«Die nötigen Schritte sind eingeleitet»: Sind Schweizer unter den enttarnten Dschihadisten?

LONDON - Dem TV-Sender Sky News wurden Informationen über 22'000 mutmasssliche Dschihadisten zugespielt. Auch die Schweizer Bundesanwaltschaft interessiert sich für den Datensatz.

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Es ist eine wahre Goldgrube an Informationen. Ein enttäuschter IS-Kämpfer hat dem Sicherheitschef der Terror-Miliz die Daten von 22'000 mutmasslichen Mitgliedern der Organisation gestohlen und dem britischen TV-Sender Sky News zugespielt.

Die Informationen basieren den Angaben zufolge auf einem 23 Fragen umfassenden Registrierungsbogen, den Neuankömmlinge ausfüllen müssen, wenn sie sich der Miliz anschliessen wollen.

Überraschend strukturiert: IS-Bewerbungsformular mit Kampfname und Name der Eltern. play
Überraschend strukturiert: IS-Bewerbungsformular mit Kampfname und Name der Eltern. twitter.com/SkyNews

Erfasst sind darin neben Namen und Herkunft auch persönliche Merkmale wie Ausbildung, Blutgruppe, Zivilstand, Kampferfahrung und Telefonnummern von Angehörigen. Gefragt werden die Bewerber zudem, ob sie Isis lieber als «Kämpfer» oder «Selbstmordattentäter» dienen wollen. 

Sky News hat die Behörden inzwischen über die Dokumente informiert. Sie enthielten neben Daten über bereits bekannte oder getötete Terroristen, auch Informationen über Personen, die von den Sicherheitskräften bislang nicht registriert wurden. Sie stammen demnach aus 51 Ländern in Nordamerika, Nordafrika, dem mittleren Osten und Nordeuropa.

Bundesanwaltschaft hat «nötige Schritte eingeleitet»

Ob auch Schweizer darunter sind, ist unklar. Sicher ist aber: Auch die hiesigen Behörden interessieren sich ebenfalls für den Datensatz. Auf die Frage von BLICK, ob die Bundesanwaltschaft Einsicht in die Liste beantragen wird, teilte Kommunikationschef André Marty mit: «Die nötigen Schritte wurden bereits eingeleitet.»

Über den Datendieb selbst ist bislang wenig bekannt. Laut Sky News handelt es sich um einen Mann namens Abu Hamed. Er soll für die Freie Syrische Armee gekämpft haben, bevor er sich Isis anschloss. Inzwischen ist er desillusioniert, weil sich niemand in der Organisation an die Regeln des Islam halte: «Isis ist ein grosse Lüge», sagte er.

«Fantastischer Coup»

Die Daten zeigen aber auch auf, wie der IS funktioniert. Wenn die Dokumente wirklich echt sind, könnte es sich um den grössten Schlag gegen die IS-Terroristen handeln.

Richard Barrett, ein ehemaliger hochrangiger Mitarbeiter des britischen Geheimdienstes MI6 sagte Sky News, bei der Enthüllung des Datensatzes handle es sich um einen «fantastischen Coup».

«Die Informationen sind für sehr viele Menschen, vor allem für die Sicherheits- und Nachrichtendienste, von enormer Bedeutung», so Barrett. (gf/bau)

Publiziert am 10.03.2016 | Aktualisiert am 15.03.2016
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10 Kommentare
  • Jerg  Stacher aus Echallens
    10.03.2016
    Ja klar, wenn da Schweizer oder pseudo Schweizer drunter sind muss Ihnen geholfen werden, natürlich mit sanfter einsichtiger Therapie. Die hatten ja alle eine schwierige Jugend.
  • Jürg  Brechbühl aus Eggiwil
    10.03.2016
    Ein Fall für die gelegentliche Änderung der Bundesverfassung. Solche "Schweizer" gehören ausgebürgert.
  • Markus   Zahner aus Basel
    10.03.2016
    "Überraschend strukturiert": IS-Bewerbungsformular
    Die Arroganz unsererseits gegenüber dem IS mit seinen "überraschenden Strukturen" ist vermutlich unser grösstes Problem. Da wird dem Leser doch suggeriert, diese Hinterwäldler, dabei sind die doch betreffend der Kriegsführung usw. auf höchstem Level.
  • Lisa  Heeb , via Facebook 10.03.2016
    Hätten die Amis nicht ein solches Chaos verursacht gäbe es weder Krieg noch den IS Terror. Die EU sollte alle Flüchtlinge in Schiffen nach Florida / Kalifornen an Land bringen.
  • Michael  Thommen 10.03.2016
    Naja, wir werden sehen, wieviel Wahrheit in diesen Dokumenten steckt oder ob sie von der CIA selbst geschrieben wurden. Die benutzten Worte muten teilweise schon sehr amerikanisch an. Dschihadisten-Lingo tönt anders...
    • Renas  Robin 10.03.2016
      woher kennen sie den IS-Lingo? die sind auch nit dumm wie immer gesagt wird und die kriegen ständig Unterstützung von Geheimdiensten von der Türkei, Katar und Saudis
    • Karl  Szabo aus Zürich
      10.03.2016
      Michael,von wo kennst du das Dschihadisten - Lingo?Bist du etwa auch auf der Liste?
    • Reto  Benzli 10.03.2016
      Wenn Sie wissen wie "Dschihadisten-Lingo" tönt lässt das ja nur eine Vermutung zu; ist Ihr Name auch auf der Liste?