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In der der am schlimmsten betroffenen indonesischen Provinz Aceh freuen sich die Menschen heute über einen Baby-Boom. Eine neue Generation soll über die Toten hinwegtrösten.
Und manchmal finden Menschen in all dem Chaos ihr privates Glück (siehe verlinkten Artikel «Tsunami brachte Eheglück»).
Aber sogar in der Politik macht sich der Tsunami bemerkbar.
Der nach der Katastrophe in Gang gekommene Friedensprozess in Aceh hat eine entscheidende Hürde gekommen. Die Rebellen lösten heute ihren militärischen Flügel offiziell auf und erfüllten damit eine weitere Vorgabe des unter finnischer Vermittlung erzielten Friedensabkommens mit der Regierung in Jakarta. Der Schritt macht den Weg frei für die Bewegung Freies Aceh, sich in eine politische Partei umzuwandeln.
Kurz zuvor waren Vertreter der Rebellen mit dem indonesischen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono zusammengetroffen. Dieser bekräftigte sein Versprechen, die letzten der einst 24000 Soldaten in der Provinz an der Nordwestspitze Sumatras bis zum Jahresende abzuziehen.
Der Wiederaufbau nach dem Tsunami führte Regierung und Separatisten zusammen und beendete den Bürgerkrieg, dem in den vergangenen 29 Jahren rund 15000 Menschen zum Opfer fielen. Seit dem Friedensvertrag haben die Rebellen unter internationaler Aufsicht bereits 840 Waffen zerstört. Ihrer künftigen Partei werden bei der für April anberaumten Parlamentswahl in Aceh grosse Chancen eingeräumt.
Dagegen hatte die tödliche Flutwelle in Sri Lanka den umgekehrten Effekt: Der Kampf um die Verteilung von Hilfsgütern schürte dort neue Konflikte zwischen der Regierung in Colombo und den Befreiungstigern von Tamil Eelam (LTTE). Erst in den letzten Tagen hatte es bei Überfällen durch Rebellen zehn Tote gegeben.
Unterdessen sollen in Thailand die Touristeneinrichtungen laut einem ranghohen Meteorologen weiterhin nur unzureichend auf etwaige neue Flutwellen vorbereitet sein. So seien die Hotels immer noch nicht an das allgemein gut funktionierende nationale Warnsystem angeschlossen, bemängelte Smith Thammasaroj, der Vizechef des Nationalen Zentrums für Katastrophenwarnung. Zurzeit gebe es nicht einmal Richtlinien, welche Anweisungen den Gästen im Falle einer Bedrohung zu geben seien.
Smith warf den Hotels vor, Millionenbeträge in den Wiederaufbau zu investieren, die 500000 Baht (16000 Franken) für ein Frühwarnsystem aber sparen zu wollen. Dabei könnten sie sich mit der entsprechenden Technologie leicht in das Zentrum für Katastrophenwarnung einklinken. Gesetzlich vorgeschrieben ist dies allerdings nicht.