UBS-Boni – Jetzt wehren sich die Mitarbeiter

  • Publiziert: 26.01.2009, Aktualisiert: 03.01.2012

ZÜRICH – Die UBS will trotz Mega-Verlusten Boni auszahlen. Das hat bei unseren Leser zu heftigen Reaktionen geführt. Die meisten haben dafür keinerlei Verständnis. Einige aber schon.

Auch UBS-Mitarbeiter haben den Artikel auf blick.ch gelesen. Und jetzt verteidigen sie sich:
Ernst Kuster ist traurig: «Schlimm, was wir bei Arbeitsanfang über unsere UBS im Blick Online lesen. Schlimm, wie die Bevölkerung sich ausdrückt, als wären wir alle Verbrecher. Unsere Meinung der MA hier auf der Abteilung ist, dass wir die Boni hart erarbeitet haben und verdient haben. Also lasst uns arbeiten und löst andere wichtigere Probleme in der Schweiz.»

Das findet auch Ruth Meister, Bern: «Ich finde die UBS-Bonuszahlung in Ordnung. Ich arbeite bei der UBS. Wir haben hart gearbeitet. Die UBS hat jahrelang Milliarden an Steuern bezahlt. Die Bevölkerung sollte wissen, wenn die UBS weg ist, hat die gesamte Schweiz ein Riesenproblem.»

Und Oli aus Zürich findet: «Die Boni sind gerechtfertigt! immerhin haben die Mitarbeiter der UBS in der Schweiz keinen 13. Monatslohn und die Misere in den USA nicht verschuldet!»

Teil des Arbeitsvertrags

Die UBS-Mitarbeiter bekommen Unterstützung durch Leser, die darauf hinweisen: Der Bonus ist nicht einfach eine Belohung, die man auch kippen könnte. Sondern verbindlicher Teil des Arbeitsvertrags. Sales, Grenchen: «Ich bin der Meinung, dass die Leute welche ihre Ziele erreicht haben und hart gearbeitet haben, auch ihren Bonus verdient haben! Bei diversen Leuten ist der Bonus ein Bestandteil des Lohnes und was würden alle Kritiker hier sagen, wenn sie ihre Löhne nicht erhalten würden, weil andere ihre Arbeit schlecht gemacht haben?» Das findet auch Marc aus Basel: «Einige hier drin scheinen nicht zu verstehen, wie das Bonus-System funktioniert. Gewisse dieser Boni sind vertraglich zugesichert, sollte man Arbeitsverträge verletzen?»

Stephane aus Zürich erklärt das Bonus-System so: «Zielabhängige Variable Entlöhnung heisst das, nicht Bonus. Jeder Mitarbeiter kriegt zu Jahresbeginn seine persönlich zu erreichenden Ziele. Erreicht er diese, gibts durchschnittlichen Bonus. Übererfüllt er diese, gibts fetten Bonus. Schlägt er fehl, gibts nichts. Diese persönlichen Arbeitsziele haben nur wenig damit zu tun, ob die Bank hohe Gewinne einfährt. Und darum muss die UBS auch Boni zahlen. Ein UBS Bonus für gut geleistete Arbeit ist keine Gratifikation zu Weihnachten, sondern hart verdient und verhandelter LOHNBESTANDTEIL.»

Empörung

Von diesen Ideen halten Leser wie Luca aus St. Gallen aber gar nichts. Er bringt es kurz und bündig auf den Punkt: «kein Gewinn = kein Bonus!» Empört ist Augsburger Andreas, Ruggell: «Ich kenne keinen privaten Betrieb der Boni auszahlt, wenn im Jahr 2008 kein Gewinn gemacht wurde. Das kann nur eine Bank, die für Ihre Junk-Hypotheken über 60 Milliarden … vom Staat erhalten hat. Schämen sollt Ihr Euch!»

Ursula, Huenike, versteht die Welt nicht mehr: «Ich dachte immer, Boni seien eine Gewinnbeteiligung...wo genau ist hier der Gewinn...?? Ich sehe nur Verluste!! Am besten, wir bezahlen keine Steuern mehr; mit diesen nämlich wurden die Verluste wettgemacht; das wäre dann MEIN Bonus!!» Auch Marco aus Zürich ist entsetzt: «Absolut lächerlich, einen Bonus auszuzahlen. Bei anderen Grossfirmen (Daimler, GE usw.) wird klar auf Bonus verzichtet und sogar den Mitarbeiter gekündigt...Es ist einfach nicht die Zeit für Bonusauszahlungen....»

Und deutlich wird auch Schwarz, aus Oberhofen: «Mit diesen Boni legt sich die UBS selbst ein Ei. Ich bin der Meinung, viele haben die Tassen nicht mehr im Schrank.»

(snx)

Rücktritt von Finma-Chef gefordert

BERN – Sowohl Konsumentenschützer als auch die SP sind empört darüber, dass die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (Finma) der UBS Bonuszahlungen erlaubt. Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) bedauert es, dass die Neuorganisation der Bankenaufsicht nicht dazu geführt habe, dass auch die Interessen der Kunden vertreten werden. Dass der UBS trotz Verlusten und Staatshilfe Bonuszahlungen erlaubt würden, zeige, dass die Finma in erste Linie dem Wohl der Banken verpflichtet sei.
Kritik an der Finma-Führung liess heute auch die SP verlauten. Wer gegenüber der UBS in der heutigen Situation keine Nullrunde durchsetze, dem fehle das notwendige politische Gespür. Entweder trete Finma-Chef Haltiner selbst zurück oder Bundesrat Merz müsse handeln. (SDA/snx)

play Die UBS will auch in der Krise Boni zahlen. Dafür haben viele kein Verständnis. (RDB)

Top 3

1 Teufelskerl! Mann springt aus 731 Metern Höhe – ohne Fallschirmbullet
2 Er wollte kein Hörgerät tragen Marvel kreiert Superhelden für Vierjährigenbullet
3 Auf Sardinien Schweizer (46) stürzt in den Todbullet

Ausland