überhaupt.

In einigen Fällen könnten auch verschlüsselte und unverschlüsselte Sicherheits-Fragen und -Antworten betroffen gewesen sein, hiess es. Solche Fragen - etwa nach dem Namen des ersten Haustiers oder der Lieblingsfarbe - kommen zum Einsatz, wenn ein Nutzer sein Passwort vergisst. Unter Umständen können sie für Kriminelle also genauso viel wert sein wie das Passwort selbst. Ausserdem gibt es die Gefahr, dass Nutzer auch bei anderen Diensten die gleichen Kombinationen aus Fragen und Antworten ausgewählt haben.

«Yahoo hats verbockt»

«Yahoo hat das ordentlich verbockt», sagte der Verschlüsselungsexperte Bruce Schneier. «Sicherheit haben sie nicht sehr ernst genommen, das wird jetzt sehr deutlich.»

Bereits im September hatte Yahoo einen Datendiebstahl eingeräumt, bei dem Ende 2014 mindestens 500 Millionen Nutzerprofile betroffen gewesen seien. Es ging um dieselbe Art von Daten. Nach derzeitigem Kenntnisstand seien keine Passwörter im Klartext oder Kreditkarten- und Bankkonto-Informationen entwendet worden, hiess es auch diesmal wieder. Die Bezahldaten würden in einem anderen System aufbewahrt.

Der Verdacht scheint sich zu bestätigen, dass sich die Angreifer auch dauerhaften Zugang zu Daten einzelner Nutzer verschafft haben könnten. Sie hätten sich Zugang zum Yahoo-Softwarecode verschafft, mit dem sie sogenannte Cookies fälschen konnten, teilte Yahoo mit. Das sind kleine Software-Elemente, die im Webbrowser abgelegt werden und zum Beispiel dafür sorgen können, dass man in sein E-Mail-Postfach kommt, ohne jedes Mal ein Passwort eingeben zu müssen.

Yahoo hat Vermutung, woher Hack kommt

Der Konzern vermute, dass die Attacken von denselben Angreifern wie 2014 im Auftrag eines Staates ausgingen, hiess es. Welchem Land sie zugerechnet werden, ist bis heute nicht mitgeteilt worden. Einige Experten bezweifelten diese Darstellung.

Für Yahoo ist der Angriff ein derber Rückschlag und könnte den Konzern noch tiefer in die Krise drücken. Yahoo-Chefin Marissa Mayer war es nicht gelungen, das von den Rivalen Google und Facebook an den Rand gedrängte Unternehmen wieder in die Erfolgsspur zu bringen.

Der Telekom-Konzern Verizon bekräftigte nach dem neuen Eingeständnis, der im Juli ausgehandelte Kauf des Yahoo-Webgeschäfts für 4,8 Milliarden Dollar komme auf den Prüfstand. Verizon hatte zuvor bereits erklärt, bei Abschluss des Deals nicht über den Verdacht eines Datendiebstahls informiert worden zu sein.

Yahoo gehörte einst zu den Internetpionieren und hatte im Jahr 2000 einen Börsenwert von 100 Milliarden Dollar. Das Unternehmen steckt jedoch inzwischen seit Jahren in der Krise. Im vergangenen Dezember entschied das Unternehmen unter dem Druck der Aktionäre, sein schwächelndes Kerngeschäft mit Suchmaschine und Online-Werbung auszulagern und einen Investor dafür zu suchen. Daneben besitzt Yahoo noch einen milliardenschweren Anteil am chinesischen Online-Riesen Alibaba. (SDA)

Publiziert am 14.12.2016 | Aktualisiert am 15.12.2016
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1 Kommentare
  • Ronald  Schmid aus Miami
    15.12.2016
    Yahoo und AOl. Von "Security" keine Ahnung und dann nach Daten Diebstahl und Hack lassen Ihre Kunden ahnunglos fuer Jahre.

    Das ueberhaupt jemand diese zwei Firmer noch fuer emails gebraucht verstehe ich nicht.