TV-Duell vor 4. Wahlanlauf in Österreich Kandidaten streben keinen «Öxit» an

WIEN (AUT) - Gehässiger Schlagabtausch im TV, aber ein Austritt Österreichs aus der EU steht für die beiden Präsidentschaftskandidaten Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer knapp zwei Wochen vor der Wahl nicht zur Diskussion.

Kein «Öxit»: TV-Duell von Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen play
Ein weiteres Mal wählen Österreicherinnen und Österreicher einen neuen Staatspräsidenten: Die Kandidaten Alexander van der Bellen, links, und Norbert Hofer lieferten sich im Vorfeld ein erstes TV-Duell. Keystone

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Vor dem vierten Anlauf zur Wahl eines neuen Staatsoberhaupts in Österreich haben sich die Kandidaten am Donnerstagabend ein teils gehässiges erstes TV-Duell geliefert. Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer griffen einander auf oe24.tv praktisch pausenlos an.

Bei der von «Österreich«-Herausgeber Wolfgang Fellner moderierten Konfrontation waren die Zuschauer gebeten worden, Fragen einzusenden. Mehr als 11'000 waren es laut Fellner und die meisten davon drehten sich um die Präsidentenwahl in den USA.

FPÖ-Kandidat Hofer bestritt dabei, ein Trump-Fan zu sein, gab aber seiner Hoffnung Ausdruck, dass nun die Beziehungen der Supermächte USA und Russland besser würden. Seinem Rivalen hielt Hofer, Donald Trump als Hetzer und dessen Wahl als Katastrophe bezeichnet zu haben. Das könne man nicht zum Präsidenten einer Supermacht sagen.

Der von den Grünen portierte Van der Bellen konterte darauf damit, dass FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache die deutsche Kanzlerin Angela Merkel als gefährlichste Frau Europas bezeichnet und damit eine Verschlechterung der Beziehungen zum Nachbarland und den Verlust von Arbeitsplätzen riskiert habe.

US-Wahlkampf kein Vorbild

Immerhin in zwei Dingen waren sich Van der Bellen und Hofer in Sachen Trump einig. Beide waren der Meinung, dass ein Wahlkampf, wie er in den USA ablief, nicht nachahmenswert ist und dass ein Einreiseverbot für Muslime jeder Vernunft und Rechtsstaatlichkeit entbehren würde.

Pro-russisch zeigte sich Hofer, indem er für eine sofortige Aufhebung der Wirtschaftssanktionen gegen Moskau eintrat, da diese nur der österreichischen Wirtschaft schadeten. Van der Bellen plädierte für ein Schritt-für-Schritt-Vorgehen; Russland solle zunächst in der Ukraine-Politik «richtige Schritte» setzen müssen.

Öxit oder nicht

Was die EU angeht, hielt Van der Bellen seinem Kontrahenten vor, weiter Gedankenspiele rund um einen «Öxit», einen Austritt Österreichs aus der Union, zu betreiben. Hofer wies dies zurück, hielt aber fest, dass es zu einem Austritt kommen müsste, wenn die Türkei beitrete oder die Nationalstaaten weiter geschwächt würden.

Bezüglich einer EU-Armee warfen einander die Kandidaten vor, jeweils die Positionen mehrfach geändert zu haben. Zumindest Donnerstagabend waren sich beide einig, dass das neutrale Österreich nicht einer Armee unter fremdem Oberbefehl angehören könnte. (SDA)

Publiziert am 18.11.2016 | Aktualisiert am 04.12.2016
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8 Kommentare
  • Bünzli  Schorsch aus Buxtehude
    18.11.2016
    Erinnert ganz stark an Trump gegen Clinton. Ich tippe auf Hofer.
  • Andreas  Inderbitzin aus Brunnen
    18.11.2016
    Haben die Östreicher nicht Unterschriften gesammelt, um über einen Verbleib in der EU abstimmen zu dürfen ?
    Werden diese Bürger einfach ignoriert, um weiterhin Politik unter sich machen zu können ?
  • Hairi  Berni 18.11.2016
    Der EU Beitritt der Türkei wird kommen. Ist auch gut so. Die Türkei ist ein starkes Wirtschaftlich gut aufgestelltes Land. So ein Land braucht die EU. Nur weil die Europäer nicht wahrhaben wollen das die Türken hinter Erdogan steht, muss das nicht heissen die Türkei sei nicht Demokratisch. Die Mehrheit des Türkischen Volkes möchte ja den Erdogan. Und lasst bitte die Spekulationen das Erdogan den IS unterstützt usw. Mann kann immer etwas gegen jemanden sagen wen man ihn nicht mag.
    • monika  brand aus villieu-loyes-mollon
      18.11.2016
      Wie gross ist denn der Teil der Türkei der in Europa liegt ? Für mich gehört dieses Land zu Asien.
    • -  -.- 18.11.2016
      Ihre Aussagen erachte ich alle als falsch - ausgenommen, dass das die Mehrheit des türkische Volks hinter seinem Despoten steht!
  • Nora  Letsam , via Facebook 18.11.2016
    Spätestens wenn in Frankreich die front National gewinnt, was zur Zeit höchst wahrscheinlich ist, wird die EU Geschichte sein.
    • Bünzli  Schorsch aus Buxtehude
      18.11.2016
      Einen Punkt, den momentan noch praktisch alle ignorieren, sind die Wahlen am 4. Dezember in Italien. Bei einem "Nein" zur EU-freundlichen Verfassungsreform hat Renzi schon angekündigt, seinen Rücktritt zu erklären.
  • Paolo  Hugentobler 18.11.2016
    Genau so sehe ich das auch: Ein Einreisestopp für Muslime ist das einzig Vernünftige, würde die Wirtschaft aber wohl ein paar lukrative Aufträge im arabischen Raum kosten. Ich bin eigentlich links, würde aber aktuell auch einen Kandidaten sehr weit rechts unterstützen, wenn er versprechen würde, diesem Islamisierungshorror ein Ende zu setzten. Heute zwar noch kein Problem, morgen aber das Ende unserer freien Gesellschaft. Frei: ja! Offene, globalisierte Gesellschaft: nein!