Nach Schliessung von Zeitung Türkischer Premier kritisiert EU-Schulz

EU-Parlamentschef Martin Schulz wurde vom türkischen Premier Binali Yildirim scharf kritisiert. Ihm sei die Linie von der Europäischen Union egal, in der Türkei entscheide das Volk.

Türkischer Premier schiesst gegen EU-Parlamentschef Martin Schulz play
Martin Schulz wurde vom türkischen Premier scharf kritisiert. PATRICK SEEGER

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Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim hat Kritik der EU am Vorgehen der Behörden gegen die Zeitung «Cumhuriyet» scharf zurückgewiesen. An den EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz gerichtet sagte Yildirim am Dienstag in Ankara: «Mein lieber Freund, deine Linie ist uns egal. Das Volk zieht uns die rote Linie, das Volk!«

Schulz hatte am Montag getwittert: «Die Festnahme von Murat Sabuncu und anderen «Cumhuriyet»-Journalisten ist eine weitere rote Linie, die gegen die Meinungsfreiheit überschritten wurde.» Yildirim sagte weiter: «Was hat deine Linie schon für eine Gültigkeit? Über deine Linie ziehen wir eben eine andere."

Die Behörden hatten am Montag 13 Mitarbeiter der «Cumhuriyet» festgenommen, darunter Chefredaktor Sabuncu. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK und die Bewegung um den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen unterstützen. Beide gelten in der Türkei als Terrororganisation. Die türkische Führung macht Gülen für den Putschversuch vom 15. Juli verantwortlich.

Yildirim sagte: «Wir werden bis zum Schluss für die Pressefreiheit eintreten. Mit der Pressefreiheit haben wir keine Probleme.» Die Regierung betrachte Unterstützer der PKK und von Gülen jedoch nicht als unschuldig. (SDA)

Publiziert am 01.11.2016 | Aktualisiert am 03.11.2016
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  • Mike  Pokos aus Birmensdorf
    01.11.2016
    Deutschland hat kein recht sich in Angelegenheit der Türkei einzumischen. Sie ist nicht die Welt Polizei, .Fertig.......
  • Paul  Entlebucher 01.11.2016
    Es liegt im Grunde genommen auch an uns: keine Reise in die Türkei, Boykott von allen Produkten, die aus der Türkei kommen und keine Berücksichtigung von Erdogan-treue Türken in der Schweiz.
  • Artur  Nuttli , via Facebook 01.11.2016
    In England wurde einem Nachrichtenportal den Kontozugriff gesperrt. Wikileaks konnte über einen längeren Zeitraum keine Spenden entgegennehmen weil die Überweisungsportale blockierten. ITunes hat mehrere kritische Künstler den Download ihrer Stücke erschwert. Wir reden von Meinungsfreiheit, wie es andere machen müssen, halten uns selber aber nicht daran. Doppelmoral!