Beschwerde eingereicht TV-Zoff wegen Kachelmann

  • Publiziert: 24.03.2010, Aktualisiert: 14.01.2012

BERLIN – Der Sender MDR hält sich im Fall Kachelmann an die Devise der ARD: Totschweigen. Jetzt hat der Rundfunkrat reagiert.

Für die ARD hat die Verhaftung von Jörg Kachelmann in der Tagesschau keinen Platz. Nicht mal eine kurze knappe Meldung darüber wurde gesendet. Chefredakteur Kai Gniffke erklärte dies auf seinem Blog so: «Diese Promi-Krimi-Vorwurf-Mixtur hat in einer Tagesschau im jetzigen Stadium nix verloren.»

Dieser Ansicht ist offenbar auch der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR), der zur ARD gehört. In der Nachrichtensendung «MDR Aktuell» wurde über den Fall Kachelmann kein Wörtchen verloren. Auffällig dabei: Kachelmann war fast 10 Jahre lang Moderator der MDR-Talkshow «River Boat».

Dass dem MDR Kachelmann keine Meldung wert ist, findet der Rundfunkrat nicht akzeptabel. MItglied Bernd Müller-Kaller hat sich deswegen offiziell beschwert. Der Sender habe in seinen «MDR Aktuell»-Sendungen nicht über die Verhaftung berichtet, kritisierte Müller-Kaller. Er legte für den Verband Programmbeschwerde beim MDR ein, berichtet «Welt Online». Der Sender sei laut Staatsvertrag zur objektiven und umfassenden Berichterstattung verpflichtet.

Der MDR wehrt sich: Bei der Redaktion von «MDR Aktuell» habe man sich an der ARD orientiert. Der Sender teilte mit, «diesen Verdacht nicht als Nachricht aufzunehmen, sondern erst dann zu berichten, wenn relativ gesicherte Angaben vorliegen».

Bei der ARD fand der Fall Kachelmann nur im Boulevard-Magazin «Brisant» statt. Beim MDR wurde nur in einigen Radiosendern darüber berichtet. (num)

Was ist der Rundfunkrat?

Der Rundfunkrat ist das oberste Aufsichtsgremium für die Programmkontrolle bei öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Die Mitglieder des Rundfunkrates setzen sich aus Vertretern gesellschaftlicher Gruppen und Organisationen zusammen.
Ihre Aufgabe ist es, «die Allgemeinheit auf dem Gebiete des Rundfunks» zu vertreten.
play Sorgt für Diskussionen: Jörg Kachelmann. (RDB)

Top 3

1 Teufelskerl! Mann springt aus 731 Metern Höhe – ohne Fallschirmbullet
2 Er wollte kein Hörgerät tragen Marvel kreiert Superhelden für Vierjährigenbullet
3 Auf Sardinien Schweizer (46) stürzt in den Todbullet

Ausland